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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
G
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Glühstifte 
142 
Glyzerin 
Beobachtung, daß gewisse, bei gewöhnlicher 
Temperatur nicht leitende Substanzen bei hö 
heren Temperaturen den elektrischen Strom 
leiten. Sie enthält als Glühkörper ein Stäbchen 
aus Magnesia, welches durch eine automatisch 
wirkende Heizvorrichtung vorgewärmt und dann 
erst durch den elektrischen Strom zum Glühen 
gebracht wird. Der Stromverbrauch ähnelt dem 
jenigen der Tantallampe. Dem hohen Preise 
steht der geringere Stromverbrauch und die 
längere Brenndauer entgegen. Als, Nachteil der 
N. ist zu erwähnen, daß sie nur für größere 
Lichtstärken hergestellt wird. 
Glühstifte für Taschenwärmeöfchen, wie sie 
vielfach ins Feld gesandt wurden, bestehen aus 
einem Gemische von Lindenholzkohlenpulver mit 
einem Klebemittel (Tragant, Stärke) und etwas 
Salpeter, das in Form zylindrischer Stäbe ge 
bracht und dann getrocknet wird. Sorgfältiges 
Mischen ist wesentlich, da die Stifte sonst schief 
brennen oder vorzeitig erlöschen. 
Glühstrümpfe für Gasglühlicht (Auerlicht), 
Spiritus- und Petroleumglühlicht werden in der 
Weise hergestellt, daß man ein feines Baum 
wollengewebe mit einer Lösung von Salzen der 
seltenen Erden, meist Thoriumnitrat mit i°/o 
Zernitrat, tränkt und darauf die Faser durch 
Glühen zerstört. Das in Form des Gewebes 
hinterbleibende Gerüst von Metalloxyden wird, 
um ein Zerbröckeln beim Versand zu verhin 
dern, mit Lösungen elastischer Substanzen, wie 
Guttapercha oder Kollodium, getränkt, die dann 
beim Gebrauch schnell abbrennen. Die An 
wendung der G. hat eine erhebliche Gaserspar 
nis zur Folge, ihre Brenndauer beträgt gegen 
Soo Brennstunden. 
Glutol, ein gelbweißliches, in Wasser unlös 
liches Pulver, wird durch Behandlung von Gela 
tine mit Formaldehyd dargestellt und findet 
als antiseptisches, blutstillendes Wund.treupulver 
Anwendung. Mit ihm identisch ist das ebenfalls 
als Formaldehydgelatine anzusprechende Gluto- 
form. 
Glykoformal nennt Lingner die zur Füllung 
seines Desinfektionsapparates bestimmte Mi 
schung von io Teilen Glyzerin, 15 Teilen Wasser 
und 75 Teilen Formaldehyd. 
Glykolsäure (Oxy essigsäure), eine orga 
nische Säure von der Formel CH 2 (OH).COOH, 
ist als eine Essigsäure aufzufassen, in der ein 
WasserstoffatomderMethylgruppedurchHydroxyl 
ersetzt ist. Die Säure, die in den Woüwasch- 
wässern, in unreifen Weintrauben, in den Blät 
tern des wilden Weins und im Rübensaft vor 
kommt, wurde früher nur als chemisches Prä 
parat durch Erhitzen von Monochloressigsäure 
mit Wasser, Kaliumkarbonatlösung oder Kal 
ziumkarbonat hergestellt, hat aber neuerdings 
größere praktische 'Bedeutung erlangt, seitdem es 
gelungen ist, sie in großen Mengen aus Oxal 
säure durch Reduktion mit Zink und Schwefel 
säure oder durch Elektrolyse zu gewinnen. Die 
G. bildet bei 80 0 schmelzende Kristalle, die sich 
in Wasser, Alkohol und Äther lösen. Die wäß 
rige, rein sauer schmeckende Lösung ist während 
des Krieges als Ersatz organischer Pflanzensäuren 
für gewisse Zwecke der Nahrungsmittelindustrie, 
u.a. zur Herstellung von Kunsthonig, empfohlen 
worden, wird unter normalen Verhältnissen aber 
hierfür viel zu teuer sein, da 1 kg über 100 M. 
kostet. 
