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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
H
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Heroin 
161 
Himbeeren 
weißen Winterpelze bilden die Handelsware. Je 
nördlicher die Tiere wohnen, um so dunkler 
ist im Sommer ihr Braun und desto reiner im 
Winter ihr Weiß. Nach der Weiße, sowie der 
Länge und Feinheit des Haares richtet sich der 
Preis, doch sieht man auch auf die Festigkeit 
der Haut. In allen diesen Eigenschaften haben 
die sibirischen Felle den Vorrang. Als beste 
Ware gilt diejenige von Barabinsk und Ischni, 
danach die aus Jenissei und Irkutsk, während 
die H. aus dem europäischen Rußland erst an 
zweiter Stelle stehen. Von anderen Orten kom 
men gar keine Hermelinfelle in den Verkehr, 
auch nicht aus Norwegen, obschon das Tier 
dort so wenig wie in anderen Schneeregionen 
fehlt. Der Fang der Hermeline geschieht in 
Fallen und liefert ein beträchtliches Gesamt 
ergebnis, denn außer den Mengen, die in Ruß 
land selbst verbraucht und direkt nach China 
und den türkischen Provinzen abgesetzt werden, 
bewegen sich immer noch 160000 Stück alljähr 
lich über den Weltmarkt von Leipzig, Nach 
ahmungen werden aus dem Fell des kleinen 
Wiesels (Schnee wie sei) und des Kaninchens 
(Laschitz) hergestellt. 
Heroin, ein weißes Kristallpulver von schwach 
bitterem Geschmack, wird durch Erhitzen von 
Morphin mit Azetylchlorid dargestellt und ist als 
Diazetylmorphin anzusprechen. Es ist in Wasser 
und kaltem Alkohol nahezu unlöslich, löst sich 
aber leicht in siedendem Alkohol, Chloroform, 
Benzol , und wird durch Säuren in leicht lös 
liche Salze übergeführt. Der Schmelzpunkt 
liegt bei 173 0 . In Form des salzsauren Salzes 
wird H. an Stelle von Morphin gegen At- 
mungsbeschwerden, katarrhalische Beschwerden 
u. dgl. verordnet. 
Hessischgelb, ein zu den Azofarbstoffen ge 
höriger Teerfarbstoff, bildet ein orangegelbes, 
m Wasser mit braungelber Farbe lösliches Pul 
ver. Die wäßrige Lösung gibt mit Salzsäure 
einen schwarzen Niederschlag. In der durch 
konz. Schwefelsäure erhaltenen violetten Lösung 
entsteht beim Verdünnen mit Wasser ebenfalls 
ein schwarzer Niederschlag. Der Farbstoff ent 
steht aus dlazotierter Diamidostilbendisulfosäure 
mit zwei Molekülen Salizylsäure und dient zum 
Gelbfärben. 
Hessischpurpur N und B, dem vorigen analoge 
r ote Farbstoffe, zu deren Herstellung statt der 
Salizylsäure Naphtylamin bzw. Naphtylamin- 
sulfosäure genommen wird. 
Hessischviolett wird in gleicher Weise ge 
wonnen unter Ersatz der Salizylsäure durch je 
®in Molekül a-Naphtylsäure und ß-Naphtol. 
Heu (frz. Foin, engl. Hay), das in der Haupt 
sache durch Trocknen von Wiesengräs und 
Klee (Kleeheu), seltener aus anderen Schmetter 
lingsblütlern (Esparsette, Luzerne) und Baumlaub 
(Laub heu) hergestellte bekannte Futtermittel 
bildet schon jetzt den Gegenstand eines bedeu 
tenden Handels nach den Großstädten, der sich 
besonders längs der schiffbaren Flüsse, Kanäle 
mid Küsten hinzieht, ausnahmsweise aber auch 
Eisenbahnen benutzt. Auf dem Seewege 
v 'md selbst von Amerika H. nach Europa ein 
geführt. Da 1 cbm loses H. 60—68 kg, r cbm 
fest getretenes H. 70—75 kg, 1 cbm Preßheu 
a ber bis 400 kg wiegt, empfiehlt es sich, für 
Mcrcks Warenlexikon. 
