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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
E
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Epidermin 109 Erdwachs 
Epidermin nennt man eine Brandsalbe aus I 
Vaseline und Lanolin mit Fluorpseudokumol und 
Difluordiphenyl. Den gleichen Namen führt auch 
eine dünnflüssige Salbengrundlage aus Wasser, 
Wachs, Glyzerin und Gummiarabikum. 
Epikarin, ein ausgezeichnetes Mittel gegen 
Hautkrankheiten und Parasiten von der Zu 
sammensetzung der Oxynaphtolorthooxytoluyl- 
säure, wird von der Elberfelder Farbenfabrik 
in Form eines gelblichen, in Wasser schwer, in 
Alkohol und Äther leicht löslichen Pulvers in den 
Handel gebracht. Es hat den Vorzug, für größere 
Tiere völlig unschädlich zu sein. 
Erbsen (frz, Pois, engl. Peas), die wichtigste 
Gattung der Hülsenfrüchte, sind die reifen Sa 
rnen der Saaterbse (Pisum sativum) und 
ihrer zahlreichen Spielarten. Sie werden in 
Deutschland, Holland, Dänemark, Ungarn und 
England vielfach angebaut und bilden einen 
"wichtigen Handelsartikel. Als besondere Han 
delssorten sind die schmackhafte Ariche-E. aus 
den Mittelmeerländern und die graue E. (Pi 
sum quadratum), auch Kapuziner'-E. ge 
nannt, anzuführen. Die E., die je nach der Güte 
meist in Koch- und Futterware unterschieden 
werden, bilden das wertvollste stickstoffhaltige 
Nahrungsmittel des Pflanzenreichs. Ihr Gehalt 
an Stickstoffsubstanz schwankt zwischen 18 und 
29%, und nur der hohe Gehalt an Holzfaser 
steht der vollen Ausnutzung der Nährstoffe im 
Wege. Zur Erhöhung der Verdaulichkeit werden 
sie daher meist von der Schale befreit und als 
geschälte Erbsen oder auch als Erbsmehl in 
den Verkehr gebracht. Leider hat sich in letzter 
Zeit der Mißbrauch eingebürgert, die Erbsen zur 
Erzielung eines schöneren Aussehens mit Speck 
steinpulver zu polieren und mit Teerfarben künst 
lich zu färben. — Die unreifen Samen werden 
m getrocknetem Zustande als Astrachaner E, 
pder Russische Schoten (s. Dörrgemüse) oder 
m Büchsen eingekocht (s. Gemüsekonserven) in 
den Handel gebracht. 
Erbswurst, ein Verproviantierungsmittel für 
Heer und Marine, welches besonders in dem 
Kriege von 1870 berühmt wurde, besteht aus 
einer Mischung von Erbsenmehl, Rindsfett, Speck, 
Salz, Pfeffer und Zwiebeln, die in künstliche 
Därme aus Pergamentpapier gefüllt wird und 
beim Kochen mit Wasser sofort eine gebrauchs 
fertige Suppe liefert. 
Erde, gelbe, durch einen Gehalt von Eisen 
oxydhydrat gelb gefärbter Ton, dient als geringe 
Anstrichfarbe und wird aus Sachsen, Böhmen, 
Bayern usw. bezogen. 
Erde, grüne (Veroneser E„ Steingrün, 
Veronesergrün, Seladonit), ein Verwitte 
rungsprodukt des Augits, we'ches seine Farbe 
dem kieselsauren Eisenoxydulhydrat zu verdanken 
Sc heint, kommt roh und geschlämmt in lauch- 
and olivengrünen Stücken in den Handel und ist 
etne giftfreie Wasser-, Öl- und Kalkfarbe. Als 
beste Sorte gilt die spangrüne E. aus der Gegend 
von Verona, während die in Tirol, Böhmen, 
Sachsen usw. vorkommende gewöhnlich matter 
Von Farbe erscheint. Grüne Erde ist neuerdings 
durch die viel feurigeren Kalkgrüne ziemlich 
^drängt worden. 
