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Sozialismus und Regierung

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Bibliographic data

fullscreen: Sozialismus und Regierung

Monograph

Identifikator:
895241919
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-18464
Document type:
Monograph
Author:
MacDonald, J. Ramsay http://d-nb.info/gnd/118729896
Title:
Sozialismus und Regierung
Place of publication:
Jena
Publisher:
Eugen Diederichs
Year of publication:
1912
Scope:
1 Online-Ressource (XXIV, 186 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
V. Die Demokratie und das Imperium
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Sozialismus und Regierung
  • Title page
  • I. Der Staat
  • II. Das Wahlrecht
  • III. Die politische Organisation des Staates
  • IV. Die Partei und das Parlament
  • V. Die Demokratie und das Imperium
  • VI. Der sozialistische Staat
  • Contents

Full text

142 
Abstoßung, die in Aktion treten, wenn beide Rassen beisammen leben 
und sich die Bedingungen der sozialen Gleichheit zu verwirklichen be 
ginnen. Die Abneigung ist mehr oder weniger latent, wenn der Ein 
geborene seine Knechtschaft geduldig erträgt. Sie erwacht aber, wenn 
er bürgerliche und wirtschaftliche Vorteile erwirbt, die, wären keine 
Schranken vorhanden, ihm einen Anspruch auf soziale Anerkennung 
gäben oder wenn er politische Forderungen erhebt. Bis zu einem gewissen 
Grade mag das Reizmittel, das die Antipathie hervorruft, ein ökono 
misches sein, aber das Gefühl selbst ist viel tiefer gebettet als jener 
Gegensatz, und seine Erklärung liegt wahrscheinlich, zusammen mit dem 
eigentlichen Sinn der Vererbung, in den bis heute noch unerforschten 
Gebieten des Menschengeistes verborgen. Hauptsächlich wegen dieser 
Antipathie ist es eitel und trügerisch zu hoffen, daß überall da, wo die 
Eingeborenen numerisch überlegen sind, aber wo die Weißen ihre ei 
gene Regierung errichtet haben und nicht länger die Gäste der einge 
borenen Rassen sind, die regierende Mehrheit aus Eingeborenen ge 
bildet werden wird. Die Natur arbeitet nicht in dieser Weise. Hier 
über betrübt zu sein, heißt über die Schöpfung wehklagen — ein äußerst 
nutzloser Zeitvertreib. 
Ob sich der Weiße mit der Installierung seiner eigenen Regierung in 
solchen Ländern wirklich so schnell hat beeilen müssen, ist fraglich. 
Vielleicht hätte er viel besser getan, wenn er ein Gast geblieben wäre, 
wenn er die Souveränität der Eingeborenen akzeptiert und sie gelehrt 
hätte, sich den neuen Bedingungen anzupassen, indem er den einge 
borenen Herrschern die nötige moralische und politische Protektion 
gegeben hätte. Aber er wählte den leichteren und roheren Weg. Er 
übte seine Gewalt aus. Er tötete den Eingeborenen und fegte ihn bei 
seite. Als Zerstörer trat der Weiße auf, doch nicht als Vollender. Sein 
eigenes Regiment hat er errichtet. Das ist die vollendete Tatsache, 
aus der das Problem besteht. Ich bedaure es. Auf dem Wappen des 
Weißen ist es ein unanständiger Fleck. Auch kann Geschehenes nicht 
ungeschehen gemacht werden, ob es nun den Eingeborenen des Kongo 
oder den Neger in den Vereinigten Staaten betrifft. Die Frage ist 
deshalb: Was soll die Lage des Eingeborenen unter einer solchen Herr 
schaft sein? Sehr viel wird von des Eingeborenen eigenen Entwick 
lungsvorstellungen abhängen. Der Birmane kann diese, der Massai jene 
Antwort rechtfertigen. Doch folgende Grundsätze können allgemein
	        

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Sozialismus Und Regierung. Eugen Diederichs, 1912.
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