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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
F
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Fettstifte 
119 
Fichtenharz 
liegt für die meisten Fette bei 180—200, für 
Butter bei 220—230, für Kokosfett bei 250 und 
ermöglicht sonach einen Zusatz von Paraffin, 
Zeresin usw., sog. „unverseifbaren Stoffen“, zu 
erkennen. Weitere Aufschlüsse auch für die Un 
terscheidung der einzelnen Fette untereinander 
gewahren die Refraktion, die Jodzahl, die 
Hehnerzahl (unlösliche Fettsäuren), die Rei- 
ehert-Meissl-Zahl (flüchtige Fettsäuren) so 
wie besondere Reaktionen, die in besonderen 
Aufsätzen über die einzelnen Fette besprochen 
Werden. Abgesehen von der technischen Ver 
wertung zur Herstellung von Seife, Schmier 
mitteln, Glyzerin usw. finden die Fette als eines 
der wichtigsten menschlichen Nahrungsmittel, 
dessen Nährwert von 9,3 Kalorien denjenigen 
der Stärke und Zuckerarten um das Doppelte 
übertrifft, ausgedehnte Anwendung. Der Fett 
verbrauch belief sich im Jahre 1907 für Kopf 
und Jahr in Deutschland auf 24, kg, von denen 
etwa 4 / 6 im Inlande erzeugt wurden (Butter, 
Talg, Schmalz), während der Rest ausländischer 
Einfuhr (Olivenöl, Kokosfett, Erdnußöl) ent 
stammte. Die Versuche, den durch die Ab 
schneidung der Zufuhren bedingten Ausfall 
durch Erschließung neuer inländischer Fett- 
Duellen (Knochen, Obstkerne, Getreidekeime, 
Eetthefe, Abwasserfett) zu beheben, waren nur 
von geringem Erfolge. Große Bedeutung ge 
wann die sog. Fetthärtung, die auf einer Be 
handlung mit Wasserstoff bei Gegenwart von 
fein verteiltem Nickel beruht und die Über 
führung geringwertiger flüssiger Öle und Trane 
>n wertvollere feste Fette der Stearinsäurereihe, 
sog. gehärtete Öle, ermöglicht. 
Fettstifte zum Schreiben auf Glas und Por 
zellan bestehen aus einer gefärbten Mischung 
von Walrat, Talg und Wachs mit Mennige und 
Atzkali. 
Feuerlöschmittel. Die zahllosen zur schnellen 
Unterdrückung von kleineren Bränden emp 
fohlenen F. lassen sich nach der Art ihrer Wir 
kung im allgemeinen in zwei Gruppen ein 
teilen. Die zu der ersten gehörenden Feuer- 
loschdosen oder Löschpatronen sind mit 
einer Mischung' von Salpeter, Schwefel und 
Kohle gefüllt, die beim Gebrauche schweflige 
Saure entwickelt und dadurch das Feuer er 
stickt. Auf dem gleichen Gedanken beruhen 
nie aus Natriurnbikarbonat bestehenden Mittel 
{Blitzfackel, Rapidfackel, Theofackel, 
Jgnex, Clou, Protektor, Total), die Koh 
lensäure abspalten. Die Glieder der zweiten 
Gruppe, die sog. Feuerlöschpulver oder 
'granaten, sind ausnahmslos Salzmischungen, 
nie in wäßriger Lösung angewandt werden. 
