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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
A
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Alizarinorange 
Alizarin 11 
Düngemittel empfohlen wird. Die dem Mittel 
nachgerühmte Wirkung, den atmosphärischen 
Stickstoff zu binden, ist von anderer Seite be 
stritten worden. 
Alizarin (Krapprot, Lizarinsäure, frz. und 
engl. Alizarine) heißt der Hauptfarbstoff der 
früher besonders in Frankreich angebauten 
Krappwurzel, von deren orientalischer Be 
zeichnung (Alizart) sein Name abgeleitet ist. 
Das A. findet sich in der Wurzel nicht fertig 
gebildet vor, sondern in Form eines Glykosides, 
der Ruberythrinsäure, welche bei der Behand 
lung mit Säuren öder durch freiwillige Fermen 
tation in Zucker und den Farbstoff zerfällt. 
E)as so erlangte Produkt enthält neben A. noch 
einige verwandte Substanzen, wie Isopurpu 
rin und Flavopurpurin und wird als „grü 
nes A. bezeichnet. Seine Bedeutung für die 
Industrie war in dem Augenblicke vernichtet, 
als Graebe und Liebermann r868 nachwie 
sen, daß A. ein sauerstoffhaltiges Derivat des 
Anthrazens sei, und ein Verfahren zur künst 
lichen Darstellung entdeckten. Das Ausgangs 
material der Fabrikation ist das Anthrachi- 
non, welches aus .dem gereinigten Anthrazen 
des Steinkohlenteers durch Oxydation mit 
Chromsäuremischung gewonnen und durch Er 
hitzen mit rauchender Schwefelsäure in Anthra- 
chinonmonosulfosäure übergeführt wird. Die 
letztere liefert bei mehrtägigem Schmelzen mit 
Ätznatron und etwas Kaliumchlörat bei 180 bis 
200° unter Druck das Nätriumsalz des Oxy- 
anthrachinons (Alizarin), C(,H,(CO J 2 C„H 2 (OH) !! , 
welchem wechselnde Mengen des aus gleich 
zeitig gebildeter Disulfosäure entstandenen Iso- 
und Flavopurpurins beigemischt sind. Aus der 
Schmelze wird durch Salz- oder Schwefelsäure 
das A. als .gelber, flockiger Niederschlag aus 
gefällt. In dieser Form, d. h. als eine feuchte, 
io- bis 15 0/0 ige Paste gelangt es direkt zum Ver 
kauf, weil es durch Trocknen an Brauchbarkeit 
verliert. Die Paste muß vor Frost geschützt 
werden. Nach einem neueren Verfahren stellt 
man das A. auch, ohne erst die Sulfosäure zu 
bilden, durch direktes Verschmelzen des An- 
thrachinons mit Ätzkali unter Zusatz von Oxy 
dationsmitteln her, oder man gewinnt es durch 
Elektrolyse eines Gemisches von Anthrachinon 
mit Ätzkali. Das chemisch reine A. ist ein ver 
schieden getöntes gelbes Pulver, welches aus 
Alkohol in langen, glänzend durchsichtigen Na 
deln von dunkelgelber Farbe kristallisiert. Die 
Kristalle verlieren bei ioo° ihr Kristallwasser, 
schmelzen bei 290 0 und sublimieren unzersetzt. 
