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Sozialismus und Regierung

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Bibliographic data

fullscreen: Sozialismus und Regierung

Monograph

Identifikator:
895241919
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-18464
Document type:
Monograph
Author:
MacDonald, J. Ramsay http://d-nb.info/gnd/118729896
Title:
Sozialismus und Regierung
Place of publication:
Jena
Publisher:
Eugen Diederichs
Year of publication:
1912
Scope:
1 Online-Ressource (XXIV, 186 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
IV. Die Partei und das Parlament
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Sozialismus und Regierung
  • Title page
  • I. Der Staat
  • II. Das Wahlrecht
  • III. Die politische Organisation des Staates
  • IV. Die Partei und das Parlament
  • V. Die Demokratie und das Imperium
  • VI. Der sozialistische Staat
  • Contents

Full text

118 
gunst ein. Die Folgen brauchen nicht einzeln aufgeführt zu werden, sie 
sind ekelhaft. 
Auch hat die Monarchie keinen günstigen Einfluß auf das allgemeine 
politische Verständnis und die Haltung des Volkes, soweit diese durch 
jene politische Intelligenz berührt wird. Bagehot sagte, eine Monarchie 
sei eine „verständliche Regierung", womit er meinte, daß sie nicht 
schwer zu begreifen wäre. Ich würde mich anders ausdrücken. Die 
Monarchie ist eine Regierung, die die politische Einsicht beeinträchtigt, 
indem sie die Staatsbürger leicht glauben macht, daß sie die Regierung 
verständen, obgleich es wirklich nicht der Fall ist. Sie wendet sich, wie 
Bagehot selbst zugibt, an die „Schwäche unserer Einbildungskraft" 
und stachelt uns nicht an, diese Schwachheit zu überwinden. Eine 
Monarchie wirkt der Ausbildung eines hohen Typus demokratischer 
Einsicht und Betätigung entgegen. Obgleich wir den Vereinigten 
Staaten von Nordamerika politisch und konstitutionell in vielen Punk 
ten überlegen sind und wenngleich plutokratische und ausbeutende 
Einflüsse diese Staaten hart bedrängt haben, wovon wir verschont 
geblieben sind, so konstatiert der aufmerksame Beobachter der ameri 
kanischen Politik trotz alledem, wie die klaren Gewässer republikani 
scher Einsicht und Intelligenz durch ihre schlammigen Ströme fließen; 
der Stolz des Bürgers, der sich selbst Bürger eines Staates und nicht 
Untertan eines Monarchen nennt, tritt ihm entgegen 1 . 
Es ist eine weitverbreitete Meinung, daß der Monarch eine der Haupt 
klammern des Reiches sei; er sei die Persönlichkeit, die die Einheit, die 
Geschichte und den Glanz des Imperiums verkörpere. Dieser Einfluß 
wird bedeutend überschätzt. In dem Grade wie die sich selbstregierenden 
Staaten sich zu vollständigen Nationalitäten entwickeln, verringert sich 
die Macht der Krone. Die Motive, die das Reich aufrechterhalten, ver 
lieren immer mehr an persönlichem Inhalt; sie werden das Gefühl einer 
gemeinsamen Rasse, die aus einer gemeinsamen Geschichte geschöpfte 
Genugtuung und Freude und der Wunsch, mit einem Mutterlande, das 
eine so große Rolle in der Welt spielt, in Verbindung zu bleiben. Die de 
mokratischen Gesinnungen werden allmählich viel mehr das einigende 
Band des Reiches, als die persönliche Treue und Anhänglichkeit. 
Sollte sich Australien aus nationalistischen Gründen zur Trennung 
1 Der Unterschied der Frage, die man in New York an Reisende richtet, hat mich 
immer frappiert. „Sind Sie britischer Untertan?“ — „Sind Sie amerikanischer 
Bürger?"
	        

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Sozialismus Und Regierung. Eugen Diederichs, 1912.
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