Beim Verdampfen des Wassers bleiben die 
feuerbeständigen Verbindungen des Kalziums, 
der Tonerde und der Kieselsäure, wie Alaun, 
c Morkalzium, Wasserglas, als fester Überzug zu 
rück, der den Luftzutritt und sons t das Weiter- 
Btennen verhindert. Die gleichzeitig meist vor 
handenen flüchtigen Salze der Alkalien, wie 
Kochsalz, Chlorammonium, Pottasche, Glauber- 
Sa te, verdampfen bei der hohen Temperatur, 
verbrauchen dabei mehr Wärme als reines 
vvasser und kühlen infolgedessen die Brand- 
°“jekte stark ab. Solche Salzmischungen wer 
den meist für kleine Hand- oder Zimmer 
apparate, (sog. Extinkteure) angewandt, in 
denen durch automatische Einwirkung von Salz 
säure auf Karbonate Kohlensäuredruck ent 
wickelt und dadurch die Lösung herausgespritzt 
wird. Aus der großen Zahl der hierhin gehören 
den Apparate seien nur Minimax, Rapid, 
Perkeo angeführt, von denen der letztere noch 
einen schaumbildenden Zusatz (Saponin) ent 
hält. Die Wirkung aller dieser Mittel wird von 
ihren Erfindern meist stark übertrieben und ist 
jedenfalls für größere Brände recht gering ein 
zuschätzen. 
Feuerschwamm und Wundschwamm stam 
men von dem auf Bäumen (Birken, Eichen und 
fluchen) wachsenden Löcherpilz, Polyporus 
seu Fomes fomentarius, der eine Länge von 
50 cm und eine Dicke von 10 cm erreicht und 
eine flache, nach oben gewölbte Form zeigt. 
Man sammelt den Pilz im Herbst, schält ihn 
und schneidet ihn in Scheiben, die durch Ein 
weichen und Klopfen mit hölzernen Hämmern 
weich gemacht werden. Die weichsten und 
dicksten Stücke verwendet man unter dem 
Namen Wund schwamm (Blutschwamm, lat. 
Boletus seu Fungus chirurgorum, frz. Agaric de 
chöne, engl. Sourgeons Agaric) als blutstillen 
des Mittel bei kleinen Wunden. — Der Feuer 
schwamm (Zunder, lat. Boletus seu Fungus 
igniarius, frz. Agaric de ebene preparü, Ania- 
dou, engl. German tinder) wird, damit er besser 
brennt, mit Salpeterlösung getränkt und dann 
getrocknet. Mit dem Namen Ulmer Feuer 
schwamm bezeichnet man eine Handelssorte, 
die mit Schießpulver präpariert ist. — Bei Ver 
wendung von Wundschwamm ist darauf zu 
achten, daß nicht etwa salpeterhaltiger Feuer 
schwamm unterläuft, da sonst leicht Blutver 
giftungen usw. entstehen können. 
Fibrin nennt man den Eiweißkörper, der sich 
beim Schlagen des Blutes in Form von Fasern 
ausscheidet. 
Fichtenharz (Gemeines Harz, lat. Resina 
pini, frz. Galipot, engl. Ordinary resin) wird 
aus dem Stamme verschiedener Nadelhölzer 
(Pinus- und Abiesarten) Deutschlands, Ruß 
lands, der Schweiz und der Vereinigten Staaten 
sowie aus dem Stamm der Meerstrandsfichte 
im südlichen Frankreich (Galipot) gewonnen, 
indem man entweder das aus zufälligen Ver 
letzungen ausgetretene Scharrharz, oder aus 
künstlich erzeugten Wunden und Bohrlöchern 
nach dem Grandei- oder Becherverfahren zu 
tage geförderte Produkt sammelt, oder schließ 
lich nach neuerem Verfahren das Holz und die 
Wurzeln mit Benzol extrahiert. Hierbei geben 
Kiefern ein terpentinölhaltiges, Fichten ein davon 
völlig freies Harz. Das gemeine Harz (Re 
sina communis) besitzt die Form unregelmäßi 
ger, anfangs klebriger, später spröder Stücke, 
welche von weißlicher, gelber oder rötlicher 
Farbe und meist stark verunreinigt sind. Das 
französische F. besteht aus weißgelblichen 
Krusten mit Terpentingeruch, das amerika 
nische F. aus gelben bis braunen Stücken. 
Durch Schmelzen un er Wasserzusatz und nach- 
heriges Kolleren erhält man das weiße Harz 
(Weißes Pech, Resina alba, Pix alba) als eine 
trübe, undurchsichtige Masse, während bei län 
gerem Schmelzen das gelbe Harz (Gelbes
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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