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Sozialismus und Regierung

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Bibliographic data

fullscreen: Sozialismus und Regierung

Monograph

Identifikator:
895241919
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-18464
Document type:
Monograph
Author:
MacDonald, J. Ramsay http://d-nb.info/gnd/118729896
Title:
Sozialismus und Regierung
Place of publication:
Jena
Publisher:
Eugen Diederichs
Year of publication:
1912
Scope:
1 Online-Ressource (XXIV, 186 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
V. Die Demokratie und das Imperium
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Sozialismus und Regierung
  • Title page
  • I. Der Staat
  • II. Das Wahlrecht
  • III. Die politische Organisation des Staates
  • IV. Die Partei und das Parlament
  • V. Die Demokratie und das Imperium
  • VI. Der sozialistische Staat
  • Contents

Full text

150 
füllt, bezweifle ich auch hier wiederum, ob wir vor einem unpartei 
ischen Richter unsere Behauptung beweisen können, daß der Zusam 
menprall der beiden Zivilisationen auf dem vom Imperialismus ge 
wählten Wege der weniger widerstandsfähigeren vorteilhaft gewesen 
sei. Daß wir die Eingeborenen vielleicht besser regiert haben als an 
dere Nationen, können wir, denke ich, beweisen. Doch das genügt nicht. 
Welches Schicksal haben wir den Rothäuten bereitet? Was geschieht 
mit den unter unserer Herrschaft sich befindlichen Völkern der Inseln 
des Stillen Ozeans, wie der Fidschi-Inseln? Wo sind die Völker, die vor 
uns Australien bewohnten? Was haben wir mit den Eingeborenen in 
Südafrika gemacht? Was haben wir über Indien verhängt? Auf unsere 
Lippen drängt sich sofort die Antwort: „Wir haben ihnen Frieden ge 
bracht, wir haben ihnen Frieden gebracht.“ Doch dies ist nur Heuche 
lei. Haben wir ihnen den Fortschritt gebracht? Haben wir sie auf die 
Höhen geführt, oder haben wir ihnen nur befohlen, innezuhalten, ihre 
Händel einzustellen, an der Langeweile zu sterben ? Die Tatsachen 
sprechen nicht sehr zu unseren Gunsten. Das Ineinanderfließen der 
Zivilisationen ist für beide Teile schädlich gewesen. Die Regierungs 
methode im Osten und Süden, die die Weisen und Gedanken des 
Westens und Nordens nachahmte, hat es dem Osten und Süden un 
möglich gemacht, sich nach ihren eigenen Anlagen zu entwickeln. 
Gleichzeitig hat sie aber auch dem Osten bewiesen, daß er nie ein 
Westen und dem Süden, daß er nie ein Norden werden kann. Zu oft 
haben wir Wüsten geschaffen, was wir dann Frieden genannt haben. 
So wie das Zusammentreffen zweier Töne von verschiedenen Wellen 
längen Verwirrung und Stille verursacht, so erzeugt auch die Be 
rührung zweier Zivilisationen, die geistig differieren und über die ein 
anderer Genius schwebt, Störung und Lähmung 1 . 
1 Meredith Townsend begleitet seine Reflexionen über die Unfruchtbarkeit der 
englischen Erziehung in Indien mit folgenden Bemerkungen: „Für den philo 
sophischen Beobachter sind der Niedergang der Energievarietäten, die Erstarrung 
des höheren Geisteslebens, die unterbrochene Ausübung der künstlerischen Fer 
tigkeiten, von der Architektur bis zur Metallfabrikation und Töpferei, welche 
Erscheinungen unserer Herrschaft in Indien zeitlich parallel laufen, melancho 
lische Symptome. Weshalb ist die Welt noch nicht um ein indisches Talent be 
reichert worden? Einst herrschte an den Gestaden des Mittelmeeres der römi 
sche Friede, der jede Originalität tötete, so daß es eine Frage ist, ob sich die Ge 
sellschaft nicht stereotypiert und sich selbst das Christentum nicht verknöchert 
hätte, wenn der Einfall der Barbaren nicht erfolgt wäre? Auch unsere Herr 
schaft, obgleich ihre Motive und Methoden viel edler sind, kann von demselben 
Verfall begleitet werden". {Asia and Europe, p. 328).
	        

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Die Nationalökonomie in Frankreich. Verlag von Ferdinand Enke, 1910.
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