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Die Theorie der Volkswirtschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Die Theorie der Volkswirtschaft

Monograph

Identifikator:
892769734
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-76808
Document type:
Monograph
Author:
Maslov, Petr http://d-nb.info/gnd/123876184
Title:
Die Theorie der Volkswirtschaft
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Arthur Kade
Year of publication:
1912
Scope:
1 Online-Ressource (VIII, 293 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

150 
Erstes Buch. Die Begründer. 
Pflichten gerecht werden können: nämlich der Pflicht, die dem 
Geschlechtstriebe und dem Bedürfnis nach Liebe die uneingeschränkte 
Freiheit verbürgen muß, wie sie die physiologischen und psychologischen 
Gesetze des Menschen fordern; und der anderen, die vorschreibt, daß 
eine so grundwichtige Handlung, wie die der Fortpflanzung, nicht 
dem Zufall überlassen werden soll, und daß keinem Weibe eine so 
aufreibende Last, wie die der Mutterschaft, ohne ihr freiwilliges und 
vorüberlegtes Wollen auferlegt werden darf. Im Gegensatz zu der 
Lehre des Meisters erklären die Neomalthusianer die „moralische 
Enthaltsamkeit“ für durchaus unmoralisch; weil sie antiphysiologisch, 
durch christlichen Asketismus verseucht und schlimmer sei, als das 
Übel, das sie heilen soll. Denn, sagen sie, die Entziehung der Be 
friedigung des Geschlechtstriebes ist eine größere Qual, als die Ent 
ziehung der Nahrung. Weiterhin wirkt sie durch die Vorschrift eines 
obligatorischen Zölibats oder einer späten Heirat aut die Ausbreitung 
der Prostitution, der Unzuchtsverbrechen, der unnatürlichen Laster 
und der illegitimen Geburten hin. Die Neomalthusianer geben sich 
jedoch als die Schüler Malthus’ aus und behalten seinen Namen bei J ), 
weil sie ihm dafür dankbar sind, nachgewiesen zu haben, daß der 
blinde Fortpflanzungstrieb notwendigerweise eine Menschheit erzeugt, 
die der Krankheit, dem Elend, einem frühen Tode und sogar dem 
Laster verfallen ist, und daß infolgedessen das einzige Mittel, diesen 
beklagenswerten Ausgang zu verhindern, in der Regelung dieses In 
stinktes liegt. 
Die Annahme ist aber berechtigt, daß Malthus, wenn er heute 
auferstände, nicht Neomalthusianer sein würde. Am wenigsten 
würde er seinen Schülern verzeihen, den Präventivverkehr weniger 
zur Bekämpfung der Gefahren einer Überbevölkerung anzuwenden, 
als um Ausschweifungen zu begünstigen und den Geschlechtstrieb 
von Verpflichtungen zu befreien, die die Natur mit ihm so eng ver 
bunden hat. Man muß aber trotzdem zugeben, daß er ihnen durch 
die Zugeständnisse, von denen wir schon gesprochen haben, den Weg- 
geebnet hat. 
Ebensowenig scheint Malthus einen der leidigsten Punkte seiner 
Lehre gefühlt zu haben, einen Punkt, der am stärksten dazu bei 
getragen hat, sie zu diskreditieren: die Pflicht der Ehelosigkeit 
nämlich, die nicht von der der Keuschheit zu trennen ist, die Ent- 
’) Das Datum des Entstehens des Neomalthusianismus kann man auf das Buch 
des kürzlich verstorbenen (1E09) Dr. Deysdale (Elements of social Science, 
1854) zurtiokführen. Aber erst im Jahre 1877 wurde in England die Malthusian 
League gegründet. In den letzten Jahren hat die Bewegung so ziemlich überall 
— besonders aber in Frankreich, wo sie wirklich überflüssig ist — eine unerwartete 
Verbreitung gefunden.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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