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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
G
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Glyzerin 
143 
Gold 
waschen unterworfen. Das sog. raffinierte oder 
gereinigte Gl. erhält man, indem man die irn 
Rohglyzerin vorhandenen Verunreinigungen auf 
chemischem Wege möglichst entfernt, hierauf 
die Flüssigkeit mittels Knochenkohle entfärbt 
und schließlich im Vakuum konzentriert. Zur 
Darstellung des destillierten oder reinen Gl. 
wird das konzentrierte Rohglyzerin zunächst bei 
loo—iio° mit Wasserdämpfen erhitzt, dann bei 
i8o° der Destillation unterworfen und schl eßlich 
in einem System von Kondensatoren verdichtet. 
Das kristallisierte Gl. endlich, das reinste Er 
zeugnis des Handels, wird durch Kristallisation 
des destillierten Gl. bei o° gewonnen. Das reine 
Gl. (Glycerinum bisdestillatum purum D.A.B.) 
hat ein spez. Gew. von 1,225—1,235 und enthält 
etwa 15% Wasser, während das reinste GL 
vom spez. Gew. 1.269 wasserfrei ist. Es stellt 
einen färb- und geruchlosen dickf.üssigen Sirup 
dar, der mit Wasser und Alkohol in allen Ver 
hältnissen mischbar ist, sich aber in Äther, 
Chloroform und Benzin nicht löst. Mit Wasser 
dämpfen, besonders mit überhitzten, ist Gl. 
flüchtig, ohne daß eine Zersetzung stattfindet. 
Diese tritt aber ein, wenn es an der Luft erhitzt 
wird, indem sich Akrolein, C 2 H 3 .CHO. ein ste 
chend riechendes, die Augen und Nase heftig an 
greifendes Gas bildet. Bei gewöhnlicher Tempera 
tur ist Gl. nicht brennbar, dagegen lassen sich die 
aus heißem Gl. entwickelten Dämpfe mit nicht 
leuchtender Flamme entzünden. Für viele an 
organische und organische Stoffe ist Gl. ein 
ausgezeichnetes Lösungsmittel, auch besitzt es die 
Eigenschaft, begierig Feuchtigkeit aufzunelunen 
und reizt infolgedessen in konzentriertem Zu 
stande die Flaut. Ein gutes reines Gl. muß farb 
los, klar und neutral sein, darf weder Arsen 
noch Kupfer und Blei enthalten und soll auch 
frei sein von Sulfaten, Choriden und Zucker. 
Besonders ist auf die Abwesenheit von Akrolein 
und niederen Fettsäuren zu prüfen. 5 ccm Gl., 
niit 5 ccm Ammoniak und 5 Tropfen Silber 
nitratlösung gemischt, dürfen innerhalb 15 Mi 
nuten nicht dunkel gefärbt werden (Akrolein). 
1 ccm Gl. soll, mit verdünnter Schwefelsäure er 
wärmt, keinen ranzigen Geruch entwickeln (Butter 
säure, Kapronsäure).' Für Toiletteseifen wird 
kalkfreies Gl. verlangt, das in wäßriger Losung 
mit oxalsaurem Ammonium keine weiße Trü 
bung geben darf. Hinsichtlich der Konzentra- 
bonsgrade führt man im Handel Gl. von 16—30°. 
Arri gangbarsten sind die Sorten von 24 und 28°. 
Gl. findet eine außerordentlich mannigfache Ver 
wendung. Die größten Mengen werden zum Füllen 
der Gasuhren und zur Herstellung von Nitro 
glyzerin und Dynamit verbraucht. Weniger reine 
Sorten benutzt man zur Anfertigung der Buch- 
äruckerwalzen, die aus Gl. und Leim bestehen, 
fn der Gerberei dient es zum Geschmeidigmachen 
des Leders, ferner in der Musselinweberei, Zeug 
druckerei und Appreturanstalten zur Behandlung 
der Garne. Auch zu medizinischen Zwecken 
■ Wird Gl. vielfach benutzt, namentlich äußerlich 
bJtn Einreiben aufgesprungener Hände und als 
^usatz zu Toiletteseifen, schließlich bildet es 
'f as Ausgangsmaterial zur Bereitung von künst- 
bchem Senföl und von Ameisensäure mittels 
Oxalsäure. Der früher beliebte Zusatz zu Wein 
,s * zurzeit durch Reichsgesetz verboten. Wegen 
seiner Neigung, aus der Luft Wasser anzuziehen, 
muß Gl. in gut verschlossenen Gefäßen auf 
bewahrt werden. Der Versand geschieht in 
Fässern aus Holz oder Eisenblech, besser in Glas 
oder Blechballonen. Während des Krieges ging 
die im Frieden auf 11300 t geschätzte deutsche 
Erzeugung ebenso wie die Einfuhr stark zurück, 
während der Bedarf für die Munitionserzeugung 
ins Ungeheure anwuchs. Die fehlenden Mengen 
wurden unschwer beschafft, und zwar nicht, wie 
die beschränkte französische Presse annahm, 
aus Leichenfett, sondern aus Zucker durch einen 
mit Hilfe besonderer Mikroorganismen eingelei 
teten Gärungsprozeß. 
