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Zum Kampf um die wirtschaftliche Selbständigkeit des Klein- und Mittelbetriebes

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Bibliographic data

fullscreen: Zum Kampf um die wirtschaftliche Selbständigkeit des Klein- und Mittelbetriebes

Monograph

Identifikator:
893656046
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10254
Document type:
Monograph
Author:
Striemer, Alfred
Title:
Zum Kampf um die wirtschaftliche Selbständigkeit des Klein- und Mittelbetriebes
Place of publication:
Müchen
Publisher:
Verlag von Duncker & Humblot
Year of publication:
1914
Scope:
1 Online-Ressource (31 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Schlusswort
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Zum Kampf um die wirtschaftliche Selbständigkeit des Klein- und Mittelbetriebes
  • Title page
  • Contents
  • Forschungs-Institute für den industriellen Mittelstand
  • Die Exportvereinigung im Fachgebiet
  • Gegenwarts- und Zukunftsarbeit im industriellen Grossbetrieb
  • Die Doppelstellung im Konsulatwesen
  • Die Dringlichkeitsfrage sozialer Aufgaben
  • Die Fabrikzeitung
  • Zur Jugendbewegung
  • Der Schutz der Arbeitswilligen
  • Die Unsittlichkeit im Erwerbsleben
  • Zeitgemässe Werkorganisation
  • Die konfessionelle Zerrissenheit im Mittelstand
  • Das Mittelstandsproblem
  • Schlusswort