Die Substanz ist fast unlöslich in kaltem, schwer 
löslich in heißem Wasser, leicht löslich in Al 
kohol, Holzgeist, Äther und Eisessig mit gelber 
Farbe, in Alkalien mit blauvioletter Farbe. Sei 
ner Konstitution entsprechend, verhält sich das 
A. wie eine schwache Säure. Es liefert mit 
Basen Salze (Krapplacke) und wirkt sonach 
als Beizenfarbstoff. Die Verbindungen mit Kalk 
und Baryt sind blau, mit Alaun und Zinnsalz 
rot, mit Eisenoxydul schwarzviolett und mit 
Chromsalzen bordeaux bis violettbraun. Die im 
Handel vorkommenden Fabrikmarken enthalten 
neben Alizarin meist wechselnde Mengen Iso 
purpurin und Flavopurpurin und werden bei 
überwiegendem Gehalt an letzterem Alizarin- 
Gelbstich, gegenüber dem aus reinem A. be 
stehenden A.-Blaustich genannt, außerdem 
aber meist noch durch Buchstabenbezeichnung 
unterschieden. Vorwiegend aus Isopurpurin be 
stehen die Marken; GD, SX undRX; aus Flavo 
purpurin: Gl, RG, SDG und X; Mischungen 
beider sind RN, RA und RR. Das A. findet in 
Färberei und Zeugdruck ausgedehnte Anwen 
dung, und zwar für ersteren Zweck besonders 
das isopurpurinhaltige (daher Alizarin für 
Färberei), für letzteren mehr das flavopurpu- 
rinhaltige Produkt (A. f. Druckerei). Es ge 
hört, weil auf der Faser gebunden, zu den be 
ständigsten und lichtechtesten I‘ arbstoffen und 
bildet vor allem die Grundlage der Türkisch 
rotfärberei. Die Synthese des künstlichen Ali- 
zarins ist das klassische Beispiel für die volks- 
wirtschaftlicheBedeutung chemischer Forschung. 
Sie hatte als unmittelbare Folge die Vernich 
tung der blühenden französischen Krappkultur, 
welche von Napoleon III. vergeblich durch ge 
setzgeberische Maßnahmen (Rotfärbung der Mi 
litärhosen) zu bekämpfen versucht wurde, und 
hat dafür eine blühende neue Industrie ins Leben 
gerufen. Während im Jahre 1874 in Europa 
1250 t A., davon in Deutschland 900 t fabriziert 
wurden, stellt Deutschland zurzeit allein zirka 
24000 t her, wovon ein großer Teil zur Ausfuhr 
gelangt. Der Preis ist dementsprechend von 
12 M. im Jahre 1873 auf t M. für 1 kg der 
20 o/o^igen Paste herabgesunken. 
Alizarinblau (frz. Bleu d’alizarine, engl. Aliza 
rine blue), das Chinolin des Alizarins, entsteht 
beim Erhitzen von Nitroalizarin (A. orange) mit 
Glyzerin und Schwefelsäure. Es kommt als 
20 0/0 ige, in Wasser unlösliche Paste oder, in 
Verbindung mit Natriumsulfit, als ein wasser 
lösliches Pulver (lösliches A. S.) in den Handel 
und dient zum Färben und Drucken gebeizter 
Wolle und Baumwolle. A. ist gegen Waschmittel 
und die meisten Agenden sehr echt, färbt sich 
aber mit Alkalien grünlich und mit Salzsäure 
violett. — Alizarinblau GG ist ein Arylamin- 
oxyanthrachinon (s. d.). 
Alizarinbordeaux (Chinalizarin, Tetraoxy- 
anthrachinon) — [C a H„(OH) 2 j 2 ( CO) 2 — ent 
steht aus Alizarin und rauchender Schwefelsäure, 
als ein rotes, koschenilleähnlich färbendes Pulver. 
Allzarin-Cyanin (Pentaoxyanthrachinon), 
bronzefarbene Blättchen, welche mit Tonerde 
gebeizte Stoffe blau färben. 
Alizaringrün, ein Anthrazenfarbstoff (Tetra- 
oxyanthrachinon), färbt mit Chrom gebeizte 
Wolle echt blaugrün und dient außerdem zum 
Baumwolldruck. Alizaringrün S ist die dem 
Alizarinblau entsprechende Verbindung a-Nitro- 
alizarin. Fälschlich wird der Name auch für 
Zoerulein (s. d.) angewandt. 
Allzarinmarron, Alizaringranat, A. Kardi 
nal sind verschiedene, durch Reduktion von 
Nitroalizarin erhaltene Amidoa 1 iz ar ine, welche 
Wolle je nach der Beize rot bzw. marron färben. 
Allzarinorange (Nitroalizarin) wird darge 
stellt durch Einwirkung salpetriger Dämpfe auf 
festes oder in Ligroin gelöstes Alizarin und 
nachheriges Behandeln mit Pottasche. Es er 
scheint im Handel als braungelber Teig von 
10—20 0/0 Trockensubstanz oder in Form des 
Natriumsalzes als Pulver und bildet das Haupt
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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