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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
E
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Essigäther 
111 
Essigsäure 
kohol in Essigsäure übergegangen ist. Mit zehn 
Bildnern können täglich etwa 7501 Essig erzeugt 
werden. Weinessig wird meist nach dem 
alten, sog. langsamen oder Orleansver- 
fahren hergestellt, weil das Aroma bei der 
Schnellessigfabrikation zu sehr leidet, ln den 
Weinbau treibenden Ländern, besonders Frank 
reich, setzt man zu dem in offenen Fässern be 
findlichen Essig kleine Portionen Wein hinzu, 
wartet 8—14 Tage, bis der Wein in Essig über 
gegangen ist, und fährt so fort, bis das ganze Faß 
gefüllt ist. Mit dem Übergange der Weinessig 
fabrikation nach Deutschland verringerte sich der 
Weingehalt allmählich immer mehr, bis schließ 
lich selbst gewöhnlicher Spiritusessig als Wein- 
E. in den Handel kam. Zur Verhinderung der 
hiermit verbundenen Übervorteilung des Publi 
kums ist von verschiedenen Behörden, u. a. dem 
Sächsischen Ministerium des Innern verordnet 
Worden, daß Weinessig aus einer mindestens 
20 0/0 Wein enthaltenden Maische hergestelllt sein 
muß. Reiner Weinessig soll seinen Säure 
gehalt hingegen lediglich dem Weine verdanken. 
Diese Forderungen sind von den reellen Fabri 
kanten durchaus anerkannt worden, Bier- und 
Obstessige sind von untergeordneter Bedeutung, 
hingegen nimmt der Verbrauch der aus Holzessig 
gewonnenen Erzeugnisse (s. Essigsäure) bestän 
dig größeren Umfang an. Der nach dem einen 
oder dem anderen Verfahren dargestellte E. ent 
hält die charakteristischen Bestandteile seines 
Ausgangsmaterials (z. B. Wein), die ihm beson 
dere Eigenschaften verleihen. Hingegen versteht 
man unter Essig schlechthin oder unter Speise 
essig lediglich eine verdünnte Essigsäure, gleich 
gültig, ob sie auf dem Wege der Gärung oder der 
Destillation gewonnen wurde. Den von den Fa 
brikanten des Gärungsessigs aufgestellten Forde- 
r ungen nach einer Beschränkung des Verkehrs 
mit Essigessenz kann nur insofern zugestimmt 
Werden, als für derartige konzentrierte Essigsäure 
die Aufschrift „Vorsicht, nicht unverdünnt ko 
sten“ verlangt werden muß. Im übrigen soll 
Bpeiseessig im allgemeinen 3,5o/o, keinesfalls unter 
3% Essigsäure enthalten und klar sein. Durch 
Essigälchen oder Pilzwucherungen getrübter Essig 
'st zu beanstanden. Giftige Metalle, scharf schmek- 
kende-Stoffe, Holzteerbestandteile, freie Mineral- 
sauren und Konservierungsmittel dürfen nicht zu- 
Sogen sein. Nach der Verordnung des Sächsi 
s chen Ministeriums des Innern soll Weinessig 
5 % Essigsäure enthalten, eine etwaige Färbung 
a "ßer durch Rotwein ist zu deklarieren. 
. Essigäther (Essigester, Essig • Naphtha, 
'^thylazetat, lat. Aether aceticus, frz. Ether acd- 
f'lue, engl. Acetic ether), in chemischer Hinsicht 
dor Äthylester der Essigsäure, CH 3 .COOC 2 H5, 
Endet sich in geringer Menge in einigen franzö 
sischen Weinen sowie dem daraus gewonnenen 
Eognak und Weinessig. Zur künstlichen Dar- 
st ellung destilliert man Essigsäure oder frisch 
Entwässertes Natriumazetat mit Schwefelsäure 
u "d Alkohol, schüttelt das Destillat mit gesät- 
bgter Kochsalzlösung und etwas Natriumkarbonat. 
