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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
E
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Elemiöl 
107 
Emulgen 
kommt je nach der Herkunft in Form runder 
Kuchen oder gegossener Stangen oder kisten 
weise in losen Stücken zum Verkauf. Es unter 
hegt mannigfachen Verfälschungen und soll sogar 
aus parfümiertem Fichtenharz ganz ich nach 
gemacht werden. Das E. dient in der Pharmazie 
zur Bereitung von Salben und Pflastern, in der 
Hutmacherei zum Steifen und wird zur Her 
stellung von Spiritusfirnissen, die nicht ganz 
farblos zu sein brauchen, an Stelle des Terpentin 
öls verwandt, da es Glanz und Geschmeidigkeit 
gibt, ohne wie jenes Risse zu erzeugen oder den 
Firnis klebrig zu machen. 
Elemiöl (lat. Oleum elemi, frz.Essence d’dlemi, 
eng). Elemi oil), das durch Destillation zu 20 
bis 30 »/o aus dem Manila-Elemi dargestellte äthe 
rische Öl, ist farblos bis gelblich, leicht in 
Alkohol löslich und besitzt deutlichen Geruch 
nach Phellandren. Das spez. Gew. liegt bei 
0,870—0,914, die Drehung beträgt zwischen —j—35 
und —)— 53 °. Von den Einzelbestandteilen sind bis 
jetzt Phellandren, Dipenten und einige 
Polyterpene sowie ein Körper alkoholischer 
Natur und ein mit dem Namen Elemizin belegter 
Phenoläther isoliert worden. 
Elfenbein (lat. Ebur, frz. Ivoire, engl. Ivory). 
Diese seit dem frühesten Altertum geschätzte 
und zu Kunstwerken und Geräten verarbeitete 
Masse besteht aus den Stoßzähnen des afrika 
nischen und indischen Elefanten, und zwar vor 
zugsweise des männlichen Tieres, obwohl auch 
das weibliche, aber nur in Afrika, ein paar 
kleinere nutzbare Zähne ansetzt. Daneben bilden 
auch die Backenzähne einen, wennschon unter 
geordneten Handelsartikel. Das weiße E. kommt 
aus Afrika (Hauptausfuhrplatz Zanzibar;, das die 
größten, leider oft rissigen Zähne von großer 
Härte und gedrungenem Korn liefert, während 
die gekrümmten asiatischen Zähne von Sumatra, 
Siam, Kotschinchina und dem osfindischen Fest 
kinde wegen ihrer Zähigkeit geschätzt werden. 
Der Hauptmarkt in Europa war bislang London, 
doch machen nhuerdings Hamburg und Ant 
werpen (Auktionen der Kongoware) erhebliche 
Konkurrenz. Die Zähne werden nach der Größe 
sortiert und bewertet, außerdem richtet sich 
der Preis danach, ob sie schwach oder stark 
Sekrümmt, rissig, frisch oder alt sind und ob die 
Höhlung sich von der Wurzel weit in das Innere 
®(streckt. Mit zunehmendem Alter füllt sich 
die Höhlung immer mehr mit Zahnmasse an. 
völlig ausgewachsene afrikanische Zähne sind 
'S—18 dm lang und bis 50 kg schwer. Stücke 
Von 20—-24 dm Länge und 75—85 kg Gewicht 
kommen selten vor. Die asiatischen Zähne wer 
den nicht über 9—12 dm lang und 25—30 kg 
schwer. Das E. hat eine gelbliche Färbung, die 
rn 't der Zeit gesättigter wird, durch Bleichen zwar 
jufgehellt werden kann, aber meist wieder nach 
dunkelt. Infolge einer eigentümlichen maschigen 
mruktur lassen Querschnitte eine rautenförmige 
JW'chnung erkennen. In chemischer Hinsicht 
® e sfeht es wie die Knochen aus phosphorsaurem 
u nd etwas kohlensaurem Kalk neben Knorpel- 
Substanz. Es wird von Drechslern, Kammachern, 
manofOrtefabrikanten und Schnitzern zur Her- 
s tellung zahlreicher Gebrauchs- und Kunstgegen- 
®lande verarbeitet. Besonders in Nürnberg und 
■mirth, in Gaislingen bei Ulm, im bayrischen 
Hochlande, in Wien, bei Dieppe, in China und 
Japan steht die Elfenbeinschnitzerei in hoher 
Blüte. Auch die Abfälle finden mannigfache 
Verwendung. Geraspeltes E. wird von Nürn 
berg als Streusand in den Handel gebracht, fein 
gemahlenes als Füllmasse für Zelluloidwaren 
,s. d.), namentlich künstliche Billardbälle benutzt. 
