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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
E
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Edinol 
94 
Eier 
oder Blei. Nahe am Rande wird das mit Öi ge 
mischte Schleifmittel aufgestrichen und der in 
einen Halter gefaßte Stein unter dem entsprechen 
den Winkel aufgedrückt. Der Schliff ist meistens 
facettiert wie bei den Brillanten. Für gewisse 
Steine jedoch, die einen eigentümlichen Licht 
schimmer haben, wie der Opal, oder für solche, 
die undurchsichtig sind, wie Türkis, wendet man 
den muscheligen Schnitt (en cabochon) an, bei 
•Welchem die Oberfläche des Steines nur eine 
runde Wölbung bekommt. Das Gewicht der E. 
wird nach dem internationalen Karat = 0,2055 g 
bestimmt. Neben den echten E, finden sich viel 
fache Nachahmungen im Handel, die meist 
nichts anderes sind als farbige Gläser, deren 
Basis ein Glassatz von sehr reinen Materialien, 
Quarz oder Bergkristall mit Soda oder Natron 
unter Zusatz von Borax, Mennige und Bleioxyd ist. 
Im ungefärbten Zustande bildet solches Glas den 
Straß (nach dem Erfinder, der Similidiamanten, 
dem österreichischen Journalisten Strasse r be 
nannt), das Material ( zur Darstellung künstlicher 
Brillanten. Die Färbung erzeugt man durch 
kleine Mengen von Metalloxyden, z. B. Rubine 
durch Zusatz eines Goldpräparates oder von 
Kupferoxydul. Kupferoxyd gibt grüne oder blaue 
Flüsse, Chromoxyd färbt grün, Kobalt blau, Uran 
gelb, Nickel rötlichbraün, Manganerz, Eisenoxyd, 
Chlorsilber liefern andere Färbungen. Das beste 
Mittel zur Erkennung der Kunstprodukte beruht 
auf ihrer geringen Härte, welche oft schon mit 
Hilfe einer guten Feile nachgewiesen werden 
kann. Die E. haben fast alle einen Härtegrad 
über 6, Diamanten einen solchen von 10, Korund 
(Saphir und Rubin) 9, Topas 8, Quarz 7, Feld 
spat 6. Bei vielen E. dient die Doppelbrechung 
als Erkennungsmittel, und bei anderen, welche 
je nach der Lage eine verschiedene Farbe zeigen 
(Dichroismus), benutzt man die dichroskopi- 
sche Lupe zur Feststellung der Echtheit. Ein 
weiteres Merkmal bietet die Ermittlung des spez. 
Gewichts, die entweder mit Hilfe des Pykno 
meters oder der aräometrischen Wage ausgeführt 
wird. Sog. Doubletten, welche nur im oberen 
Teile aus E. bestehen, während der untere, aus 
Glas oder Bergkristall bestehende, angekittet 
ist, erkennt man durch längeres Einlegen in 
heißes Wasser, worauf der Kitt erweicht und die 
beiden Hälften auseinanderfallen. — Die zahl 
reichen Versuche, echte Edelsteine auf chemi 
schem Wege herzustellen, haben in neuerer Zeit 
beim Saphyr, Smaragd und Rubin (Rubis re- 
constituö) zu schönen Erfolgen geführt. Hin 
gegen hat man künstliche Diamanten nur in 
mikroskopisch kleinen Splittern erhalten. 
Edinol, Handelsname für das als photographi 
scher Entwickler benutzte Amidosaligenin (Amido- 
oxybenzylalkohol). 
Ehrenpreis (Grundheil, lat. Herba veronicae, 
frz. Veronique, engl. Veronica), eine in trockenen 
Wäldern und auf Wiesen vorkommende aus 
dauernde Pflanze, Veronica officinalis, aus 
der Familie der Rachenblütlergewächse, mit 
zottigen, kriechenden, mit den Spitzen fast fuß 
hoch aufsteigenden Stengeln, kurz gestielten, 
entgegengesetz.en Blättern und kleinem hellblauen 
Blüten in vielblütigen. Ähren. Das bitterlich herb 
und etwas balsamisch schmeckende Kraut wird 
im Sommer mit den Blüten gesammelt. Aufgüsse 
davon werden innerlich als Brusttee gebraucht, 
das frische Kraut dient zur Bereitung von Kräuter 
säften. 