Full text

27 
Schlusswort 
V or uns liegt ein riesiges Schlachtfeld, ein un 
entwirrbares Chaos; Reichtum, Not, Elend 
und Sorge mischen sich mit behäbiger Selbst 
zufriedenheit. Von einem Berge aus betrachten wir 
den Kampfplatz und suchen nach Neugebilden, 
nicht als W e 11 v e r b e s s e r e r, sondern als Suchende, 
um zu erkennen, ob wir nicht doch kampfgebo 
renes Neuland erblicken können, einen fruchtbaren 
Boden für den Idealismus, nach dem wir unter 
den übertrieben materialistischen Verhältnissen 
ein starkes Sehnen empfinden, den Glauben an 
ein Vorwärtskommen des Menschentums, das uns 
Stärke gibt. 
Der technische Fortschritt ist es, der vor allem 
das gemeinschaftliche Leben des Menschen von 
Grund aus geändert hat. Die Verstaatlichung 
und der Staatsbetrieb sind in erheblichem Umfang 
zur Notwendigkeit geworden. Sie werden es 
weiter werden durch die fast allgemein durchge 
drungene Erkenntnis, dass grosse Unternehmun 
gen der privaten Hand entzogen werden müssen, 
wenn das Interesse der Allgemeinheit ganz her 
vorragend mit ihnen sich verbindet. 
Die Allgemeinheit ist sich ferner darüber klar 
geworden, dass der Grossbetrieb an sich eine 
technische und wirtschaftliche Notwendigkeit im 
freien Produktionsprozess geworden ist, weil be 
stimmte grosse Erzeugnisse überhaupt nur in 
entsprechend ausgestatteten und organisierten 
Grossbetrieben herstellbar sind. 
Nur eine Frage schwebt bangend auf vielen 
Millionen Lippen: Was wird aus dem Mittel 
stand, was wird aus den wirtschaftlich Selbst 
ständigen? Werden sie zerrieben werden 
zwischen dem Qrosskapital auf der einen Seite 
und der organisierten Lohnarbeiterschaft mit ihren 
auf Selbsthilfe beruhenden Schöpfungen, den 
Konsum- und Produktionsgenossenschaften etc., 
auf der anderen Seite? Diese Frage wird bereits 
in starkem Umfange aus dem Empfinden heraus 
bejaht, weil vielfach die Hoffnung aufgegeben 
ist, dass das festeste Bollwerk für das Entstehen 
von Persönlichkeiten, für die freie Entwicklung 
selbständiger, selbstverantwortiicher Menschen, 
die die Kraft in sich fühlen, sich über das Mittel 
mass herauszuheben, sich auflöst. Diese Auf 
fassung ergibt sich vorwiegend durch das Fehlen 
eines grossen, hoffnungsstarken bürgerlichen 
Idealismus, ohne den grosse Bewegungen nicht 
entstehen und nicht vorwärts kommen können; 
und dies um so mehr, als eine ungeheuer kraft 
volle Begeisterung das Vorwärtsdringen, des vier 
ten Standes deutlich überall hörbar ankündigt. 
Wir sehen, wie Millionen Eltern, die heute dem 
wirtschaftlich selbständigen Mittelstand angehören, 
ihre Kinder einen anderen Weg führen, weil sie 
den Glauben an die Zukunft des selbständigen 
Mittelstandes verloren haben. 
So stehen wir denn vor einem der grössten 
Probleme, und die Augen von Millionen suchen 
verzweifelt jene überragende Gestalt, die den Weg 
zeigt, der den grossen Idealismus entflammt, der 
notwendig ist, wenn von dem Schlachtfeld weder 
Sieger noch Besiegte heimkehren sollen, sondern 
jene neue wirtschaftliche Gruppierung sich 
zeigen soll, die durch die veränderten Zeitver 
hältnisse erforderlich geworden ist. Hier handelt 
es sich nicht um eine nationale Erscheinung, 
sondern um eine internationale. Gleichgiltig ist 
es daher, ob dieser Bismarck auf wirtschaftspoli 
tischem Gebiet in diesem oder jenem Lande ent 
steht und den neuen Weg weist. 
Jedenfalls erscheint eine Lösung dieses grossen 
Menschheitsproblems nur dann in Aussicht, wenn 
der Führer aus dem Kreis entsteht, der die Macht 
hat, von oben herab mit starker Hand auf die 
führenden Gesellschaftskreise einen Druck auszu 
üben, die Ueberspannung der geltenden wirt 
schaftlichen Prinzipien aufzulösen, welche die 
Ursache bildet für die Zerstörung derjenigen 
selbständigen Wirtschaftsbetriebe, die auch unter 
neuzeitlichen Verhältnissen technisch und wirt 
schaftlich lebensberechtigt sind. 
Solange aber nur diejenigen allein oder vor 
wiegend die Anerkennung des Staates und der 
führenden gesellschaftlichen Kreise finden 
und gewinnen können, die es fertig gebracht 
haben, grosse Vermögen in ihren Händen zu 
konzentrieren, besteht eben eine Prämie auf die 
rohe Vernichtung wirtschaftlich selbständiger Exi 
stenzen durch und um das rohe Machtmittel 
«Geld". Es handelt sich hier also um ein grosses 
ethisches Prinzip, um eine grundlegende Ver 
änderung der Auffassung über die Wert 
schätzung menschlicher Arbeitsleistung und die 
Gebundenheit am Vermögen. 
Und solange nicht jener entscheidende Wandel 
eintritt, der darin zum Ausdruck kommt, dass 
nicht jede egoistische Einzelleistung Anerken 
nung findet, sondern die Betätigung des Ein 
zelnen, der erfolgreich bemüht war, Leistungen 
zu vollbringen, ohne die Lebensinteressen gesund 
fundierter, selbständiger Existenzen geschädigt 
oder vernichtet zu haben, ist irgend eine Besserung 
undenkbar. Wir sehen zwar, dass diese oder jene 
ethische Gesellschaft sich durch Preisausschreiben 
bemüht, anzuregen, dass Mittel und Wege gesucht 
werden, die aus dem bestehenden Chaos heraus 
führen können. Aber von dem hohen Leucht 
turm, den für ein Volk seine Regierung darstellt, 
erblicken wir keine Signale, die die Richtung 
zeigen, noch hören wir die Zurufe, die durch 
das Land erschallen: Vernichtet nicht grund 
los und aus Egoismus selbständige Exi 
stenzen, sammelt keine Riesenvermögen auf 
Kosten eurer Mitmenschen. Wer den Turm er
	        

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Das System Der Rentengüter Und Seine Anwendung in Ungarn. Puttkammer & Mühlbrecht, 1905.
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