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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
E
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Eisenzucker 
106 
Elemiharz 
wo Schwefeleisen der Verwitterung unterlag. 
Außerdem erhält man es als Nebenprodukt bei 
der Alaunsiederei, als Rückstand bei der Dar 
stellung von Schwefelwasserstoff aus Schwefel 
eisen und Schwefelsäure, beim Abbeizen von 
Eisenblech und Eisendraht mit verdünnter Schwe 
felsäure und bei der Gewinnung von Zement 
kupfer. Die Hauptmenge wird auf Vitriolwerken 
aus Schwefeleisen (Schwefelkiesen) dargestellt, 
indem man diese nach vorgängiger Röstung oder 
auch direkt auf sog. Auslaugebühnen der Einwir 
kung der Luft unter Feuchthalten längere Zeit 
aussetzt, darauf von Zeit zu Zeit durch Über 
gießen mit Wasser auslaugt, die Lösungen ein 
dampft und noch heiß in die Kristallisiergefäße 
bringt. Der so erhaltene rohe E. des Handels ist 
gewöhnlich mehr oder weniger verunreinigt durch 
schwefelsaures Zink, Kupfer und Mangan sowie 
durch Bittersalz, Gips und schwefelsaures Eisen 
oxyd (Ferrisulfat), das bei größerer Menge 
das Nässen des Salzes verursacht, kann aber für 
manche Zwecke direkt benutzt werden. Das 
Salz bildet blaßgrünliche Kristalle (Grüner Vi 
triol) von der Formel FeSQ 4 -(- 7H 2 0, verliert 
aber an der Luft Kristallwasser und sein glasiges 
Aussehen und wird krümlich, weißlich, zum Teil 
rostfarben und durch Aufnahme von Sauerstoff 
in Wasser teilweise unlöslich, indem sich basisch 
schwefelsaures Eisenoxyd bildet. Durch völliges 
Austreiben des Kristallwassers bei mäßiger Hitze 
erhält man den weiß gebrannten Vitriol. Der 
nicht selten vorhandene Kupfergehalt des Salzes 
verrät sich beim Eintauchen von blankem Eisen 
in die wäßrige Lösung, wobei das Kupfer einen 
feinen metallischen Niederschlag auf dem Eisen 
bildet. Hiervon dürfte sich die vielfach gebräuch 
liche Bezeichnung Kupferwasser ableifen. 
Kupferreichere Salze, welche infolge absichtlicher 
Mischung oder der Herstellung aus unreinen 
Eisenlaugen so viel Kupfer enthalten, daß sie 
mehr oder weniger blau statt grün aussehen 
(Salzburger oder Admonter, Bayreuther, Gräfen- 
thaler usw. Doppelvitriol), werden mit dem Namen 
Adlervitriol bezeichnet (s. d.) und besonders in 
den Färbereien und Zeugdruckereien verbraucht. 
Auch der gewöhnliche E. findet ausgedehnte 
Anwendung zum Schwarzfärben und zur Erzeu 
gung brauner Töne und Nankingfarben. Außer 
dem dient das sehr billige Salz zur Desinfektion 
von Abortgruben, zur Herstellung von Berliner 
blau, als Lederschwärze, zur Bereitung der Indig- 
küpe der Färber, der rauchenden Schwefelsäure 
und zu manchen anderen Zwecken. — Reines; 
aus Säure und Eisen bereitetes Salz (Ferrum sul- 
furicum purum) wird in der Chemie als redu 
zierendes Mittel, in der Medizin und ferner in 
der Photographie als Entwickler gebraucht. — 
Roher E. kommt in Fässern -von einem oder 
mehreren Zentnern, teils in sog. Trauben, d. h. 
Kristalldrusen, die sich um ein Holzstäbchen an 
gesetzt haben, teils in Tafeln, die von Wänden 
und Boden der Kristallisationsgefäße abgeschla 
gen sind, in den Handel. 
Eisenzucker (lat. Ferrum oxydatum sac- 
charatum) wird dargestellt durch Fällung von 
Eisenchloridlösung mit Soda und Behandlung 
des Niederschlages mit Zucker, als ein rötliches, 
in Wasser lösliches Pulver, von süßlichem, me 
tallischem Geschmack. Es wird als eines der be 
liebtesten Eisenpräparate viel verordnet. 