Eibenbaumblätter (Taxusblätter, lat. Folia 
taxi baccati, frz. Feuilles d'if, engl. Yew leaves), 
die getrockneten Blätter oder einjährigen Zweig 
spitzen (Summitates) des Eibenbaums oder 
Taxus (T. baccata), eines in Gärten und Parks- 
oft vorkommenden Baumes, finden beschränkte 
offizineile Verwendung zu Bädern und Umschlä 
gen. Sie sind giftig und enthalten einen bitteren 
basischen Stoff, das Taxin. Das harte, rote, sehr 
dichte und politurfähige Holz wird von Tischlern 
und Drechslern benutzt. 
Eicheln (lat. Glandes quercus, frz.Glands, engl. 
Acorns), die ausgehülsten, getrockneten Früchte 
unserer Eichen, enthalten reichliche Mengen 
Stärke, die beim Rösten zum Teil in Dextrin 
verwandelt wird, ferner Gerbstoff, bittere Sub 
stanzen, Zucker, stickstoffreine Extraktstoffe und 
etwas fettes Öl, wozu noch die beim Rösten ent 
standenen brenzlichen Stoffe hinzukommen. Sie 
bilden sowohl roh, als auch schwach geröstet, 
ganz und gepulvert, einen Handelsartikel zur 
Fiersteilung des sog. Eichelkaffees (lat. Glan 
des quercus tostae pulveratae, frz. Caf£ de gland, 
engl. Roasted acorn seed), der als Kaffee-Ersatz, 
bei schwächlichen skrofulösen Kindern, nament 
lich wenn sie an Diarrhöen leiden, auch als Nah 
rungsmittel benutzt wird. Ein Gemisch von 
Eichelmehl mit Kakao kommt als Eichelkakao 
in den Handel. 
Eichenholz (frz. Bois de chtine, engl. Wood of 
oak), unter den einheimischen Hölzern das wich 
tigste Nutzholz, stammt von zwei Arten von 
Eichen, der Steineiche oder Wintereiche 
(Quercus sessiliflora) mit fast stiellosen, sit 
zenden Früchten, und der Stieleiche oder Som 
mereiche (Quercus pedunculata) mit lang 
gestielten Eicheln. Die erstere liebt die Berge, 
während die zweite gewöhnlich in feuchten Fluß 
niederungen vorkommt. Das Holz beider Arten 
ist sehr hart und zähe, schwer, von hellgelblich 
brauner Farbe, leicht kenntlich an seinen gro 
ßen Poren und Spiegeln und sehr widerstands 
fähig gegen Nässe und Fäulnis. Die Verwendung 
des E. als Möbel- und Bauholz, namentlich für 
Wasserbauten, zum Schiffsbau und zu Fässern 
für Spiritus, Wein und Bier ist bekannt. Es 
wird auch in großen Mengen aus Ungarn und 
Serbien eingeführt. 
Eichenmistel (lat. Viscum quercinum, frz. Gui, 
engl. Misletoe) ist eine Schmarotzerpflanze, die 
auf verschiedenen Laub- und Nadelhölzern wu 
chert. Die Äste und lederartigen gelbgrünen 
Blätter werden in der Volksmedizin, die Beeren 
zur Herstellung von Vogel- und Fliegenleim be 
nutzt. 
Eichenrinde (lat. Cortex quercus, frz. Ecorce 
de diene, engl. Oak bark) wird für medizinische 
Zwecke von jungen Zweigen und Stämmchen 
genommen und als zusammenziehendes Mittel 
in Pulverform und Abkochung innerlich und 
äußerlich zu Bädern bei Menschen und Vieh 
angewandt. Als gerbendes Mittel ist sie unter 
dem Worte Lohe besprochen. 
Eier (lat. Ova, frz. Oeufs, engl. Eggs). Als 
Handelsartikel kommen Eier verschiedener Tiere 
in Betracht. Von den E. der Vögel spielen die
	        

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Urzeit Und Mittelalter. Heyfelder, 1904.
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