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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
G
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Glas 
140 
Glaubersalz 
Wendung der letzteren ist besonders dann ge 
boten, wenn die Gefäße eine andere als runde 
Form haben, oder an der Oberfläche irgendwie 
gemodelt oder wie geschliffen aussehen sollen. 
Derartig durch Formen verzierte Hoh'g'äser pflegt 
man gepreßte zu nennen, wiewohl diese Be 
zeichnung eigentlich nur solchen Waren zu 
kommt, welche wie Teller, Salzfässer usw. wirk 
lich durch Einpressen von glühender Glasmasse 
zwischen die zwei. Teile einer Metallform her- 
gestellt sind. Zur Färbung der Gläser werden 
dem Glasflüsse verschiedene Metalloxyde hinzu 
gesetzt. Kupferoxyd färbt smaragdgrün, Mangan- 
oxyd violett, Kobaltoxyd blau, Kupferoxyd und 
Gold rot. Zinnoxyd macht die Glasmasse weiß 
und undurchsichtig (Emailglas) und gibt, in 
Verbindung mit Farben, matte farbige Gläser. 
Die bunten Glasfenster sind meist durch Über 
fangen erzeugt, ;d. h. man plattiert eine weiße 
Glasschicht mit einer dünnen, farbigen, was 
dieselbe Wirkung hervorruft, als sei die Masse 
durch und durch gefärbt. Geschliffene Hohl 
glaswaren werden durch Schleifen auf umlaufen 
den Scheiben aus Eisen, Sandstein und Holz 
hergestellt, wobei noch Sand und Schmirgel als 
Schleifmittel Verwendung finden, vielfach auch 
mit dem Sandgebläse oder der Sandblasmaschine 
bearbeitet. Glasröhren erhält man durch 
schnelles und gleichmäßiges Ausziehen einer 
Glasblase nach zwei Richtungen hin, Glas 
perlen entweder durch Zerschneiden von Glas 
röhren und Abschleifen der Kanten, oder durch 
direktes Blasen an der Lampe, facettierte 
Perlen auch durch Pressen der Glasmasse in 
zangenartigen Formen. Das englische Kri 
stall- oder Flintglas, ein bleihaltiges G., das 
aus sehr reinen Materialien besteht und zu op 
tischen Gläsern und Linsen dient, wird in kleinen 
Tiegeln dargestellt und nach dem Zerschlagen 
der letzteren durch Schleifen weiter zugerichtet. 
Straß ist ein sehr bleireiches G., aus welchem 
künstliche Edelsteine und Similidiamanten her 
gestellt werden; der künstliche Aventurin, ein 
mit glänzenden Flittern durchsetztes Glas. Durch 
gewisse Zusätze werden neuerdings Glassorten 
von ganz besonderen Eigenschaften erzeugt. Mit 
geringen Borsäuremengen hergestelltes, sog. Eu- 
phosglas, ist für ultraviolette Strahlen undurch 
lässig und daher für Brillen empfohlen worden. 
