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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
G
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Goldlacke 
145 
Granat 
Masse, die in Wasser, Alkohol und Äther löslich 
ist. Mit Natriumchlorid vereinigt es sich zu 
einem kristallisierenden Doppelsalze Natrium- 
gol dchlorid. Beide Salze werden in der Medi 
zin, ferner in der Photographie, zur Malerei aui 
Glas und Porzellan, zur galvanischen Vergoldung 
und zum Färben von Glasflüssen benutzt. 
Goldlacke (Goldfirnisse), hellfarbige Lacke, 
die durch einen löslichen gelben Farbstoff 
(Gummigutt, Orle|n, Drachenblut) gefärbt sind, 
dienen zum Lackieren von Gegenständen aus 
Tombak und Messing, auch von abgeschliffenem 
Holz, besonders aber bei der Piersteilung un 
echter Goldleisten, deren Belegung von Blatt 
silber der aufgesetzte gelbe , Lack das Aus 
sehen von Gold verleiht. Auch auf wirkliches 
Blattgold werden diese Lacke aufgetragen, um 
der Vergoldung mehr Dauer, Glanz und Feuer 
zu geben. 
Goldpurpur (Cassius Purpur), die berühmte, 
zum Rotfärben des Goldrubinglases benutzte 
Farbe, wird durch Vermischen einer durch Eisen 
chlorid teilweise oxydierten Zinnchlorürlösung 
mit Goldchlorid dargestellt als ein mehr oder 
weniger rotes Pulver mit einem Goldgehalt von 
20—75 o/o. In chemischer Hinsicht ist es nach 
treueren Forschungen als ein Gemenge von fein 
verteiltem (kolloidalem) Gold mit Zinndioxyd 
amusehen. 
Gomutifaser, die von einer auf allen Sunda- 
Inseln wachsenden Palme, Arenga sacchari- 
fera, abstammende pferdehaarähnliche Faser 
wird zu Tauwerk, zum Kalfatern der Schiffe 
Usw. verwandt. 
Qonorol, ein Mittel gegen Tripper, besteht 
aus Santalol, dem Hauptbestandteil des Sandel 
holzöles. 
Gorgonzola, ein italienischer, auch Strac- 
chinp genannter Fettkäse, der wie der Roquefort 
von Schimmelwucherungen durchsetzt ist und in 
großen runden Laiben in den Handel kommt, 
wird meist mit einem Gemisch von Schwerspat 
mit Talg oder Schweinefett umhüllt und äußer 
lich wohl auch mit Eisenoxyd gefärbt. Infolge 
des Widerspruchs der ausländischen Abnehmer 
gegen diese bis zu 27 °/o betragende Beschwe- 
r ung hat die italienische Regierung zunächst den 
Ersatz des Schwerspats durch Talk oder Ton, 
später aber die Fortlassung des Überzuges über 
haupt empfohlen. 
Gose, ein helles, schäumendes, in echter Form 
2 ugleich ober- und untergäriges Bier von süß 
säuerlichem Geschmack, wurde ursprünglich in 
Goslar am Harz gebraut, während es jetzt auf 
dem Rittergute Döllnitz bei Halle hergestellt, in 
Eeipzig-Gohlis und anderen Orten, allerdings 
meist nur als obergäriges Bier, nachgeahmt wird, 
Gbschon die Vorschrift zur Herstellung geheim- 
Sehalten wird, so scheint es doch keinem Zweifel 
2U unterliegen, daß die G. aus Weizen, möglicher 
weise auch etwas Hafer und aus Gerstenmalz ge 
hraut wird. Auch enthält sie etwas Kochsalz 
und Weinsäure. Für weiteren Versand in Fässern 
'st die G. nicht geeignet. Auf Flaschen gefüllt 
(Stöpselgose) läßt sie sich aber ziemlich gut 
v .®rsenden. Die echte Döllnitzer G. wird in Leip- 
und Umgegend in eigentümlich gestalteten, 
Se hr langhalsigen, nicht verkorkten Flaschen 
■ä-ufbewahrt, wobei sich der größte Teil der 
■’I e 1 ck s Warenlexikon. 