weiteren Transport immer die Heupresse anzu 
wenden. Der Wert des Heues hängt in erster 
Linie- von der Art der Pflanzen ab und ist bei 
Kleeheu mit durchschnittlich 13% Protein, 15 °/o 
Rohfett, 6% stickstofffreien Extraktstoffen und 
250/0 Rohfaser höher als bei Wiesenheu (10%, 
1 °/o, 40%, 26 °/o). Außerdem ist die Art der 
Einbringung (Regen) und Aufbewahrung von 
größter Bedeutung. Dumpfiger Geruch deutet 
auf Zersetzung (Schimmelbildung) und mahnt zur 
Vorsicht bei der Fütterung. Die deutsche Erzen 
gung betrug im Jahre 1913 rund 42 Millionen, 
1914 sogar 46 Millionen Tonnen im Werte von 
1V2—2 Milliarden M. Sichere Abnehmer sind 
die Abmelkwirtschaften der Großstädte, da eine 
Kuh von 600 kg jährlich 40—45 dz gebraucht, 
während man auf ein Pferd 15—25 dz rechnet. 
Heureka, eine 2o°/oige Natronlauge zum Rei 
nigen von Bierleitungen, wird zum Preise von 
2,50 M. (!) für 3 /t 1 verkauft. 
Hexamethylentetramin (Aminoform), N 4 . 
(CH S ) 6 , entsteht bei Behandlung von Form 
aldehyd mit Ammoniak als eine weiße Kristall 
masse, die in Wasser, Chloroform und Alkohol 
löslich, in Äther aber unlöslich ist und einen, 
süßlich-salzigen Geschmack besitzt. Durch Säu 
ren sowie schon beim gelinden Erwärmen der 
wäßrigen Lösung wird Formaldehyd abgespaltcn. 
Auf dieser Eigenschaft beruht die medizinische 
Verwendung des H. zur innerlichen Desinfek 
dion als Harnantiseptikum (Urotropin), harn 
säurelösendes Mittel usw. Die bisweilen ver 
suchte Anwendung zur Fleischkonservierung ist 
aus dem gleichen Grunde wie die von Form- 
aldehyd nach dem Fleischbeschaugesetz verboten. 
Hickoryholz (Flickeryholz). Das Holz ver 
schiedener Arten der Gattung Carya, die in 
Nordamerika Vorkommen und zu den Walnuß 
gewächsen gehören. Am häufigsten trifft man 
das Holz von Carya alba, das auch in großer 
Menge eingeführt und in der Kunsttischlerei 
verarbeitet wird. Es ist weniger fein und glän 
zend als das gewöhnliche Nußbaumholz, aber 
hart und schwer, zäh und dauerhaft. —- Die an 
genehm schmeckenden Früchte desselben Bau 
mes, die unter dem Namen Hickorynüsse oder 
Vexiernüsse (weil der Kern sehr schwer her 
auszubekommen ist) bekannt sind, dienen zur 
Ölbereitung. Andere Arten sind Carya olivae- 
formis und Carya porcina. 
HienfongesSenz ist ein mit Chlorophyll grün 
gefärbter spirituöser Auszug von Lorbeerblättern 
und -früchten, Krauseminze, Pfefferminzöl und 
verschiedenen anderen ätherischen Ölen. H. 
wird auch durch Destillation hergestellt und in 
der Volksmedizin gebraucht. 
Himbeeren (lat. Baccae rubi idaei, frz. Fram 
boises, engl. Rasp-berries), die Früchte des zu 
den Rosenblütlern gehörigen Himbeerstrau 
ches, Rubus Idaeus, der in ganz Europa und 
Asien in trockenen Wäldern und Gebüschen, wild 
wächst, außerdem aber auch in Gärten angepflanzt 
wird, finden zur Herstellung von Himbeersaft 
(s. d.), Himbeertinktur, Essenz, Marmelade 
(s. d.) ausgedehnte Anwendung. Besonders, die 
wegen ihres; stärkeren Aromas bevorzugten Wald 
himbeeren bilden einen wichtigen, Handelsartikel 
und kommen aus dem Erzgebirge, Riesengebirge 
I I
	        

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Die Wirtschaftlichen Und Politischen Motive Für Die Abschaffung Des Britischen Sklavenhandels Im Jahre 1806/07. Duncker & Humblot, 1905.
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