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Zum Kampf um die wirtschaftliche Selbständigkeit des Klein- und Mittelbetriebes

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Bibliographic data

fullscreen: Zum Kampf um die wirtschaftliche Selbständigkeit des Klein- und Mittelbetriebes

Monograph

Identifikator:
893656046
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10254
Document type:
Monograph
Author:
Striemer, Alfred
Title:
Zum Kampf um die wirtschaftliche Selbständigkeit des Klein- und Mittelbetriebes
Place of publication:
Müchen
Publisher:
Verlag von Duncker & Humblot
Year of publication:
1914
Scope:
1 Online-Ressource (31 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Forschungs-Institute für den industriellen Mittelstand
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Zum Kampf um die wirtschaftliche Selbständigkeit des Klein- und Mittelbetriebes
  • Title page
  • Contents
  • Forschungs-Institute für den industriellen Mittelstand
  • Die Exportvereinigung im Fachgebiet
  • Gegenwarts- und Zukunftsarbeit im industriellen Grossbetrieb
  • Die Doppelstellung im Konsulatwesen
  • Die Dringlichkeitsfrage sozialer Aufgaben
  • Die Fabrikzeitung
  • Zur Jugendbewegung
  • Der Schutz der Arbeitswilligen
  • Die Unsittlichkeit im Erwerbsleben
  • Zeitgemässe Werkorganisation
  • Die konfessionelle Zerrissenheit im Mittelstand
  • Das Mittelstandsproblem
  • Schlusswort