Glyzerinersatz. Der durch die Kriegslage 
hervorgerufene Mangel an Glyzerin gab Anlaß 
zu zahlreichen Vorschlägen, diesen für manche 
Industriezweige wertvollen Stoff durch andere 
Mittel zu ersetzen. So empfahl Grünebaum, als 
Heizfiüssigkeit für die F’e.dküchen statt des Gly 
zerins Paraffin zu verwenden, für Druckwalzen 
wurde ein konzentrierter Invertzuckersirup vor 
geschlagen und besonders zahlreiche Erzeugnisse 
wurden für pharmazeutische Zwecke in den Han 
del gebracht. Sie bestehen entweder 1. aus 
Schleimlösungen (Algen-,, Quittenschleim), 2. aus 
Leimlösungen, 3. Zuckerlösungen, 4. Salzlösun 
gen oder 5. aus Mischungen. * Zu Gruppe 1 ge- t 
hören u. a. die als Algin, Lempellin, Gly 
zerit, Glyzerinol bezeichneten Mittel, zu. 
Gruppe 2 Novoglyzerin, zu Gruppe 3 Moll- 
phorus. Von Salzlösungen kommen besonders 
die aus einer konzentrierten Auflösung von 65 bis 
68% milchsaurem Kalium bestehenden Mittel 
P er kagl y ze r in und Perglyzerin in Betracht, 
während Kalzium- oder Magnesiumchlorid das 
Glyzerin höchstens als Kühlflüssigkeit für Eis 
maschinen, nicht aber in der Pharmazie ersetzen 
können. Glyzerinon ist ein Gemisch von milch- 
saurem Kalium, Kalziumchlorid und Pflanzen 
schleim. Abgesehen von dem nur in geringer 
Menge erhältlichen Glykol (Tego-Glykol) 
scheint sich das milchsaure Kalium am besten 
bewährt zu haben. 
Glyzin, Paraoxyphenylamidoessigsäure, wird 
als photographischer Entwickler benutzt. 
Gofelgummi, eine Art Kautschuk, wird in Ost 
indien aus dem eingetrockneten Milchsäfte der 
Calatropis gigantea gewonnen und wie ge 
wohnlicher Kautschuk verwandt. 
Gold dat. Aurum, frz. Or, engl. Gold), das 
schönste und bekannteste der Edelmetalle, 
kommt infolge seiner geringen Verwandtschaft 
zu Sauerstoff und Schwefel in der Natur fast nur 
gediegen vor, jedoch meist nicht chemisch rein, 
sondern mit kleinen Mengen Silber, bisweilen 
auch Kupfer und Eisen vermengt. Das kali 
fornische G. ist etwas iridiumhaltig und zeigt 
infolgedessen einen schwach grünlichen Schim 
mer, oder es ist auch oft mit erheblichen Men 
gen, bis zu fast gleichen Teilen Silber, legiert. 
Ein mehr als 20% Silber enthaltenes G., wie 
es zu Schlangenberg im Altai auftritt, wird als 
Elektrum bezeichnet. Palladiumhaltiges G. 
nennen die Bergleute faules G.j die Mineralogen 
Porpezit. Die wichtigsten Goldländer sind Kali 
fornien und Australien, während die früher sehr 
ertragreichen russischen Goldwäschereien am 
Ural und im östlichen Sibirien, in denen das G,
	        

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Stock Dividends. U.S. Gov. Print. Off., 1927.
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