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Die Nationalökonomie in Frankreich

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Bibliographic data

fullscreen: Die Nationalökonomie in Frankreich

Monograph

Identifikator:
890892032
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-34137
Document type:
Monograph
Author:
Waha, Raymund de http://d-nb.info/gnd/117560855
Title:
Die Nationalökonomie in Frankreich
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
Verlag von Ferdinand Enke
Year of publication:
1910
Scope:
1 Online-Ressource (XIX, 540 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Buch I Die liberale Schule
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Nationalökonomie in Frankreich
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Buch I Die liberale Schule
  • Buch II Die katholischen und verwandten Richtungen
  • Buch III Interventionismus, Solidarismus und Protektionismus
  • Buch IV Die Nationalökonomie bei den Philosophen und Soziologen
  • Schlusswort

Full text

Geschichtlicher Überblick 53 
d. h. den Gesetzen der Gerechtigkeit und denen des Wirtschafts 
lebens i). 
Bei dem Versuche, die ethischen Gesetze zu formulieren, 
welche das Handeln der Wirtschaftssubjekte bestimmen sollen, 
scheidet Baud rill art den Sensualismus, den Utilitarismus und 
die auf Sympathie, Nächstenliebe oder Brüderlichkeit begründete 
Gefühlsmoral aus. Er bekennt sich zu einer Moral des gesunden 
Menschenverstandes, als deren Ausgangs- und Kernpunkt er das 
„Pflichtgefühl in der Brust eines jeden“ ansieht. Sanktion der 
selben ist die Verantwortlichkeit 2 ). Im weitern Verlauf seiner 
Überlegung nimmt Baudrillart Elemente des Utilitarismus 
und der Gefühlsmoral, welche er anfangs in globo verwirft, mit 
herein. Bei der Gefühlsmoral macht er „notwendige und nütz 
liche Anleihen“, aus denen er die Notwendigkeit staatlichen 
Eingreifens ins Wirtschaftsleben folgert und Gesichtspunkte für 
die Gestaltung der Beziehungen zwischen Arbeitgebern und 
Arbeitern gewinnt 3 ). 
1) Punkt 1 und 4 erörtert Baudrillart in „Des rapports de la morale et 
de l’économie politique“, Paris 1860, 2. Ausi. 1863. Punkt 2 und 3 kommen in 
der „Histoire du Luxe“ vornehmlich zur Darstellung. 
2 ) Baudrillart, Des rapports de la morale et de l’économie politique, 
2. Ausl., p. 32. 
8 ) Vorsichtig und schonungsvoll führt er aus, daß vielfach aus Sorge für 
wissenschaftliche Orthodoxie der Nichtinterventionismus, den Adam Smith u. J. 
B. Say dem bevormundenden Merkantilismus gegenüber lehrten, allzuschroff ver 
treten werde. Zur Verwirklichung des Fortschritts ist eine beschränkte staat 
liche Einmischung ins Wirtschaftsleben geboten. „Ich bekenne mich laut zu 
denen,“ schreibt er, „welche denken, Ad. Smith und J. B. Say haben dem Staat 
die Rolle einer Art moralischer Person allzusehr bestritten . . . ich bin der 
Ansicht, dass sie dessen Intervention zu sehr verringert wissen wollten . . . 
Angesichts der gewaltigen Mißstände, welche aus der Auffassung entstanden 
waren, die Ausübung der Nächstenliebe gehöre zu den Attributen der Regie 
rungen, dieselben hätten gegebenenfalls selbst durch Gewalt das körperliche und 
seelische Heil der Untertanen zu verwirklichen, wurde die politische Ökonomie 
dazu geführt, aus den Rechten und Pflichten des Staates alle jene Maßregeln 
auszuschalten, welche von Nächstenliebe oder auch nur Wohltätigkeitssinn in 
spiriert würden. . . . Wir betrachten es als ein Recht der Gesellschaft und in 
manchen Fällen als ihre Pflicht, gewisse Summen zu andern Zwecken, als zur 
Unterhaltung der öffentlichen Macht, der Polizei oder für Rechtsprechung 
zu verausgaben. Dieses Recht ist schwer abzusprechen, sobald die Steuern frei 
bewilligt werden und deren Verwendung der öffentlichen Kontrolle unterliegt.“ 
(Des rapports de la morale et de l’économie politique, 2. Ausl., p. 106 ff.)
	        

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Ernährungswirtschaftliche Gegenwartsprobleme in Österreich. Manzsche Verlags- und Universitätsbuchhandlung, 1919.
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