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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
F
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Fischbein 
1?2 
Fischhaut 
Einstellung besonderer Eiswagen auch dem 
Binnenlande in steigenden Mengen zugeführt 
werden. Lebende Binnenlandfische werden mit 
tels Fuhrwerk in Fischfässern befördert, die bei 
5501 Inhalt mit 2—2'/, Ztr. Karpfen, 2Ztr. Hecht, 
U/2 Ztr. Zander oder 25—30 St. Streichkarpfen 
besetzt werden. Das Faß wird halb oder für 
Zander und Barsche ganz gefüllt, da die Stachel 
flossen der Tiere sonst Verletzungen ver 
ursachen können. Für weite Entfernungen muß 
bei warmer Witterung durch Zusatz von Eis 
und Einblasen von Luft unterwegs für Ab 
kühlung und Lüftung gesorgt werden. Im 
kleinen kann man wertvolle Fische auch in 
ausgehöhltem Brot, in befeuchtetem Moos oder 
in frischem Klee versenden. Sie halten sich auf 
diese Weise mehrere Tage lang. Im Handel 
unterscheidet man: See-, Fluß-, Bach- und 
Teichfische. Die letzteren müssen vor dem 
Gebrauch längere Zeit in reinem Wasser auf 
bewahrt werden, um den Schlammgeschmack 
zu verlieren. Bei frisch getöteten Fischen sind 
die Kiemen rot, die Augen durchsichtig und 
prall hervortretend, und das Fleisch ist derb 
und elastisch, so daß Fingereindrücke bald ver 
schwinden. Der Geruch an den geöffneten Kie 
men muß frisch sein, während zu alte Fische 
widerlich riechen. Bei nicht mehr frischenFischen 
ist die Hornhaut trübe und undurchsichtig, das 
Auge eingefallen, die Umgebung desselben ge 
rötet, die Kiemen sind blaß, geiblich oder schmut 
zig grau, das Fleisch ist welk, und Finger- 
eindrücke verschwinden nur langsam wieder. 
Verdorbene Fische wirken giftig, da sich in 
ihnen ptomainartige Alkaloide bi.den. Zur Vor 
täuschung einer frischen Beschaffenheit wer 
den die Kiemen bisweilen künstlich rot gefärbt. 
Als eingesalzene und marinierte Fische, 
ferner auf dem Roste gebraten, mit Öl be 
strichen, in Essig, Salz, Gewürze, Kräuter und 
Lorbeerblätter eingelegt, oder frisch, mit Salz 
vermischt, eingepackt, werden besonders Lachs, 
Thunfisch, Stör, Aal, Sardellen, Heringe und 
Bricken in den Handel gebracht. Getrocknet, 
eingesalzen und gedörrt, finden Stockfisch, Platt 
eise und Dorsch, geräuchert besonders Aale 
und Heringe Verwendung. Wertvollere Fische 
kommen in Büchsen in den Handel. Die wich 
tigsten Fische sind nach Bedeutung, Fang, Auf 
bewahrung und Verwertung besonders beschrie 
ben worden. Der Gesamtverbrauch Deutsch 
lands an frischen und zubereiteten Fischen wurde 
für 1912 auf rund 580000 t geschätzt, von denen 
361000 t (meist Seefische) aus dem Auslande 
stammten. 
Fischbein (Walfischbarten, frz. Baieine, 
engl. Whale bone) wird besonders von den im 
nördlichen Eismeer vorkommenden Walen, dem 
gemeinen Walfisch (Balaena mysticetus) und 
dem Finnfisch (Balaenoptera), in geringerer Güte 
auch von dem Südwal (B. australis) gewonnen. 
Große Tiere liefern 2000—2500 kg, kleinere etwa 
750 kg F. Die Barten bilden lange, sensenartige 
Platten, die im Oberkiefer eingereiht sind und 
sich in Vertiefungen des Unterkieferseinsenken. 