Ekrasit, das als Sprengmittel benutzte Ammo- 
niumsalz des Trinitrokresols. 
Elaterium, ein pharmazeutisches Präparat aus 
der Esels- oder Springgurke (Momordica 
Elaterium), einem zu den kürbisartigen Pflan 
zen gehörigen, im südlichen Europa wachsenden, 
auch bei uns in Gärten fortkommenden einjäh 
rigen Gewächs mit 4—5 cm langen, weichstache 
ligen Gurkenfrüchten, die bei erreichter Voll 
reife vom Stiel abfallen und dabei ihren Inhalt an 
Saft und Samen umherspritzen lassen. Der Saft 
enthält reichliche Mengen einer sehr bitteren 
kristallisierbaren Substanz, Elaterin, die mit 
dem bitteren Stoff der Koloquinten identisch 
sein soll und die gleiche drastische, heftig pur 
gierende und brechenerregende Wirkung wie jene 
ausübt. Man unterscheidet weißes und schwar 
zes E. Das erstere ist der von nicht völlig reifen 
Früchten gewonnene, filtrierte und einfach an der 
Luft eingedunstete Saft, während die dunklere, 
minder heftig wirkende Sorte aus dem Safte 
reifer Früchte bereitet wird. 
Elemiharz (Ölbaumharz, lat. Resina elcmi. 
frz. Rösine ölömi, engl. Gum elemi). Unter die 
sem Namen sind verschiedene Harze von Burse- 
razeen im Handel, die sich alle darin ähneln, 
daß sie weiche und klebrige Konsistenz besitzen, 
in kaltem Alkohol teilweise, in heißem bis auf 
Unreinigkeiten löslich sind und einen dillähnlichen 
Geruch sowie gelbiichweiße bis grünlichgelbe 
Farbe besitzen. Man unterscheidet vor allem 
amerikanisches oder westindisches und orienta 
lisches oder ostindisches E. Zu den ersteren ge 
hört das Brasilianische (Rio-) E. von Pro- 
tium heptaphyIlum, eine anfangs blaßgelb- 
liehe, weiche und klebrige, dem Fichtenharz 
ähnliche Masse, die später härter und graugelb 
wird und auf dem Bruche matt, wachsartig er 
scheint; ferner das Mexikanische E. von Amy- 
ris elemifera, ein hartes graugelbes Harz, das 
an der Luft milchweiß, fast mehlig wird; West 
indisches (Yukatan-) E. von Amyris Plu- 
mieri, hellgelbe harte Stücke von bestäubter 
Oberfläche, aber glänzendem Bruch; Guyana E. 
m Icica viridiflora und Mauritius E., 
ein weiches Harz von Colophonia Mauri- 
tiana. Zu den orientalischen Sorten zählt das 
sog. Ostindische E., ein hartes, von Cana- 
rium stammendes Harz, das in Form rundlicher, 
handgroßer Kuchen, von Schilf oder Palmblättern 
umhüllt, zum Verkauf gelangt; das Benga 
lische E. von Amyris Agallocha und vor 
allem das Manila oder Philippinische E. 
Diese wichtigste Handelssorte wird durch Ein : 
ritzen der Stämme von -Canarium commune 
gewonnen und stellt eine anfangs terpentinähn 
liche, zähe Masse von gelblichweißer Farbe dar, 
die vielfach Pflanzen- und Kohlenteilchen um 
schließt und mit der Zeit fester und dunkler gelb 
lich bis braun wird. Neuerdings kommen auch 
E.-Sorten aus A,frika (Kamerun) und Neu- 
Guinea zur Einfuhr. E. enthält neben wechseln 
den Mengen (20—30%) ätherisches Öl (Elemiöl) 
etwa 30 0/0 eines kristallisierten Terpenalkohols, 
Amyrin, welcher dem Cholesterin nahe steht, 
ferner eine kristallisierbare Säure. Elemi- 
säure, Bryodin, Bitterstoffe und amorphe 
Harze (Resene). Das Bryodin zeigt die charakte 
ristische Reaktion, durch trocknes Salzsäuregas 
erst rot, dann blau und grün zu werden. E-
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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