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Sozialismus und Regierung

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Bibliographic data

fullscreen: Sozialismus und Regierung

Monograph

Identifikator:
895241919
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-18464
Document type:
Monograph
Author:
MacDonald, J. Ramsay http://d-nb.info/gnd/118729896
Title:
Sozialismus und Regierung
Place of publication:
Jena
Publisher:
Eugen Diederichs
Year of publication:
1912
Scope:
1 Online-Ressource (XXIV, 186 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Sozialismus und Regierung
  • Title page
  • I. Der Staat
  • II. Das Wahlrecht
  • III. Die politische Organisation des Staates
  • IV. Die Partei und das Parlament
  • V. Die Demokratie und das Imperium
  • VI. Der sozialistische Staat
  • Contents

Full text

XIX 
legenere demokratische Erkenntnis. Das Haus der Gemeinen zu re 
formieren verdient Lob, es aber in der Vorstellung des Volkes zu degra 
dieren, selbst wenn es sich um ein schlecht zusammengesetztes Haus 
handelt, ist ein Verbrechen, für den Sozialisten ein äußerst abscheu 
liches Verbrechen. Denn da der industrielle Staat des Sozialismus 
sowohl durch den politischen Staat ins Leben gerufen als auch durch 
ihn am Leben erhalten werden muß, so sollte der Sozialist mehr als 
jeder andere Bürger den politischen Einrichtungen der Demokratie mit 
jener Achtung begegnen, die dem Volke allein die Dekrete dieser In 
stitutionen annehmbar macht. Wir ahnen kaum, wie zart das Ganze 
unseres Regierungssystems angeordnet ist. Entfernten wir von ihm 
das Vertrauen und die Ehrfurcht des Volkes, machten wir es gemein 
und besudelten es, so zerfiele es in Staub, wie ein menschlicher Körper, 
aus dem der Lebensodem entwichen ist. Und was kann an seine Stelle 
gesetzt werden ? Nichts. Dann träten alle Bedingungen ins Dasein, 
die eine Aristokratie und die Herrschaft der adeligen Klassen und der 
gut organisierten Gruppen, die an der geistigen und politischen Unter 
drückung des Volkes interessiert sind, begünstigen; Bedingungen, die 
selbst einem Despotismus, besonders wenn der Despot ein Komödiant 
ist, Vorschub leisten. Die wirtschaftlichen Wahrheiten des Sozialismus, 
sein Industrialismus und seine Soziologie, müssen die vergeblichsten 
der vergeblichen Träumereien bleiben, wenn wir beim Volke nicht die 
Geistesverfassung bewahren, die die Freiheit und den Wert der Demo 
kratie würdigen kann. Wenn „Ein Mann ist ein Mann trotz alledem“ 
rezitiert wird, ohne das Blut in Wallung zu bringen, so ist man über 
haupt kein Mann mehr. Der Einwand, daß die Demokratie die Gesell 
schaft desorganisieren müßte, wird heute kaum noch gehört. Oft möchte 
ich gern wissen, ob der Grund hierfür ist, daß sich die Besiegung der 
Demokratie durch ihre Feinde als möglich erwiesen hat und daß die 
Schwäche der Demokratie inzwischen erkannt worden ist. 
Hier ist vielleicht der geeignetste Ort, auf den einzigartigen Einfluß 
zurückzukommen, den die Irische Partei auf die Arbeiterpartei ge 
habt hat. Wäre keine Irische Partei vorhanden gewesen, so hätte 
sich die Geschichte der Politik der Arbeiterpartei total von der tat 
sächlichen unterschieden. Und doch ist es nötig, daß die Arbeiter 
partei den Abgrund versteht, der ihre Taktik von der Kampfesart der 
Irischen Partei trennt und sie nicht durch falsche Analogien, die man
	        

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Sozialismus Und Regierung. Eugen Diederichs, 1912.
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