Ihre Farbe ist beim eigentlichen Wal am Grunde 
grünlichgrau, nach obenhin fast schwarz, beim 
Finnfisch gleichmäßig schwarz, die Größe ent 
spricht derjenigen des Tieres und läßt einen 
Schluß auf die letztere zu. Von den etwa 600 
bis 700 Barten werden nur die mittleren und 
größten, von denen die in der Mitte des Rachens 
stehenden eine Länge von t’/a—4 In bei 20 bis 
50 cm Dicke erreichen, verwertet, indem man 
sie in den Fischbeinreißereien nach dem Ab 
putzen der faserigen Bärte zersägt, die in heißem 
Wasser eingeweichten Stücke alsdann im,Schraub- 
stock mit einem zweigriffigen Bogenmesser 
spleißt und schließlich glatt schabt. Man läßt 
die Stücke so lang als möglich, da hierdurch 
ihr Wert in hohem Maße bedingt wird. Durch 
Erwärmen mit Wasserdämpfen oder heißem 
Sande läßt sich F. wie Horn erweichen und 
dann durch Pressen zu Dosen, Stockknöpfen 
u. dgl. verarbeiten, die mit Filz und einem aus 
Kalk oder feinem Bimsstein bestehenden Pul 
ver geschliffen und poliert werden. Hauptsäch 
lichste Verwendung findet F. zu Korsett- und 
Schirmstangen, Stöcken, Reitpeitschen, Korb- 
und Kammwaren. Die feinen Schabspäne wer 
den wie Roßhaar zum Polstern benutzt. — Als 
Ersatz für das seltener und teurer werdende F. 
kommt hauptsächlich Zelluloid sowie mit Kaut 
schuklösung getränktes S.uhlrohr (Walossin) 
in Frage. — Weißes Fischbein nennt man 
auch die Sepia (s. d.). 
Fischguano (Fischmehl, frz. Guano de pois- 
sons, engl. Fish manure), ein künstliches Dünge 
mittel, dem eigentlich der Name Guano nicht 
zukommt, da es nicht aus Exkrementen, son 
dern aus den getrockneten und zerkleinerten 
Abfällen der Stockfische, Heringe und Tran- 
bereitung besteht, wird in steigendem Maße 
besonders aus Norwegen nach Deutschland 
eingeführt. Eine besondere, aus dem zer 
kleinerten und getrockneten Fleisch der Hai 
fische bestehende Art kommt unter dem Namen 
Haifischguano in den Handel. Die Zuberei 
tung des F. erfolgt in der Weise, daß man die 
Fischmasse in Zylindern mit heißen Wasser 
dämpfen behandelt, dann Wasser und Tran ab 
laufen läßt und abpreßt, die Masse auf Ma 
schinen klein reibt, trocknet und auf Mühlen 
zerkleinert. Die norwegische Plandelsware er 
scheint als ein gröbliches, aus Krümeln und 
Schüppchen bestehendes, gelblichweißes Pulver 
mit starkem Fischgeruch, das mit 8—10 0/0 Stick 
stoff und 12—14 0/0 Phosphorsäure garantiert 
wird. 
Fischhaut (frz. Peau de polsson, engl. Fish’s 
skin). Die Häute einiger Haifische, u. a. des 
Riesenhais, Meerengels, Dornhais und des ge 
tigerten Hais, bei denen die Schuppen die 
Form zerriebener oder feiner Stacheln an 
genommen haben, finden als eine Art Schleif 
mittel technische Verwendung. Sie werden 
gleich nach dem Abziehen auf Bretter oder 
Rahmen gespannt, langsam getrocknet und zu 
Tafeln geschnitten, wobei man die Flossen, 
welche durch ihren feineren Stachelbesatz zü 
feineren Schleifereien besonders geeignet sind, 
an ihrem Platze läßt. Die meisten derartigen 
Stücke kommen vom Mittelländischen Meer, 
während die Stachelfische der nördlichen Meere 
keine so brauchbare Ware liefern. Die Fisch 
haut wurde früher von Tischlern, Drechslern, 
Lackierern sowie einigen Metallarbeitern zum 
Abreiben von Flächen benutzt, ist aber neuer-
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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