Hefe am Boden, der kleinere oben im Halse ab 
setzt. 
Gottesgnadenkraut (Purgierkraut, wilder 
Aurin, lat. Herba gratiolae, frz. Gratiole, engl. 
Hedge-Hyssop), eine auf feuchten Wiesen vor 
kommende ausdauernde Skrophulariazee mit 
gegenständigen, sitzenden, lanzettförmigen, etwas 
eingesägten Blättern und einzeln in den Blatt 
winkeln stehenden Blüten mit weißer oder fleisch 
roter Blumenkrone und gelblicher Röhre, ist 
geruchlos, hat aber einen scharfen, widrigen, 
zusammenziehenden Geschmack. Das mit der 
Blüte gesammelte und getrocknete Kraut enthält 
zwei abführende Glykoside, Gratiosolin und 
Gratioljn, und wird als Abführmittel sowie 
bei Wassersucht angewandt. 
Gottliebs Hautfunktionsöl, ein verbreitetes 
Kurpfuschermittel, ist gewöhnliches 1 Olivenöl. 
Goudron, ein Ersatzstoff für Asphalt, wird ent 
weder aus den Destillationsprodukten des Braun 
kohlenteers oder durch Zusammenschmelzen von 
Asphalt mit natürlichen zähen Naphthas orten (Berg 
teer) dargestellt und an Stelle des reinen Asphalts 
zur Straßenbedeckung und ähnlichen Zwecken 
benutzt. 
Granat (frz. Grdnat, engl. Garnet), ein in zahl 
reichen Abarten vorkommendes, zu den wasser 
freien Doppelsilikaten gehöriges Mineral, kristal 
lisiert im tesseralen Systeme, am häufigsten in 
Kombinationen mit vorherrschendem Rhomben 
dodekaeder. Je nach der Art der Basen, mit 
denen die Kieselsäure verbunden ist, pflegt man 
zwei Gruppen zu unterscheiden, nämlich Ton 
granaten und Eisengranaten, von denen die 
ersteren Tonerde-, die letzteren Eisensilikate ent 
halten. Von den Tongranaten unterscheidet man 
wieder: Eisenoxydultongranaten, Kalkton 
granaten und die selteneren Mangantongra- 
naten, während die Eisenoxydgranaten meist 
Kalk-Eisengranaten sind. Einige G. ent 
halten auch etwas Magnesia und Chromoxyd. Im 
Handel versteht män unter G. gewöhnlich nur 
die feurig dunkelroten Sorten, die am häufig 
sten als Schmucksteine geschliffen werden, doch 
verarbeitet man auch andersfarbige, grüne, gelbe, 
braune und schwarze sowie farblose G. zu 
Schmucksachen. Die roten G. werden zuweilen 
auch Karfunkel genannt. In Deutschland ver 
wendet man vorzugsweise böhmische G.. die 
auch Pyropen heißen, jedoch von den ostindi 
schen und grönländischen an Reinheit und, schö 
ner Färbung übertroffen werden. Sie finden sich 
gewöhnlich auf zweiter Lagerstätte, in Schwemm- 
und Schuttland, im Sande von Flüssen und 
Bächen, besonders am Fuße des böhmischen 
Mittelgebirges bei Podsedlitz, Trziblitz, Maronitz 
und in der Gegend von Gitschin, wo schon seit 
alten Zeiten reiche Erträge, besonders an kleinen 
Steinen, gewonnen werden. Die G. werden an 
mehreren Orten Böhmens in besonderen Schleife 
reien facettiert und, soweit sie nicht sofort ge 
faßt werden, gebohrt, damit sie auf Schnüre 
gereiht und so in den Handel gebracht werden 
können. Außerdem werden in Böhmen auch aus 
wärts gesammelte G., namentlich Tiroler aus dem 
Zillertal, verarbeitet. Das Anschleifen der Flä 
chen geschieht meist nur auf das Ungefähr hin, 
doch werden große und schöne Stücke, wie sie 
in Böhmen und überhaupt selten sind, hach den 
IO
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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