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Zum Kampf um die wirtschaftliche Selbständigkeit des Klein- und Mittelbetriebes

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Bibliographic data

fullscreen: Zum Kampf um die wirtschaftliche Selbständigkeit des Klein- und Mittelbetriebes

Monograph

Identifikator:
893656046
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10254
Document type:
Monograph
Author:
Striemer, Alfred
Title:
Zum Kampf um die wirtschaftliche Selbständigkeit des Klein- und Mittelbetriebes
Place of publication:
Müchen
Publisher:
Verlag von Duncker & Humblot
Year of publication:
1914
Scope:
1 Online-Ressource (31 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Schlusswort
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Zum Kampf um die wirtschaftliche Selbständigkeit des Klein- und Mittelbetriebes
  • Title page
  • Contents
  • Forschungs-Institute für den industriellen Mittelstand
  • Die Exportvereinigung im Fachgebiet
  • Gegenwarts- und Zukunftsarbeit im industriellen Grossbetrieb
  • Die Doppelstellung im Konsulatwesen
  • Die Dringlichkeitsfrage sozialer Aufgaben
  • Die Fabrikzeitung
  • Zur Jugendbewegung
  • Der Schutz der Arbeitswilligen
  • Die Unsittlichkeit im Erwerbsleben
  • Zeitgemässe Werkorganisation
  • Die konfessionelle Zerrissenheit im Mittelstand
  • Das Mittelstandsproblem
  • Schlusswort

