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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
F
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Feldkümmel 
117 
Fenchelöl 
geführten F. werden, abgesehen von unbedeuten 
der medizinischer Verwendung, als Dessert 
frucht und zur Herstellung eines Kaffee-Ersatz 
mittels, des sog. Feigenkaffees, benutzt. Sie 
halten sich nur. etwa ein Jahr, unterliegen dem 
Schimmel, den Milben und dem Insektenfraß 
and gehen überdies leicht in Gärung über. 
Feldkümmel (Quendel, wilder Thymian, 
Leldquendel, Feldthymian,, lat. Herba ser- 
Pylli, frz. Serpolet, engl. Mother of thyme), die 
a n trockenen Anhöhen, Wald- und Feldrändern 
'häufig wachsende, kleine strauchartige Pflanze 
(Thymus Serpyllum) mit halb kriechendem, 
rötlichem, vierkantigem, schwach behaartem 
Stengel, ovalen Blättchen und quirlständigen 
rosenroten Lippenblüten, besitzt einen angenehm 
aromatischen Geruch und bitterlich zusammen 
ziehenden Geschmack und wird im Sommer 
gesammelt und getrocknet. Das unter gutem 
Verschluß aufzubewahrende Kraut dient zu 
Kräuterkissen und in Form von Abkochungen 
zu stärkenden Bädern und zu Tees. Durch De 
stillation mit Wasser erhält man etwa 0,15 bis 
°,6 P/o eines farblosen bis goldgelben ätherischen 
Öles, Oleum Serpylli, den konzentrierten Riech 
stoff des Krautes. 
• Feldspat (frz. Feldspathe, engl. Feldspar), ein 
sehr verbreitetes Mineral, das sowohl einen 
regelmäßigen Bestandteil wichtiger Massen 
gesteine: Granit, Syenit, Porphyr, Gneiß, Tra- 
chyt bildet, als auch selbständig in größeren 
Lagern auftritt, besteht im wesentlichen aus 
Alkali- oder Kalktonerdesilikat. Die verschie 
denen Arten der Feldspate unterscheidet man 
nach der Kristallform in zwei Gruppen, die mo 
noklinen und triklinen F. und rechnet zu 
den ersteren den Kalifcldspat oder Ortho 
klas, zu den letzteren den Natronfeldspat 
°der Albit und den Kalkfeldspat oder Anor 
thit sowie die isomorphen Mischungen beider, 
d'e Natronkalkfeldspate. Alle triklinen F. wer 
den als PI agioklase bezeichnet. Von den Ab 
urten des Orthoklases wird die am reinsten 
kristallisierende, der Adular, weicher in Form 
"asserheller, häufiger gefärbter Massen auf- 
tr Ut, als Schmuckstein verwandt. Er zeigt Glas- 
glanz, auf Spaltflächen Perlmutterglanz, bis 
weilen auch in geschliffenem Zustande einen 
't'gentümlichen, in Farben spielenden Licht- 
Sc himmer und kommt unter verschiedenen Na- 
Uten: Mondstein, Sonnenstein, Fischauge 
“der Wasseropal in den Handel. Dem Ortho 
klas verwandt ist ein trikliner F. (Mikroklin), 
. cr grüne Amazonen stein aus Sibirien, der 
,? Katharinenburg verarbeitet wird. Die grüne 
, ar be beruht nicht, wie man früher annahm, auf 
e >Uem Kupfergehalt und geht beim Glühen ver- 
,°** e n. Eine prachtvolle Abart des Natronkalk- 
Jldspates, der Labradorit (Labrador), der 
‘(JK den Spaltflächen sehr schöne Irisfarben 
UMau, Grün, Kupferrot) zeigt und auf der Pauls- 
Itl! 
se l sowie der benachbarten Labradorküste 
großen Massen gewonnen wird 
dient zur 
er stellung von Schmucksteinen, Tischplatten 
dgl. Die weniger schön kristallisierenden 
Dchten F. finden ausgedehnte Anwendung zur 
, erstellung des . Porzellans,, ferner von leicht 
HU!— -■■••• 
Au 
Ss igen Glasuren und von Emails. Auch als 
s gangsmaterial der Porzellanerde, des Kao 
lins (s. d.), welcher ein natürliches Verwitle- 
rungsprödukt des Feldspats ist, beansprucht er 
ebenfalls die größte Beachtung. F. wird in 
großen Mengen- von Finnland und Schweden, 
ja selbst aus Grönland für Porzellanfabrikatiöü 
eingeführt. 