Glykosal, ein neues Heilmittel, wird durch 
Erhitzen von Glyzerin mit Salizylsäure und Mi 
neralsäuren hergesteilt als ein weißes Kristall- 1 
pulver vom Schmelzpunkt 76°, das sich leicht in 
heißem Wasser und Alkohol, schwierig in Chloro 
form und Äther löst. Es ist der Salizylsäureester 
des Glyzerins und findet an Stelle der Salizyl 
säure medizinische Anwendung. 
Glykoside (Glukoside) nennt man eine be 
sonders im Pflanzenreiche weit verbreitete 
Gruppe organischer Verbindungen, die beim 
Kochen mit Säuren oder durch Fermente in 
eine Zuckerart und andere mit dem Zucker ester- 
artig verbundene Körper zerfallen. Nach der 
Art des Zuckers, zu dem hier auch Phlorogluzin. 
Mannit und ähnliche Kohlenhydrate gerechnet 
werden, unterscheidet man folgende Gruppen; 
1. Eigentliche Glykoside, deren Spaltungspro 
dukt Glykose ist, z. B. Arbutin, Daphnin, Helle 
borin, Jalapin, Salizin; 2. Phlorogluzide (Spal 
tungsprodukt Phlorogluzin), z. B. Makiurin,. 
Phloretin; 3. Phloroglykoside, die zuerst 
Glykose, bei längerer Einwirkung der Säure 
auch Phlorogluz n abscheiden, z. B. Phloridzin, 
Robinin; 4. Gummide (Spaltungsprodukt 
Gummi), z. B.Karminsäure; 5. Mannide (Spal 
tungsprodukt Mannit), z. B. Chinovin; ö.Stick- 
stoff haltige G., z. B. Amygdaiin, Solanin. Ver 
schiedene technisch wichtige G. sind unter ihrem 
besonderen Namen näher besprochen worden. 
Glyzerin (Glyzerylalkohol, GlyzeryT 
oxydhydrat, Ölsüß, Scheelesches Süß, lat. 
Glyccrinum, frz. Glycerine, engl. Glycerin), ein 
dreiatomiger Alkohol von der Formel C^HsJOHjj, 
findet sich nicht im freien Zustande in der Natur, 
sondern als Ester verschiedener Fett- und Öl 
säuren, mit denen es die natürlichen Fette des 
Pflanzen- oder Tierreiches bildet. In geringer 
Menge entsteht es bei der geistigen Gärung 
zuckerhaltiger Flüssigkeiten und ist daher ein 
regelmäßiger Bestandteil des Weines und Bieres. 
Zu seiner technischen Darstellung bedient man 
sich in normalen Zeitverhältnissen ausschließlich 
der natürlichen Fette, die durch Ätzalkalien bzw 
Bleioxyd sowie auch durch gespannte Wasser 
dämpfe in Gl. und Fettsäuren zerlegt werden. 
Es wird sonach im Großbetrieb stets als Neben 
Produkt bei der Seifenfabrikation aus der sog. 
Unterlauge, .oder bei der Herstellung der Steaiin 
kerzen gewonnen. Bei der letzteren findet die Zer 
legung der Fette sowohl durch Kalkmilch als auch 
durch Schwefelsäure statt. Die beste Ausbeute 
gibt aber die Verseifung durch überhitzte Wasser 
dämpfe. Talg oder Palmöl werden in Destillier 
blasen mittels überhitzter Wasserdämpfe auf etwa 
300 0 erhitzt, wobei die Spaltungsprodukte, Glyze 
rin und Fettsäuren, mit den Wasserdämpfen 
übergehen. Nach dem Erkalten wird das GL 
aus der von der erstarrten Fettsäure abgelassenen 
Flüssigkeit durch Eindampfen gewonnen. Da» 
auf die eine oder andere Weise erhaltene Roh- 
glyzerin stellt eine mehr oder minder sirupöse, 
gelb bis braun gefärbte Flüssigkeit dar, die 
unter anderem noch Fett, Fettsäuren und anorga 
nische Salze enthält. Es kommt in großen Men 
gen aus Holland, Frankreich und Rußland zur 
Einfuhr utid wird verschiedenen Reinigung*
	        

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The Socialism of To-Day. Field & Tuer, 1884.
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