Full text

28 
steigen will, der sollte zeigen müssen, dass ei 
serne Intelligenz und seine Arbeit in den Dienst 
der Allgemeinheit gestellt hat. Was könnte den 
Menschen wohl der skrupellose und rücksichts 
lose Gelderwerb nützen, wenn sie dadurch die 
Anerkennung und Wertschätzung ihrer Mit 
menschen verlieren würden. Heute ist das 
nicht der Fall, und dass dem so ist, ist in erster 
Linie Schuld des Staates und der Regierung selbst, 
die jene auszeichnet, die in der Lage sind, 
den mit Gold gefüllten Beutel auf den Re 
gierungstisch zur Verfügung der Regierenden 
stellen zu können. 
Auf den ersten Blick erweckt sicher eine solche 
idealistische Auffassung, ein solcher Glauben an 
dieUeberwindung des menschlichen Gelderwerbs- 
wütens die grössten Zweifel; auch ist es durchaus 
verständlich und natürlich, wenn man einer 
solchen optimistischen Auffassung mit einem 
Lächeln und mit Ungläubigkeit gegenübertritt. 
Aber das Gemeinschaftsleben, auf das die Men 
schen doch einmal angewiesen sind, kommt uns 
hier zu Hilfe. Eitelkeit und Ehrgeiz laufen da 
rauf hinaus, die Anerkennung der Mitmenschen 
und der Gesellschaft, sowie Belohnungen seitens 
der Regierung zu finden. Wenn diese nun 
aber versagt würden! Wir wissen, dass es 
selbst Millionäre gibt, die wegen dieser oder jener 
Verfehlungen ihrem Vaterland den Rücken haben 
kehren müssen, weil man ihnen die gesell 
schaftliche Anerkennung versagte. Ge 
wiss, wer Geld hat, und wenn er ein Wucherer 
ist, wird immer Gesellschaft finden, weil sie von 
ihmVorteile haben kann. Geldbedürftige Freunde 
gibt es genug, und umfassende gesellschaftliche, 
ethische Organisationen fehlen. 
Die Anklage, die zu stellen ist, richtet sich also 
gegen die Auffassung des Staates, die er in der 
Auszeichnung der einzelnen Staatsbürger bislang 
zur Geltung bringt. Würden wir einen Mangel 
an Intelligenzen zu verzeichnen haben, so wäre 
allerdings wenig Hoffnung vorhanden, mit diesem 
überaus schwierigen Problem fertig zu werden. 
Das ist ja aber nicht der Fall, wir haben heute 
Männer in den Führern unseres Wirtschaftslebens, 
die gewöhnt sind, die schwierigsten Probleme 
des praktischen Erwerbslebens zu bewältigen. 
Nur geschieht das bislang vorwiegend und fast 
ausschliesslich in persönlichen und ego 
istischen Interessen, da der ethische und 
moralische Zwang fehlt, sich in den Dienst der All 
gemeinheit stellen zu müssen, und die einzelnen 
Handlungen wirtschaftlicher Natur unter den 
Gesichtspunkten anzugreifen und zu behandeln, 
welchen Nutzen oder Schaden sie für die Ge 
samtheit, sie für die eigene Nation haben können. 
Und diese Erscheinung des Höhersteilens des 
eigenen Ichs über die grossen nationalen Inter 
essen, deren Bedeutung in dem Grade steigt als 
die Persönlichkeiten in ihrem Einfluss und ihrer 
Macht sich von Stufe zu Stufe höher rangieren, 
bildet ja auf wirtschaftlichem und politischem 
Gebiet eine ständige Klage. Aber was ge 
schieht, um dem abzuhelfen, welche Massnahmen 
trifft die Regierung, um hier Wandel zu schaffen? 
Nicht das Allergeringste ist erkennbar, im Gegen 
teil, man belohnt und fördert diejenigen, die nur 
ihren eigenen egoistischen Zielen zustreben. 
Stelle die Regierung jenen führenden Bank 
männern, Finanz- und Organisationstalenten für 
Mittelstandsleistungen Auszeichnungen und 
Denkmäler in Aussicht, sie werden kommen! 
Ein Dernburg hat seinen Posten als Bankleiter 
aufgegeben, um sich in den Dienst des nationalen 
Kolonialwerkes zu stellen. Es werden genügend 
andere kommen, um in den Dienst des Mittel 
standes zu treten, wenn sie nationale Ehrungen 
dafür erhalten können. 
Sicher würden die sozialistischen Konsumver 
eine eine ganz andere Bedeutung noch erlangt 
haben, wenn an Stelle einfacher Arbeiter, talen 
tierte und erfahrene Grosskauf leute in den Führer 
stellen sich befänden. Warum aber fehlen 
sie? Weil sie den gesellschaftlichen Boykott zu 
fürchten hätten und Männer, die diesen Boykott 
nicht fürchten, nicht da sind. Das zeigt am 
besten die ungeheure Kraft eines ethischen 
Zwangsmittels! 
Aus diesem grossen Problem ist eine erheb 
liche Anzahl von Einzelaufgaben, die ihre 
besondere Behandlung erwarten, deutlich erkenn 
bar. Und in der vorliegenden Schrift sind 
einige dieser Teilprobleme untersucht worden, 
die sich vor allem dem Aufdrängen, der selbst 
im praktischen Erwerbsleben steht und mit den 
Erscheinungen sich abzufinden und zu kämpfen 
hat, die hier von Einfluss und von ausschlag 
gebender Bedeutung sind. Wenn wir aber das 
Ganze überschauen, so zeigt sich, dass vor uns 
ein Problem liegt, an dem Millionen, ja das 
ganze Volk, in allerhöchstem Masse interessiert 
sind. Es handelt sich aber nicht einmal um eine 
nationale Frage, es handelt sich um ein inter 
nationales Problem, das für alle Völker, die sich 
auf der Kulturstufe des modernen Industriestaates 
befinden, zur Lösung drängt. 
Und wenn wir die Tatsache beobachten, in wie 
hohem Masse das proletarische Problem geeignet 
war, bei den Trägern dieses Problems einen 
gewaltigen und wunderbaren Idealismus auszu 
lösen, der uns erst zur Erkenntnis gebracht hat, 
was eigentlich das Erwachen des Menschheits 
bewusstseins bedeutet, so können wir anderer 
seits feststellen, dass der Boden wohl da ist, 
auf dem sich ein ebenso bedeutender Idealismus 
entwickeln kann, wenn es gelänge, das bürger 
liche Problem, dasProblemderErhallungderwirt- 
schaftlichen Selbständigkeit, in Angriff zu nehmen. 
In diesem Buch befindet sich ein besonderes 
Kapitel: „Die Dringlichkeit sozialer Aufgaben" 
in dem gezeigt wird, wie die Not es ist, die die 
treibende Kraft war und ist für die proletarische
	        

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Zum Kampf Um Die Wirtschaftliche Selbständigkeit Des Klein- Und Mittelbetriebes. Verlag von Duncker & Humblot, 1914.
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