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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
G
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Gold 
Goldchlorid 
144 
sich neben den Platinmetallen im Sande findet, 
nicht mehr viel abwerfen. Untergeordnete Be 
deutung nur haben Kanada, Neuseeland und 
Brasilien, das früher an der Spitze der Erzeugung 
stand. Hingegen liefert Afrika, wie schon im 
Altertum, auch jetzt noch erhebliche Gold 
mengen. Sehr wichtige Funde sind neuerdings 
im Flußgebiete des Yukon in Alaska (Klon- 
dyke) gemacht worden. Europa, das im Schwemm 
sande einiger Flüsse sehr geringe Goldmengen 
führt, kommt für die Gewinnung nicht in Be 
tracht. Das metallische Gold wird nur selten, 
wie in Australien, in größeren Stücken gefunden 
und ist dann meist von hoher Reinheit bis zu 
99 V2 % Feingehalt. Meist findet es sich in 
feinster, oft mikroskopisch feiner Verteilung in 
Felsarten wie Quarz, Gneiß, Glimmer- und Talk 
schiefer als sog. Berggold eingesprengt, oder 
auf sekundärer Lagerstätte als sog. Seifen 
gold oder Waschgold im Schwemmsande der 
Flüsse. Das sog. Berggold tritt bisweilen als 
Freigold auch in Form größerer Schüppchen, 
Blätter und Bleche, oder haar- oder moosartig, 
oder endlich kristallisiert in Würfeln und Ok 
taedern auf. Seltener zeigt es sich schlacken 
förmig, wie geflossen oder getropft, oder in grö 
ßeren Massen als Ausfüllung von Klüften und 
Rissen. In sehr geringen Mengen, die aber doch 
bisweilen eine Verarbeitung lohnend erscheinen 
lassen, findet das Gold sich in manchen Schwefel 
kiesen, die dann Gold kiese genannt werden, 
ferner in Kupfer- und Arsenikkies, Zinkblende, 
Grauspießglanzerz und Bleierzen. In Sieben 
bürgen tritt es mit Tellur verbunden als sog. 
Schrifterz auf. Auch waren früher die russi 
schen Kupfermünzen so goldhaltig, daß sie im 
Auslande auf Gold, verarbeitet wurden. — Die 
Gewinnung des Goldes erfolgt am einfachsten 
aus den Schwemmsanden (Seifen), indem man 
diese durch Schlämmen anreichert und dann mit 
Quecksilber auszieht. Goldführende Gesteine wer 
den, wenn sie schwefelhaltig sind, zunächst ge 
röstet und dann zerkleinert, oder sonst direkt ge 
pocht und gemahlen. Aus dem Pulver zieht man 
das Gold durch Amalgamation oder durch Be 
handlung mit Chlor oder endlich mit .Hilfe von 
Zyankalium aus. Letzteres Verfahren ist auch auf 
ungeröstete Kiese direkt anwendbar. Aus dem 
Goldamalgam wird dann aus eisernen Retorten 
einfach das Quecksilber abdestilliert. Aus der 
beim Chlorierungsprozeß erhaltenen Lösung von 
Chlorgold fällt man das Gold mit Eisenvitriol 
und aus der beim Zyanidverfahren von Mac 
Arthur und Forrest entstehenden Goldkalium 
zyanidlösung mit Zink oder nach dem neueren 
W, Siemensschen Verfahren mit Hilfe des elek 
trischen Stromes aus. Aus Blei- und Kupfer 
erzen endlich, wenn sie neben Silber etwas Gold 
enthalten, stellt man zunächst in üblicher Weise 
das Silber dar, welches das gesamte Gold festhält 
und von diesem durch die Scheidungsarbeit ge 
trennt wird. Alles hüttenmännisch aus anderen 
Erzen gewonnene Gold enthält meist etwas Anti 
mon, Zinn, Blei usw., von denen es befreit wer 
den muß, da schon 0,05 0/0 dieser unedlen Metalle 
die Dehnbarkeit stark beeinträchtigen. Man 
schmilzt es daher mit Borax und Salpeter, wo 
bei die Verunreinigungen in die Schlacke gehen. 
