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Sozialismus und Regierung

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Bibliographic data

fullscreen: Sozialismus und Regierung

Monograph

Identifikator:
895241919
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-18464
Document type:
Monograph
Author:
MacDonald, J. Ramsay http://d-nb.info/gnd/118729896
Title:
Sozialismus und Regierung
Place of publication:
Jena
Publisher:
Eugen Diederichs
Year of publication:
1912
Scope:
1 Online-Ressource (XXIV, 186 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
III. Die politische Organisation des Staates
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Sozialismus und Regierung
  • Title page
  • I. Der Staat
  • II. Das Wahlrecht
  • III. Die politische Organisation des Staates
  • IV. Die Partei und das Parlament
  • V. Die Demokratie und das Imperium
  • VI. Der sozialistische Staat
  • Contents

Full text

Wahldebatten sein. Das Volk muß bei Wahlen nicht nur für einen Ver 
treter, sondern für eine politische Gruppierung stimmen. Es ist ebenso 
wesentlich, daß sich die Wähler für einen Bewerber entscheiden, von 
dem man weiß, er werde mit einer bekannten Gruppe arbeiten, als daß 
sie einem Kandidaten die Stimme geben, der bestimmte Reformen ver 
sprochen hat. Das demokratische Erküren ist nicht allein eine Per 
sonenfrage, sondern nicht minder eine Gruppenangelegenheit. Demo 
kratie bedeutet, daß man nicht nur einen Vertreter, sondern eine Re 
gierung zu wählen hat. 
Man möge mir gestatten, daß ich meine Behauptung erhärte, indem 
ich das Schicksal der Temperenzlerstimmen unter der Verhältniswahl 
durch alle seine Stadien verfolge. Die wahlfähigen Temperenzler wür 
den in den großen, für die Zwecke der Proportionalvertretung geschaf 
fenen Wahlkreisen ziemlich geschlossen für den Kandidaten der Mäßig 
keitsbewegung ins Feuer rücken, und mehrere dieser Bewerber würden 
auch gewählt werden. Diese Abgeordneten hätten im Parlament irgend 
einer Regierung ihre Unterstützung zu geben. Sie hätten Abmachun 
gen zu treffen, doch würden die Notwendigkeiten der Sache nicht er 
lauben, das Übereinkommen so zu stipulieren, daß die Temperenzler 
der Regierung nur dann zu folgen hätten, wenn sie sich mit den Bestre 
bungen der Mäßigkeitsvereinler befasse. Vielmehr hätte das Abkom 
men so zu lauten, daß, wenn die Regierung während ihrer Amtsdauer 
Gesetzentwürfe hinsichtlich des Temperenzlertums einbrächte, die 
Temperenzler ihr auch in allen ihren übrigen Unternehmungen zur 
Seite zu stehen hätten. Eine Regierung muß die allgemeine Unter 
stützung der mit ihr alliiertenGruppen haben .Nun wollen wir annehmen, 
das Wahrscheinlichste träfe ein: die Temperenzlerabgeordneten ver 
ständigten sich mit einer liberalen Kombination. Auf einen einzigen 
Programmpunkt hin wären sie gewählt worden, aber sie haben als V er 
deter nicht allein allgemeine Befugnisse, über alles und jedes Gesetz 
zu beschließen, sondern sie sind hierzu auch verpflichtet. In Fragen der 
allgemeinen Politik würde jedoch ein Teil ihrer Anhänger nicht für sie 
gestimmt haben. Sie wären durch eine Kombination gewählt worden, die 
nicht existierte, mit Ausnahme des einen Punktes, auf den hin sie allein 
deputiert worden wären. Über alle anderen Fragen sind sie Autokraten 
nnd haben keine Vollmacht, im Namen ihrer Wähler zu sprechen. 
Unter dem heutigen Systeme würden diese Wähler ihre Stimmen auf 
89
	        

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Sozialismus Und Regierung. Eugen Diederichs, 1912.
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