Full text

6 
Forschungs- Institute 
für den industriellen Mittelstand 
D er wachsende Einfluss der wissenschaft 
lichen Forschungsarbeit auf die Industrie, 
der insbesondere in Deutschland einen so 
grossen Anteil an der glänzenden Entwicklung 
der Grossindustrie gehabt hat, wird sicher in 
Zukunft zu einer weiteren Ausdehnung in Bezug 
auf die Einrichtung von Forschungsinstituten 
auf breitester Grundlage führen. 
Die Arbeitsstätten für die wissenschaftliche 
Fortentwicklung liegen heute in den Laboratorien 
und Versuchsabteilungen der Orossindustrie oder 
in den staatlichen Forschungsinstituten an Uni 
versitäten und Hochschulen, bezw. in den selbst 
ständigen Versuchs- und Prüfungsinstituten des 
Staates oder Reiches. 
Die Zeit, in der jeder Einzelne Erfindungsge 
danken ausarbeiten und an Modellen und Prä 
paraten prüfen konnte, ist zum guten Teil vor 
über, da die Technik inzwischen einen so hohen 
Stand ihrer Entwicklung erreicht hat, dass weitere 
Fortschrittsarbeiten Mittel erfordern, die die Ein 
zelnen nur in Ausnahmefällen noch besitzen oder 
sich beschaffen können. Höchste wissenschaft 
liche Vorbildung und beste Versuchseinrichtungen 
sind notwendig, um das Erreichte noch weiter 
verbessern zu können. 
Dieser Zustand führt dahin, dass neben den 
wirtschaftlichen Monopolen auch die Fortschritts 
arbeit monopolisiert und nur wenigen Bevor 
zugten möglich wird, die sich den Weg zu den 
Quellen erschliessen können, wozu in erster Linie 
Beziehungen gehören. 
Es gibt allerdings Vereinigungen, wie der Verein 
deutscher Ingenieure, der für wissenschaftliche 
Forschungsarbeiten Mittel bezw. Beihilfen zur 
Verfügung stellt, doch handelt es sich hier vor 
wiegend um grundlegendeForschungsarbeiten. In 
der Industrie gibt es aber Tausende und Tausende 
von Fällen, die einer wissenschaftlichen Bear 
beitung harren, die aber zufolge der mit ihr ver 
bundenen Kosten und mangels Zeit und wissen 
schaftlicher Bearbeiter unterbleibt, die aber doch, 
wenn sie durchgeführt würde, vielen Sonderge 
bieten mächtige Entwicklung bringen könnte. 
Ein praktisches Beispiel. Seit etwa 15 Jahren 
wird in der Zerkleinerungsindustrie eine bestimmte 
Sonderkonstruktion gebaut, die durch ihre tat 
sächlichen Vorteile gegenüber den bislang bekannt 
gewesenen Maschinen sich glänzend eingeführt 
hat. Der Erfolg hat natürlich Wettbewerber ver 
anlasst, gleichfalls eine so absatzfähige Maschine 
zu bauen, indem Konstrukteure der ersten Firma 
angenommen wurden. So sind viele Tausende 
Maschinen dieser Gattung in Betrieb gekommen. 
Die Zahl der Patente, die Verbesserungen er 
streben, ist erheblich gewachsen und doch ist die 
Maschine als solche selbst für die Erbauer eine 
terra incognita geblieben. Man hat die Möglich 
keit, jederzeit mit dieser Maschine feststellen zu 
können, ob sie dieses oder jenes Material mahlt, 
ob die verlangte Beschaffenheit eines Mahlpro 
duktes erreichbar ist oder nicht und welche Grösse 
gewählt werden muss, um die erforderliche stünd 
liche Leistung zu erzielen, und damit lässt man 
es genug sein. In welchem Verhältnis aber die 
Elemente zu einander stehen, die die Mahlleistung 
ergeben, wie die Nebenerscheinungen beeinflusst 
werden, darüber haben die Erbauer keine posi 
tiven Kenntnisse. Um sie zu erlangen und die 
Vorteile aus den Feststellungen ziehen zu können, 
ist die Vornahme von streng wissenschaft 
lichen Prüfungen unerlässlich, um den Einfluss 
jeden einzelnen Faktors, der bei dem Arbeitsvor 
gang mitwirkt, genau kennen zu lernen. Die Durch 
führung solcher Prüfung erfordert aber einen mit 
derartigen Arbeiten vertrauten, wissenschaftlich 
gebildeten Ingenieur, gute Versuchsanlagen mit 
allen erforderlichen Messeinrichtungen und Zeit. 
Sie fehlen aber im mittleren Betrieb, eine Aus 
gabe von 10 — 20 000 Mk. für die Durchführung 
solcher wissenschaftlichen Arbeit ist ein Betrag, 
der im mittleren Betriebe schon eine erhebliche 
Rolle spielt und der Direktor, der laufend seine 
Dividende herauswirtschaften muss, lehnt solche 
Arbeiten ab. Nun gibt es ja wissenschaftlich ge 
schulte Ingenieure, die Privatvermögen besitzen, 
und auf eigene Kosten derartige Versuche an 
einer Technischen Hochschule oder auch bei dem 
Fabrikanten durchführen können und auf Grund 
dieser wissenschaftlichen Forschungsarbeiten die 
Ehrung eines Doktors der technischen Wissen 
schaften erlangen können. 
Wie steht es aber mit den befähigten Inge 
nieuren, die die erforderlichen Mittel, solche Ver 
suche durchzuführen, nicht selbst haben ? Ausser 
dem werden sich bei solchen Arbeiten meistens 
neue Wege erschliessen, die zu erheblichen Ver 
besserungen führen, patentfähig sind und als ver 
käufliche Schutzrechte dem Besitzer die Möglich 
keit bieten, auch für seine finanziellen Opfer ent 
sprechende Gelderträgnisse zu erhalten. 
Diese Frage hat eine hohe grundsätzliche Be 
deutung, sie ist eng verbunden mit der Frage der 
Bedeutung und des Ueberganges zum Grossbe 
trieb. Die Versuchsabteilung ist heute noch bei 
weitemnicht eine Einrichtung jedes Grossbetriebes. 
Es stehen dem Grossbetriebe aber die Mittel zur 
Verfügung, Versuchsabteilungen einzurichten und 
Versuche vorzunehmen, wenngleich es ja im 
Orossbetriebe häufig heisst, nur keine Ausgaben 
die nicht unbedingt gegenwärtig erforderlich sind. 
Im Grossbetrieb stellen sich aber andere Hem-
	        

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Zum Kampf Um Die Wirtschaftliche Selbständigkeit Des Klein- Und Mittelbetriebes. Verlag von Duncker & Humblot, 1914.
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