r ?ktiffziert und trocknet es schließlich mit Kal- 
i mmchlorid. Der E. ist eine farblose, leicht 
Entzündliche, neutrale Flüssigkeit von angenehm 
^frischendem Geruch. Das spez. Gew. liegt bei 
0, °99, der Siedepunkt bei 72,8°. Schüttelt man 
E. mit dem gleichen Vol. Wasser, so nimmt so 
wohl das letztere von dem Ester, wie auch der 
Ester von dem Wasser auf. Bei der Berührung 
mit Luft nimmt der E. saure Reaktion an, indem 
er allmählich in Alkohol und Essigsäure ge 
spalten wird. Im Handel unterscheidet man 
mehrere Sorten. Die stärkste und reinste, die 
meist nur für medizinische Zwecke benutzt wird, 
ist der absolute E. (Aether aceticus absolutus) 
mit dem spez. Gew. 0,900—0,904. Die zweite 
Sorte vom spezj Gew. 0,890 nennt man doppelt 
destillierten E.(bisrectificatus) und die schwäch 
ste vom spez. Gew. 0,875 Aether aceticus 
rectificatus. Für die Prüfung ist die Bestim 
mung des spez. Gew. von geringer Bedeutung, 
und es empfiehlt sich daher, das Wasserauf 
nahmevermögen zu ermitteln, weil hierdurch ein 
Zusatz von Wasser oder Alkohol leicht erkannt 
wird. Das Deutsche Arzneibuch schreibt vor, 
daß ein Raumteil Wasser nach kräftigem Schüt 
teln mit einem Raumteil E. bei 15 0 höchstens um 
den zehnten Teil zunehmen soll. Beim Verdun 
sten auf Filtrierpapier darf E. keinen Geruch 
nach fremden Äthern (Butteräther, Amylazetat) 
hinterlassen. Der E. wird in der Medizin als an 
regendes Mittel bei Ohnmacht und Magenkrampf, 
äußerlich zum Einreiben bei Rheumatismus und 
als Riechmittel angewandt. Die Industrie benutzt 
ihn als Zusatz zu Fruchtessenzen, Essig u. dgl. 
Zur Aufbewahrung sind wohlverschlossene, völlig 
gefüllte und nicht zu große Flaschen zu ver 
wenden, zum Versand Blechflaschen oder Glas 
ballone. 
Essigsäure (lat. Acidum aceticum, frz. Acide 
acdtique, engl. Acetic acid) kommt in der Natur 
teils frei, teils an Salze gebunden, im Safte vieler 
Pflanzen, im Schweiß und in der Muskelflüssig 
keit vor und bildet außerdem das saure Prinzip 
des Essigs (s. d.). Zu ihrer Darstellung bedient 
man sich, abgesehen von den Methoden der 
Essiggärung, des Natriumazetats, weiches durch 
Sättigung von Holzessig (s. d.) mit Soda ge 
wonnen und zur Entwässerung bei 300 0 ge 
schmolzen worden ist. Nach dem Erstarren 
wird das nunmehr völlig wasserfreie Azetat mit 
arsenfreier Schwefelsäure vom spez. Gew. 1,842 
in tubulierter Retorte der Destillation unter 
worfen, wobei zuerst eine etwas wasser- und chlor 
haltige Säure übergeht. Sobald die reine E. 
kommt, wird die Vorlage gewechselt und das 
Destillat so lange aufgefangen, bis zum Schluß 
bei höherer Temperatur schweflige Säure auftritt. 
Auch durch Elektrolyse wäßriger Natriumazetat- 
lösungen mit eisernen Elektroden wird neuer 
dings E. in großem Maßstabe dargestellt. — Die 
reine konz. E., gewöhnlich Eisessig (lat. 
Acidum aceticum glaciale, frz. Vinaigre glacial, 
engl. Glacial acetic acid) genannt, ist eine klare, 
farblose, stechend sauer riechende und stark 
ätzende Flüssigkeit von der Formel CH 3 . COOH, 
die bei 16 0 zu farblosen rhombischen Tafeln er 
starrt und bei 118 0 unter Entwicklung leicht 
entzündlicher Dämpfe siedet. Das spez. Gew. 
beträgt 1,0553. Mit Wasser, Glyzerin, Alkohol 
und Äther ist Eisessig in jedem Verhältnis misch 
bar. Beim Verdünnen mit Wasser steigt das 
spez. Gew. zunächst infolge einer Hydratbildung 
und fällt dann wieder, so daß eine Saute mit 
43 0/0 E. dasselbe spez. Gew. besitzt, wie der
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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