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Die Arbeiterfrage

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Bibliographic data

fullscreen: Die Arbeiterfrage

Monograph

Identifikator:
891224181
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-65049
Document type:
Monograph
Author:
Levenstein, Adolf http://d-nb.info/gnd/116961155
Title:
Die Arbeiterfrage
Place of publication:
München
Publisher:
Verlag Ernst Reinhardt
Year of publication:
1912
Scope:
1 Online-Ressource (406 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
B. Das seelische Verhältnis der Arbeiter zu ihrer berufsmäßigen Arbeit und ihren Arbeitsbedingungen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Arbeiterfrage
  • Title page
  • A. Erhebungs-Methode
  • B. Das seelische Verhältnis der Arbeiter zu ihrer berufsmäßigen Arbeit und ihren Arbeitsbedingungen
  • C. Die positive Wünsche der Arbeiter in bezug auf die Umgestaltung ihrer ökonomischen Lage
  • D. Die Beziehungen der Arbeiter zu den sozialen Gemeinschaften
  • E. Die Stellung der Arbeiter zu den außenberuflichen Kultur- und Lebensproblemen
  • F. Schluß

Full text

weil sie, indem die Kraft eines starken Mannes entbehrlich ge 
worden, sich die Kinder und Frauen dienstbar gemacht habe, 
weil sie den Arbeitstag verlängert habe, statt ihn zu kürzen, 
weil dadurch die Anstrengung schwerer statt leichter geworden sei. 
In der Tat, die Entgeistigung der Arbeit hat teilweise ein 
Maximum erreicht, die Einzelarbeit des Menschen ist vielfach 
auf eine rein mechanische Stufe herabgedrückt. Andererseits 
kann aber doch nicht ganz geleugnet werden, daß die Mechani 
sierung der berufsmäßigen Maschinenarbeit geistige Kräfte frei 
gemacht hat. Unter den Förster Webern wurde in 137 Fällen 
konstatiert, daß der Arbeiter dadurch, daß ihm die Maschine ge 
wisse Arbeiten abnimmt, geistig gewinnt. Übrigens zeigt ja auch 
die Masse der mechanisch tätigen Weber heute eine höhere In 
telligenz als die Masse der früheren Handweber, deren Tätigkeit 
doch weniger monoton und mechanisch war, als die des me 
chanischen Webers es ist. 
Ein Förster Weber schreibt: „Ich habe der Maschine gegen 
über nicht die Empfindung, als sei sie ein übergeordnetes Etwas, 
deren wohlfeilster und entbehrlichster Teil ich bin, sondern sie 
erscheint mir als ein willfähriges Werkzeug oder als mein „Brot 
pferd“, wie ich schon öfters scherzend gesagt habe. Meine Werk 
tagsarbeit macht mir auch wirklich noch Freude, weil ich sie 
nicht sklavisch tue, sondern, wie alle meine Arbeiten, mit Liebe 
und Gewissenhaftigkeit. Dadurch, daß ich täglich und stündlich 
dieselben Verrichtungen zu machen habe, werden sie zu etwas 
längst Gewohntem, das nicht einmal das ganze Interesse in An 
spruch nimmt und ermöglicht, auch an außerhalb liegende Dinge 
zu denken. Sogar Vergnügen macht mir die einförmige Arbeit 
am Webstuhl. Wenn die Webschützen fast unsichtbar hinüber 
und herüber gleiten, und auch sonst alles seinen gewohnten Gang 
geht, wenn der dumpfe Stoß und Schlag der Treiber Takt in das 
Tohuwabohu der tastenden Maschinen bringt, dann ist es rnir 
oft, als ob der rasche Takt der Maschinen sich mir mitteilt Und 
einen inneren Anschluß herstellt. In bezug auf dieses Wechsel 
verhältnis denke ich immer an das Goethewort: 
„Und nach dem Takte reget 
Und nach dem Maß beweget 
Sich alles an mir fort.“ 
45
	        

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Kameralwissenschaften Und Vergleichende Betriebswirtschaftslehre. Müller, 1927.
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