Durch Verwendung von Barium an Stelle des 
Bleies und von Borsäure an Stelle der Kiesel 
säure erhält man die sehr widerstandsfähigen 
Baryt- und Boratgläser. Erhebliche Zusätze 
von Magnesia (9%) und Zinkoxyd (6 °/o) zu ge 
wöhnlichem Bleiglas erhöhen die Elastizität und 
liefern das besonders für Bergmannslampen be 
nutzte unzerbrechliche Glas, das plötzliche 
Abkühlung von 100 auf 15 0 durch Eintauchen in 
Wasser verträgt. Noch überlegen ist ihm das 
Schottsche Borosilikat-Verbundglas für 
Wasserstandsrühren an Dampfkesseln, das bei 
2,s mm Stärke einen Druck von 300 Atm. aushält 
und bei 230 0 mit kaltem Wasser abgeschreckt 
werden kann. Die Eigenschaften des G. sind je 
nach der Zusammensetzung verschiedene. Das 
spez. Gew. beträgt bei Alkalikalkgläsern 2,400 
bis 2,600, bei Alkalibleigläsern 3—4. Die Härte 
steigt mit zunehmendem Kieselsäuregehalt, Gegen 
Säuren besitzt Glas eine große Widerstandsfähig 
keit, während Alkalien es mehr oder weniger 
angreifen. Beachtenswert ist das Verhalten des 
G. gegen verschiedene Temperaturen, Bei der 
Herstellung schnell abgekühltes G. zerspringt 
sehr leicht, während bei zu langsamer Abkühlung 
eine Entglasung stattfindet und die Masse por 
zellanartig wird. Werden bis fast zum Erweichen 
erhitzte Glasgegenstände in ein warmes Fett 
oder Paraffinbad eingetaucht, erhält man das 
sich durch große Härte und Dehnbarkeit aus 
zeichnende PI artglas. Das Lichtbrechungsver 
mögen ist bei rasch gekühltem G. doppelt so 
groß als bei langsam gekühltem, Glas ist ein 
schlechter Leiter der Wärme und Elektrizität und 
zeigt ein eigentümliches Verhalten gegen direk 
tes Sonnenlicht, indem fast alle Glasarten durch 
dieses verschiedenartig gefärbt werden. Fabri 
ken für grünes und ordinäres weißes Hohl- und 
Fensterglas sind jetzt überall verbreitet, da sie 
nicht mehr ausschließlich auf Waldgegenden 
angewiesen sind, sondern allgemein mit Stein- 
und Braunkohlen arbeiten. Am meisten findet 
die Holzfeuerung noch in Böhmen statt, das 
nächst Venedig der älteste Sitz der Glasmacherei 
ist und dessen Industrie lange Zeit die erste war. 
Zurzeit haben wir auch in Deutschland zahlreiche 
hervorragende Glasfabriken, insbesondere die 
Thüringer (Jena) Gläser sind in der ganzen Welt 
berühmt. .. 
Glaspapier nennt man das beka'nnte, durch 
Ankleben von Flintstein- oder Glaspulver unter 
Anwendung von Leim auf Papier hergestellte 
Schleifpapier, das zum Abschleifen von Holz, 
Leder u. a. benutzt wird. Zum Abschleifen von 
Metall nimmt man an Stelle von Glas und Flint 
stein Schmirgel in Form von Schmirgelpapier 
und -leinen. Alle vorstehenden Sorten werden, 
je nach der Körnung des Grundstoffes, in ver 
schiedenen Feinheitsgraden hergcstellt. 
Glaswolle. Unter diesem Namen kommt ein 
außerordentlich lockeres und leichtes, im Äu 
ßeren der gereinigten Baumwolle ähnliches Mate 
rial in den Handel, das aus äußerst feinen 
Glasfäden besteht und zum Filtrieren von starken 
Säuren, Laugen, Silberbädern usw. benutzt wird, 
G. wird in verschiedenen Feinheitsnummern, 
von Nr. o bis Nr. 3, im Preise von 150—160 M- 
für 1 kg in der Weise hergestellt, daß man von 
einem fortwährend im Glühen erhaltenen Glas 
stabe das dünn ausgezogene Ende auf die Peri 
pherie eines sich schnell umdrehenden großen 
Rades wirft. Der aufgehaspelte Faden zerbricht 
beim Abnehmen vom Rade in einzelne Stücke, 
die sich lockenartig zusammenrollen. 
Glaubersalz (Natriumsulfat, schwefeL 
saures Natrium, lat. Natrium sulfuricum, frz. 
Sulfate de soude, engl. Sulphate of sodium, 
Sodium sulphate). Das Salz hat seinen Namen 
von dem Arzt und Alchimisten Glauber, der es 
1658 als ein besonderes Salz erkannte und als 
Glaubersches Wundersalz (Sal mirabile Glauberi) 
in die Chemie einführte. Der Stoff kommt in 
zweierlei Zuständen vor, als kristallisiertes 
Salz, die gewöhnliche käufliche Form, das eigent- 
liehe G., in großen farblosen, schief rhombi 
schen, längsgestreiften Säulen, und als wasser 
freies Salz. Das erstere, Na 2 S0 4 -f-ioH 2 0, ent 
hält in 100 Teilen 19,36 Natron, 24,8t Schwefel 
säure und 25,83 Kristallisationswasser, das li;tz-
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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