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Sozialismus und Regierung

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Bibliographic data

fullscreen: Sozialismus und Regierung

Monograph

Identifikator:
895241919
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-18464
Document type:
Monograph
Author:
MacDonald, J. Ramsay http://d-nb.info/gnd/118729896
Title:
Sozialismus und Regierung
Place of publication:
Jena
Publisher:
Eugen Diederichs
Year of publication:
1912
Scope:
1 Online-Ressource (XXIV, 186 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
IV. Die Partei und das Parlament
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Sozialismus und Regierung
  • Title page
  • I. Der Staat
  • II. Das Wahlrecht
  • III. Die politische Organisation des Staates
  • IV. Die Partei und das Parlament
  • V. Die Demokratie und das Imperium
  • VI. Der sozialistische Staat
  • Contents

Full text

ihnen gehören nur zwei in den Rahmen dieser Studie, erstens jene, die 
dem Hause der Gemeinen eine hemmende Schranke setzt und zweitens 
die Tätigkeit einer legislativen Revisionskammer. 
Die Theorie der verfassungsmäßigen Hemmungen war ein hervor 
stechender Zug in den politischen Spekulationen des Liberalismus. 
Zuerst wünschten die Whigs von der Aristokratie, daß sie den vul 
gären Ausschreitungen Einhalt gebieten sollte, die sie bis 1870 von den 
Mittelklassen befürchteten, als sich das Haus der Gemeinen von der 
Vormundschaft des Herrenhauses befreite. Dann wünschten die Libe 
ralen ganz einfach, den Radikalismus eines Unterhauses zu zähmen, 
das zu sehr unter die Herrschaft der Demokratie geriet. Endlich ver 
langen die allgemeinen konservativen Instinkte des Landes unserer 
Tage nach der Gewißheit, daß eine nochmalige Untersuchung vor ei 
nem Geschworenengericht eröffnet werde, das für sie eingenommen ist 
und von dem deshalb erwartet werden kann, daß es ihnen mehr als 
Recht zuspräche. 
In der Praxis ist diese Theorie am bewußtesten in der Verfassung der 
Vereinigten Staaten verkörpert worden, von der Herr Bryce schreibt: 
„Die gewöhnlichen Funktionen und Geschäftsangelegenheiten der Re 
gierungen, wie: Gesetzgebung, Steuererhebung, Auslegung und Aus 
führung der Gesetze, Rechtspflege und die Leitung der auswärtigen 
Angelegenheiten, sind an eine Reihe von Organen und Personen verteilt, 
deren Befugnisse so peinlich in Gleichgewicht gesetzt sind und sich an so 
vielen Punkten berühren, daß eine stetige Gefahr von Konflikten, ja 
selbst vollständiger Stockung besteht.“ Daß die Absicht der Männer, 
die diesen Mechanismus der Hemmungsmittel konstruiert haben, trotz 
ihres amerikanischen Ursprunges einen konservativen Zweck verfolgte, 
erklärt Bryce so: „Jene, die diese hemmenden und ausgleichenden 
Einrichtungen erfunden haben, waren weniger auf die Entwicklung 
einer öffentlichen Meinung bedacht, als daß sie ihr widerstehen und 
Wellenbrecher gegen sie errichten wollten“ 1 . Der Philadelphia-Con 
vent von 1787 fürchtete „die demokratische Hast und Unbestän 
digkeit“ ! Alles andere, nur keine günstigen Erfolge sind hiermit in 
Amerika erreicht worden. „Man hat die Sphäre der Exekutivgewalt 
so eingeengt, daß sie die Nation oder selbst ihre eigene Partei im 
Lande nicht führen kann. Man hat nach Unabhängigkeit der Kon- 
1 Siehe Bryce: American Commonwealth, III., pp. 28—29. 
122
	        

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Die Textilindustrie Sämtlicher Staaten. Druck und Verlag von Fried. Vieweg & Sohn, 1917.
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