— Durch Glühen unter Luftabschluß erhält man 
das Beinschwarz (lat. Ebur ustum nigrum, frz. 
Noir d’os, engl. Ivory-Black), doch ist die 
Bezeichnung gebranntes E. später auch auf 
Schwarz aus allen Knochen, Hirschhorn über 
tragen worden. — Weißes gebranntes E, das 
beim Glühen in offenen Gefäßen entsteht, dient 
zum Putzen feiner Metalle, zur Herstellung von 
Beinglas usw. ■— Als künstliches E. sind 
zahlreiche Kunsterzeugnisse in den Handel ge 
kommen, die zwar Farbe und Aussehen der 
natürlichen Masse mehr oder weniger gut tiach- 
ahmen, sonst aber wenig von deren Eigenschaften, 
am wenigsten ihre Elastizität besitzen. Meist 
bestehen sie aus Gemischen von Eiweiß, Gelatine, 
Guttapercha mit Zusatz mineralischer Substanzen. 
Das beste Ersatzmittel für E. ist das Zelluloid. 
— Von andern Tierarten liefert noch das aus 
gestorbene Mammut Zähne, welche dem E. 
völlig gleichartig sind und in, Sibirien, besonders 
auf der Insel Liakon, seit Jahrhunderten in un 
geheuren Mengen gewonnen werden. Auch die 
spannenlangen Vorder- und Eckzähnc des Nil 
pferds (Hippopotamus amphibius), welche 
noch feiner und härter als das E. sind und nicht 
gelb werden, finden an seiner Stelle vielfach An 
wendung. Da sie bis weit hinein hohl sind, kön 
nen sie zwar nur zur Herstellung kleinerer 
Gegenstände benutzt werden, liefern aber gutes 
Material für künstliche Gebisse. Walroß- 
zähne besitzen eine sehr feste und feine Struktur 
und finden als Stockgriffe Verwendung, Hin 
gegen ist der Stoßzahn des Narwals weniger 
fest und schön als E. und daher nur zu geringeren 
Drechslerarbeiten zu verwenden. 
Email nennt man die Glasur, mit welcher 
metallene Gebrauchsgegenstände, besonders aus 
Eisenblech, überzogen werden, um sis gegen die 
Einwirkung von Säuren widerstandsfähig zu 
machen und vor dem Rosten zu schützen. Zur 
Herstellung der E. dient ein Glasfluß aus Feld 
spat, Quarz, Soda und Ton, dem zur Erhöhung 
der Leichtflüssigkeit meist Borax, zur Erzie 
lung der Undurchsichtigkeit Zinnoxyd, Antimon 1 
oxyd, Arsenik oder Kalziumphosphat zugesetzt 
wird. Das früher aus Bequemlichkeit vielfach 
benutzte Bleioxyd ist neuerdings meist verlassen 
worden, weil nach dem Reichsgesetz vom 25. Juni 
1887 Eß-, Trink- und Kochgeschirre bei t/sstün- 
digem Kochen mit 4prozentigem Essig kein Blei 
abgeben dürfen. Aber auch arsen- und antimon- 
haltige Glasuren müssen vom gesundheitlichen 
Standpunkte als bedenklich bezeichnet werden. 
Emetin (lat. Emctinum, frz, Emötine, engl. 
Emetine), das wirksame, brechenerregende Al 
kaloid der Brechwurzel oder Ipecacuanh-a, 
besitzt einen schwach bitteren Geschmack, 
schmilzt bei 68° und ist in Alkohol, Äther, 
Chloroform leicht, in Wasser schwer löslich. 
Emulgen, ein zur Erzeugung haltbarer öl- 
emulsion angepriesener Schleim, besteht aus einer
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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