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Die Nationalökonomie in Frankreich

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Bibliographic data

fullscreen: Die Nationalökonomie in Frankreich

Monograph

Identifikator:
890892032
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-34137
Document type:
Monograph
Author:
Waha, Raymund de http://d-nb.info/gnd/117560855
Title:
Die Nationalökonomie in Frankreich
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
Verlag von Ferdinand Enke
Year of publication:
1910
Scope:
1 Online-Ressource (XIX, 540 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Buch IV Die Nationalökonomie bei den Philosophen und Soziologen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Nationalökonomie in Frankreich
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Buch I Die liberale Schule
  • Buch II Die katholischen und verwandten Richtungen
  • Buch III Interventionismus, Solidarismus und Protektionismus
  • Buch IV Die Nationalökonomie bei den Philosophen und Soziologen
  • Schlusswort

Full text

Die „positive“ Grundlegung der Nationalökonomie 
511 
bestimmung der Arbeitsteilung voraus, die normale und patho 
logische Wirkungen derselben unterscheidet. 
Die natürliche, normale Funktion der Arbeitsteilung ist 
nach Durkheim nicht eine volkswirtschaftliche; deren be 
merkenswerteste Wirkung ist nicht, die Leistung der geteilten 
Verrichtungen zu vergrößern, sondern eine (Arbeits)gemeinschaft 
zwischen diesen zu erzeugen, ein Gefühl der Solidarität in den 
an ihnen beteiligten Personen zu wecken. Durkheim ver 
anschaulicht dies an dem Beispiel der ehelichen Gemeinschaft, 
die der sexuellen Arbeitsteilung ihr Entstehen verdankt. Es 
ist nun eine evidente Tatsache — das können wir zugeben —, 
daß die Arbeitsteilung in der heutigen Gesellschaft sehr ent 
wickelt ist und eine weit verzweigte Solidarität erzeugt. Diese 
Solidarität, die aus der Arbeitsteilung fließt, ist aber von be 
sonderer Art. Durkheim unterscheidet nämlich (zunächst) 
zwei Arten von Solidarität: 1. jene, welche aus Ähnlichkeiten 
folgt; 2. jene, welche ihre Quelle in Unähnlichkeiten hat; letz 
tere identifiziert sich mit der Solidarität, die aus der Arbeits 
teilung entspringt 1 ). 
Die Solidarität aus Ähnlichkeiten ist die der primitiven 
Gesellschaften; in der menschlichen Gruppe, die sich sorgfältig 
nach außen abschließt, ist die physische und psychische Ähnlich 
keit der Individuen eine große. Das Individuum inkarniert den 
Gattungstypus seiner Rasse und seiner Gruppe. Die wirtschaft 
lichen Einrichtungen sind dem Kommunismus nahe; gemein 
same Anschauungen erzeugen eine Moral, die allen das gleiche 
Ideal zu verwirklichen gebietet, und die aus Regeln besteht, 
welche von allen unterschiedslos geübt werden. Diese allge 
meine, einförmige Praxis verleiht jenen Regeln eine übermensch 
liche religiöse Autorität, die sie der Diskussion mehr oder 
weniger entrückt. In den Gesellschaften, wo die Solidarität aus 
Ähnlichkeiten stark entwickelt ist, gehört das Individuum sich 
nicht an; die persönlichen Rechte sind noch nicht von den 
dinglichen unterschieden. Wegen der Analogie, welche jene 
Solidarität mit der Kohäsion der Molekülen in den leblosen 
Körpern bietet, bezeichnet Durkheim sie als mechanische. 
b Ibid. p. 19 ff., p. 99.
	        

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Die Nationalökonomie in Frankreich. Verlag von Ferdinand Enke, 1910.
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