. Erdmandeln nennt man eßbare Gebilde einer 
111 Südeuropa und Nordafrika wild wachsenden 
und in ziemlicher Ausdehnung im Süden, auch 
Deutschlands, angebauten Art von Riedgras, 
Cyperus esculentus. Die ausdauernde fuß 
hohe Pflanze treibt Wurzelausläufer, an deren 
Enden sich gegen 30 mehlige Knollen von 
Haselnußgröße entwickeln, die süß und nußartig 
schmecken und gekocht und gebraten wie auch 
roh gegessen werden können. Die Knollen ent 
halten neben Stärke gegen 16% eines goldgelben 
wohlschmeckenden Öls und kommen teils als 
Ölfrucht, teils geröstet und gemahlen als Erd 
mandelkaffce in den Handel, 
Erdnüsse (Erdeicheln, Erdpistazien, 
Madrasnüsse, Mandobi, Arachisnüsse, 
Aschantinüsse, lat. Nuces arachidis, frz. Noix 
de terre, engl. Earth nuts) nennt man die Samen 
kerne der zu den Hülsenfrüchtlern gehörigen 
Arachis hypogaea, die, in Brasilien oder 
Peru heimisch, in den meisten wärmeren Ländern 
und jetzt auch im südlichen Europa vielfach an 
gebaut wird. Die Pflanze entwickelt aus ihren 
gelben Blüten 21/2—3 cm lange, walzenförmige 
Schoten, die an langen Stielen hängen und die 
Eigentümlichkeit haben, in der Erde auszureifen, 
indem sich die Blütenstiele gleich nach dem 
Verblühen in die Erde senken. Die Hülse ent 
hält ein oder zwei ölreiche, bohnenartig schmek- 
kende Samenkörner, die geröstet oder sonst zu 
bereitet als Speise dienen. Die E. enthalten 
neben erheblichen Mengen (bis zu 40%) Eiweiß 
40—so°/o eines fetten Öles, des Erdnuß-, 
Arachis- oder Arachidöls (lat. Oleum ara 
chidis, frz. Huile d’arachide, engl. Earth nuts oil), 
das in ständig wachsender Menge eingeführt wird. 
Das zuerst bei kalter Pressung ablaufende Öl 
findet als Speiseöl Anwendung, die bei höherer 
Temperatur erhaltenen Mengen dienen zur Her 
stellung von Seife. Das E. wurde früher meist 
zum Verfälschen von Olivenöl benutzt, kommt 
aber neuerdings aus unseren Kolonien auch 
unter seinem eigenen Namen als „Deutsches 
Erdnußöl“ in den Handel. Es unterscheidet 
sich von den bekannteren Ölen durch seinen 
hohen Gehalt an Arachinsäure, welcher seinen 
chemischen Nachweis ermöglicht. 
Erdrauch (lat. Herba fumariae, frz. Fumeterre, 
engl. Fumitory). Dieses einjährige, graugrüne, 
zart verästelte, im frischen Zustande stark und 
widrig riechende, nach dem Trocknen geruch 
lose, aber salzig schmeckende Unkraut, Fuma- 
ria officinalis, hatte früher, im blühenden 
Zustande gesammelt, sowohl frisch als trocken, 
eine gewise pharmazeutische Bedeutung. Es ent 
hält neben einer besonderen Säure, der Fumar 
säure, das Alkaloid Fumarin und dient in fri 
schem Zustande zur Bereitung von Kräutersäften. 
Erdwachs (Ozokerit, Belmontin, lat. Gera 
mineralis, frz. Cörösine, engl. Mineral wax) nennt 
man fossile wachs- und harzartige Massen, die 
in einzelnen Klumpen in Torf- oder Braunkohlen 
lagern, stellenweise auch tiefer in der Erde auf 
Klüften in der Nähe von Steinkohlenlagern und 
in Petroleum führenden Erd- und Gesteinschich 
ten auftreten. In größerer Menge findet sich E. 
hauptsächlich in den galizischen Petroleumdistrik 
ten am Nordabhange der Karpathen, in Rumä 
nien, bei Baku am Kaspischen Meere und in 
Nordamerika. In Galizien, wo der Stoff eine 
wichtige Handelsware bildet, kommt er in zent-
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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