Felle, dieHäute verschiedener Säugetiere, z. B. 
der Bären, Fischotter, Katzen, Marder, Ziegeri, 
haben insofern für den Drogenhandel ein ge 
wisses Interesse, als die Haare das Material für 
Pinsel und Bürsten geben. Katzenfelle werden 
auch vielfach gegen Rheumatismus verwendet, 
indem man die schmerzenden Stellen damit 
bedeckt. 
Fenchel (lat. Fructus foeniculi, frz. Fruits de 
fenouil, engl. Fennel fruit), eine bekannte würz 
hafte Doldenpflanze, Foeniculum officD 
nale, wächst in Südeuröpa wild und wird bei 
uns vielfach in Gemüsegärten, zum Teil auch im 
großen als Feldfrucht angebaut. Namentlich in 
Thüringen, Württemberg, Böhmen, Mähren, Gali 
zien und Polen finden sich ausgedehnte Fenchel 
felder. Die Wurzel treibt im zweiten Jahre, 
oder auch wohl noch öfter wieder, so daß nicht 
jedes Jahr gesät zu werden braucht. Die ganze 
Pflanze enthält medizinisch verwertbare Stoffe, 
doch werden Kraut und Wurzel mehr neben 
sächlich, als Hausmittel, gebraucht, während als 
Handelsware allein die gehaltreicheren Teile, 
die Früchte, in Frage kommen. Die länglichen, 
gerippten und zwischen den Rippen mit je einer 
dunklen Ölstrieme versehenen Früchte, deren 
Größe und Färbung wechselt, enthalten als cha 
rakteristischen Bestandteil das Fenchelöl (s. d.) 
oder vielmehr das im letzteren enthaltene 
An et hol. Die Haupthandelssorte bildet der 
sogenannte sächsische Fenchel, der in der 
Gegend von Lützen und Weißenfels in großer 
Menge gebaut wird und dessen größere, lebhafter 
grüne Körner Kammfenchel genannt werden. 
Nächst diesem spielen der Thüringer, der 
mährische und galizische F. die Hauptrolle. 
Außerdem findet sich im Drogenhandel noch 
der sog. römische oder italienische F., der 
viel größer im Kern, schön grünlich und weit 
aromatischer, von einer anderen Art, Foeni 
culum dulce, stammt, die nur einjährig ist 
und in Südeuropa gebaut wird. Seit einiger 
Zeit kommt auch ostindischer F. in den Han 
del, der jedoch noch weniger gut ist als der 
ebenfalls zuweilen angebotene levantinische'. 
F. in Pulverform dient zur Herstellung von Ab 
kochungen und Aufgüssen, die- als offizineile 
Arznei- und Hausmittel Anwendung finden: 
Ganzer F. dient mehr als bloßes Gewürz. 
Fenchelöl (lat. Oleum foeniculi, frz. Essence 
de fenouil, engl. Fennel-oil), das durch Wasser 
dampfdestillation gewonnene ätherische Öl, stellt 
eine farblose oder gelbliche, nach Fenchel 
riechende Flüssigkeit dar, welche ein spez. Gew. 
von 0,965—0,977 und eine Drehung von -j-12 
bis —)— 24 0 besitzt. Es löst sich in 0,5-—1 Vol. 
900/oigen und in 6—8 Vol. 8o<y 0 igen Alkohols: 
In der Kälte erstarrt es zu einer kristallinischen 
Masse, die je nach der Güte des Öls erst bei 
-(-5 0 oder höherer Temperatur wieder ge 
schmolzen ist. Das Erstarren hängt mit dem 
Gehalt an Anethol zusammen, von dem gute 
öle etwa 50—6oo/ 0 enthalten. Je höher die 
ieapjaiwiiiiBrirr
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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