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Sozialismus und Regierung

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Bibliographic data

fullscreen: Sozialismus und Regierung

Monograph

Identifikator:
895241919
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-18464
Document type:
Monograph
Author:
MacDonald, J. Ramsay http://d-nb.info/gnd/118729896
Title:
Sozialismus und Regierung
Place of publication:
Jena
Publisher:
Eugen Diederichs
Year of publication:
1912
Scope:
1 Online-Ressource (XXIV, 186 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
IV. Die Partei und das Parlament
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Sozialismus und Regierung
  • Title page
  • I. Der Staat
  • II. Das Wahlrecht
  • III. Die politische Organisation des Staates
  • IV. Die Partei und das Parlament
  • V. Die Demokratie und das Imperium
  • VI. Der sozialistische Staat
  • Contents

Full text

100 
mit dem sie in die Tageskämpfe eingreifen will. Der Sozialist spricht 
jedem das Recht ab, sich so zu nennen, es sei denn, er glaube an die 
Wahrheit gewisser Lehren und daß bestimmte Dinge geschehen müssen. 
Doch wie machtvoll auch der Gedanke bei der Gestaltung der Schick 
sale wirken möge, er muß sich erst in der Praxis bewähren, auf ver 
wilderten Wegen müssen seine idealen Ausprägungen erreicht werden. 
Die Entfernung zwischen dem „Sein“ und dem „Soll sein“ muß durch 
messen werden. Die Tagesereignisse sind politische Geschehnisse, die 
Geschichte des Tages ist die Geschichte der politischen Parteien. Un 
widerstehlich drängt sich deshalb die Schlußfolgerung auf, daß die Sozia 
listen, die im politischenLeben stehen, sich nicht dieSchaffung einer dog 
matisch sozialistischen Partei zum Zwecke setzen sollten, sondern einer 
Partei, die dem Sozialismus entgegenschreitet. Die sozialistischen Vor 
aussetzungen gleichen dem Lichte und der Luft, sie werden zu den 
Lebensbedingungen des Volkes, das ebensowenig imstande ist, über 
sie zu theoretisieren und dogmatisieren, sie zu erklären und ihre wissen 
schaftlichen Formeln herunterzuplappern, als es fliegen kann. Der Ruf 
nach einer dogmatisch sozialistischen Partei schallt noch aus der revolu 
tionären Periode herüber, oder er ist eine Nachahmung von Methoden, 
die Ländern angemessen sind, wo die parlamentarische Regierungsform 
nur dem Scheine nach existiert. Bei uns ist eine Partei vonnöten, die den 
sozialistischen Gesichtspunkt akzeptiert und der bei der Behandlung 
des Industrieproblems der Gesellschaft die sozialistischen Postulate 
als regulative Idee vorschweben. Wenn meine Vorstellung über die 
Art und Weise, wie die Parteien die Ideen repräsentieren und sie natur 
gemäß zurVollendung und Reife bringen, richtig ist, so muß der Sozialis 
mus durch eine sozialisierende politischePartei und nicht durch eine dog 
matisch sozialistische herbeigeführt werden. So seltsam es auch klingen 
mag, das Kommen des Sozialismus wird durch eine sozialistische Par 
tei, die vermeint, sie wäre einer sozialisierenden überlegen, verzögert 
werden, weil ihre Methoden denen entgegengesetzt sind, nach welchen 
sich die Gesellschaft entwickelt. Außerdem spotten die Formen gesell 
schaftlicher Dynamik in allem, was das soziale Wachstum betrifft, den 
dogmatischen Wünschen und Schöpfungen der Menschen. Jene So 
zialisten, die sich einbilden, daß einer dogmatisch sozialistischen Partei 
besondere Tugenden anhaften, lehnen es nicht allein ab, sich zur Er 
reichung ihrer Ziele der vorhandenen Mittel zu bedienen, sondern sie
	        

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Sozialismus Und Regierung. Eugen Diederichs, 1912.
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