Nur das Silber bleibt zurück und wird in beson 
deren Scheide- oder Affinieranstalten, die 
auch alte Silbermünzen upd Geräte verarbeiten, 
abgetrennt. Die Affination erfolgte früher durch 
Behandlung mit Salpetersäure, in welcher das 
Gold unlöslich ist. Jetzt schmilzt, man die Gold- 
Silber-Legierung, verwandelt sie durch Eingießen 
in kaltes Wasser in Körnerform und erhitzt dann 
mit konz. Schwefelsäure, wobei das Gold als 
braunes Pulver zurückbleibt. In neuerer Zeit 
trennt man Silber und Gold auch durch Einleiten 
von Chlor in die geschmolzene Legierung oder 
durch Elektrolyse. — Das Gold ist ein stark 
glänzendes, äußerst geschmeidiges und dehnbares 
Metall, das in der Härte zwischen dem Blei und 
dem Silber steht. Das spez. Gew. des gegossenen 
Metalls beträgt 19,250, des gehämmerten 19,550, 
das Atomgewicht Au = 197,2. Das Gold schmilzt 
bei ungefähr to6o° zu einer meergrün leuchten 
den Flüssigkeit und zieht sich beim Erstarren 
stark zusammen. An der Luft ist es völlig un 
veränderlich und wird auch von Säuren, mit 
Ausnahme des Königswassers, nicht gelöst. Aus 
der mit Königswasser erhaltenen Lösung schla 
gen Eisenvitriol oder , Oxalsäure das Gold als 
ein feines braunes Pulver nieder, das durch Rei 
ben mit dem Polierstahl Metallglanz annimmt. 
Mit Quecksilber vereinigt es sich leicht zu Gold 
amalgam. Ganz reines Gold wird meist nur 
zur Pierstellung der feinsten Sorte Blattgold 
genommen, da es sich zu den feinsten, grün 
durchscheinenden Folien auswalzen oder schla 
gen läßt. Im allgemeinen benutzt man es aber 
wegen seiner Weichheit und leichten Abnutzbar 
keit in Form von Legierungen mit Silber oder 
Kupfer. Durch einen Zusatz von Kupfer erhält 
man die sog. rote, durch einen Zusatz von Silber 
die weiße und durch einen Zusatz beider Metalle 
die gemischte Karatierung, Eine wenig ge 
brauchte Legierung mit Eisen heißt Graugold. 
Im Handel erscheinen diese Legierungen meist 
in gegossenen Zainen oder Barren verschiedener 
Größe, oft von der Form der Siegellackstangen. 
Der wirkliche Feingehalt jedes Barrens ist durch 
einen Wardein ermittelt und durch Stempelung 
beglaubigt. Als Münzeinheit diente früher ein 
halbes Pfundgewicht, die Mark, die in 24 Karat 
zu je 24 Grän eingeteilt war. Ein rakarätiges 
Gold war demnach eine Legierung von 14 Teilen 
Gold und 10 Teilen Zusatz. Jetzt wird der Fein 
gehalt nur noch nach Tausendteilen angegeben, 
d. h. wieviel Teile Gold in 1000 Teilen enthalten 
sind. Der Feingehalt der meisten Goldmünzen, 
insbesondere auch der deutschen, beträgt 900 
Tausendstel. Das Gold ist in erster Linie Mün 
zenmetall. Außerdem dient es zur Piersteilung 
von Schmuckgegenständen, in Form von Blatt 
gold für Galanterie- und Buchbinderarbeiten, 
ferner zu galvanischen Vergoldungen, zur Ver 
zierung von Glas- und Porzellanwaren und ah 
Chlorgold für photographische Zwecke. Zur Feuer 
Vergoldung bedient man sich des Amalgams, zin 
galvanischen Vergoldung einer Zyangold-Zyan- 
kaliumlösun^, welche durch Vermischung von 
Goldchlorid mit Zyankalium entsteht. Der Preis 
des Goltjes beträgt zurzeit etwa 2700 M. 
Goldchlorid (Chlorgold, lat. Aurum chlora 
tum, frz. Perchlorure d’or, engl, Chloride of 
gold), AuC! 4 , entsteht bei Behandlung von Gold 
mit Königswasser als eine braune hygroskopische
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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