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Die Arbeiterfrage

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Bibliographic data

fullscreen: Die Arbeiterfrage

Monograph

Identifikator:
891224181
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-65049
Document type:
Monograph
Author:
Levenstein, Adolf http://d-nb.info/gnd/116961155
Title:
Die Arbeiterfrage
Place of publication:
München
Publisher:
Verlag Ernst Reinhardt
Year of publication:
1912
Scope:
1 Online-Ressource (406 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
D. Die Beziehungen der Arbeiter zu den sozialen Gemeinschaften
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Arbeiterfrage
  • Title page
  • A. Erhebungs-Methode
  • B. Das seelische Verhältnis der Arbeiter zu ihrer berufsmäßigen Arbeit und ihren Arbeitsbedingungen
  • C. Die positive Wünsche der Arbeiter in bezug auf die Umgestaltung ihrer ökonomischen Lage
  • D. Die Beziehungen der Arbeiter zu den sozialen Gemeinschaften
  • E. Die Stellung der Arbeiter zu den außenberuflichen Kultur- und Lebensproblemen
  • F. Schluß

Full text

285 
in früherer. In unserer Zeit, da die moderne Technik — 
die ich für einen wesentlichen Faktor im gesellschaft 
lichen Entwicklungsprozeß halte — einen so lawinenartigen 
Aufschwung durchgemacht hat. Sie ist es, die mit ihren 
Errungenschaften immer neue Existenzbedingungen schafft. Be 
dingungen, die die Klassenlage immer deutlicher hervortreten 
lassen, was dazu beiträgt, die Kampflinien scharf abzugrenzen. 
Hier Bedrücker — da Bedrückte. Und mit dieser Erkenntnis 
wird das Bestreben umi sich greifen, eine bessere Gesellschaft 
zu schaffen. Und jeder Kopf, der sich dem erschließt, ist ein 
Stück vorwärts. Das Licht läßt sich nicht mehr in Fesseln 
schlagen, so wenig wie der Frühlingswind nach langer düsterer 
Winternacht. Und der Menschenfrühling, der Zukunftsstaat, 
früher oder später, er muß kommen.“ Ein Bergarbeiter: „Ich 
glaube, und schon der Glaube ist ein Stück Zukunftsstaat. Die 
Hoffnung stärkt und reißt uns in die Höhe, wenn wir im un 
genügenden und unbefriedigendenLeben verzweifelt nieder sinken. “ 
Aber auch der Pessimismus bricht öfters gewaltsam durch, 
und gerade unter den feinsten Köpfen der befragten Arbeiter 
kategorien. „Seitdem ich mein letztes Ideal zu Grabe tragen 
mußte, die Staatsumwälzung, bin ich hoffnungslos. Was nützt 
mir ein Leben, wenn ich nicht sichtbarlich kämpfen kann. Die 
Zukunft ist ein Nichts, nur das Jetzt ist die Stelle des Lebens. 
Nur auf dem Jetzt, aus dem Stoff kann das Leben bestehen.“ 
Ein Weber: „Schön klingt es freilich, wenn man mit großen 
Zahlen prunken kann. Sehen wir uns doch die Menschen an. 
Eingeengt in Organisationen, wo soviel Mitglieder, soviel Ketzer-^ 
richter auch vorhanden sind. Wer zu radikal schreibt oder 
spricht, wer revisionistisch schreibt oder spricht, wer eine 
andere als zentralistische Laufbahn für richtig hält, wer an-. 
ders denkt als die Zentral-Gesangvereine, der wird verfehmt. 
(Siehe Boykott des Volkschors.) Der Schwerpunkt aller die 
ser Erscheinungen liegt im Ausspruch Müllers von der See 
mannsorganisation: ,Wir müssen dumme Kerle sein, wenn wir 
nicht eine Abstimmung herbeiführen könnten, wie wir sie 
wollen.“ Dieser Gedanke beleuchtet mit Blitzlicht meine Hoff 
nungslosigkeit.“ 
Welchen Reflex läßt nun die politische und Gewerkschafts-, 
bewegung in der Arbeiterseele zurück? Sie lehrte ihn, sich
	        

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Die Arbeiterfrage. Verlag Ernst Reinhardt, 1912.
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