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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
I
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Ignatiusbohnen 
173 
Indigo 
gegen Lungentuberkulose verordnet. Wegen der 
Unterschiebung minderwertiger Ersatzmittel ist 
Vorsicht beim Ankauf geboten. 
Ignatiusbohnen (lat. Fabae St. Ignatii, frz. 
Pöves de Saint-Ignace, engl. St. Ignatius beans), 
die Samen eines auf den Philippinen wachsen 
den Baumes Strychnos Ignatii oder Ignatia 
amara, welcher dem Krähenaugenbaum (s. d.) 
nahe verwandt ist und mit diesem die Bitterkeit 
seiner Teile und die besondere Giftigkeit der 
Samenkörner teilt, enthalten Strychnin und Bru 
zin, und zwar in größerer Menge als die Krähen- 
augeh. Die Bohnen, die ihren Namen daher 
erhalten haben, daß sie zuerst von den Jesuiten 
medizinisch angewandt wurden, sind sehr ver 
schieden gestaltet, i—2 cm lang, meist stumpf 
dreikantig, eiförmig, an den Seiten teils konkav, 
teils konvex, fein gerunzelt oder glatt und stellen 
weise bräunlich behaart. Die Farbe ist ver 
schieden, grau oder bräunlich, die Substanz 
hornartig. Die geruchlosen, aber äußerst bitter 
und ekelhaft schmeckenden Samen dienen zur 
Bereitung von Strychnin. 
Ilovit, ein zum Reinigen von Bierleitungs 
röhren angepriesenes Präparat, besteht aus ge 
wöhnlichem rohen Ätznatron. 
Imogensulfit ist der Handelsname für ein Ge 
misch photographischer Entwickler mit der er 
forderlichen Menge Natriumsulfit. 
Indamine, Farbstoffe der Chinoniminreihe von 
der allgemeinen Formel NH .C 6 H 4 N X 6 H4.NH 2 , 
entstehen, wenn Paradiamine oder Paraamidophe- 
nole bei Anwesenheit von Monaminen oder Pheno 
len in saurer Lösung oxydiert werden, während in 
alkalischer Lösung die verwandten Indophenole 
gebildet werden. Die L, deren einfachster Ver 
treter das Phenylenblau (aus Anilin und Para- 
Phenylendiamin) ist, bilden grüne bis blaue 
Salze und sind durch große Sodabeständigkeit 
ausgezeichnet, werden aber von Säuren leicht 
zerstört und finden daher als Beizenfarbstoffe für 
Baumwolle nur beschränkte Anwendung. 
Indanthren, ein blauer Anthrazenfarbstoff, 
wird durch Schmelzen von Betaamidoanthra- 
chinon mit Kali bei 200—300 0 hergestellt, als 
ein blaues, in Wasser und Alkalien unlösliches, 
aber in alkalischer Hydrosulfitlösung lösliches 
Pulver und dient zum Färben von Baumwolle. 
Indigo (lat. Indicum, frz. und engl. Indigo), 
der wichtigste und echteste blaue Farbstoff, ist 
schon seit dem frühesten Altertum in Ostindien 
bekannt und bereits zur Zeit der alten Römer 
•uach Europa gebracht worden, wo er vielfach 
als ein Mineral, indischer Stein, angesehen 
Wurde. Tatsächlich ist er ein Erzeugnis des 
Pflanzenreichs und findet sich als ein Glykosid 
den Blättern verschiedener Papilionazeen, 
'de Indigofera tinctoria, I. pseudotinc- 
f oria, I. a.nil, I. disperma, I. argentea und 
h emargfnata. Einige weitere Pflanzen, aus 
denen früher ebenfalls geringe Mengen I. ge 
wonnen wurden, wie der auch in Deutschland 
“©gebaute Waid, ferner der Färberknöterich 
(Polygonum tinctorium und chinense) u. a. kom 
men technisch nicht mehr in Betracht. Die In- 
digopflapze wird in Süd- und Mittelamerika, in 
Ägypten, Arabien und am Senegal, vor allem 
aber in Ostindien in großem Maßstabe angebaut 
u -ud nach der Ernte gleich an Ort und Stelle 
weiter verarbeitet. Der Farbstoff ist in den 
Blättern nicht fertig gebildet, sondern in Form 
eines Glykosides, Indikan, vorhanden, aus dem 
er durch eine Gärung in Freiheit gesetzt wer 
den muß. Zu dem Zwecke pa.ckt man die Pflan 
zen in große Bottiche oder Zisternen, beschwert 
sie mit Steinen und setzt sie völlig unter Wasser, 
worauf unter Entwicklung von Kohlensäure, Me 
than und anderen Gasen die Zersetzung vor sich 
geht. Die klar abgezogene, goldgelbe bis gelb 
grünliche Flüssigkeit wird nun durch Räder oder 
Schaufeln kräftig geschlagen, bis die Berührung 
mit der Luft das farblose Jndikan in Indigo 
blau umgewandelt hat. Der zu Boden gesunkene 
blaue Schlamm wird nach dem Ablassen der 
Flüssigkeit mit kaltem und heißem Wasser ge 
waschen, darauf in Zeugbeuteln oder Filter 
pressen teilweise entwässert und schließlich, in 
Würfel zerschnitten, im Schatten getrocknet. Aus 
800 kg Pflanzen erhält man 1 kg Indigo mit 
50—60 °/o Indigotin, Die Handelsware bildet 
geruch- und geschmacklose Stücke von tiefblauer 
Farbe, die beim Reiben einen kupferroten, me 
tallglänzenden Strich zeigen und sich in Wasser 
ohne Hinterlassung eines erdigen Bodensatzes 
völlig zerteilen. Guter I. soll nicht mehr als 7°/o 
Feuchtigkeit und 7—9% Mineralstoffe enthalten, 
auf Wasser schwimmen und beim Erhitzen unter 
Entwicklung purpurroter Dämpfe sublimieren. 
Er ist unlöslich in Wasser. Alkohol, Äther, fetten 
Ölen, verdünnten Säuren und Alkalien, wird aber 
durch Chlor entfärbt, durch verdünnte Salpeter 
säure in Isatin, durch konzentrierte in Pikrinsäure 
übergeführt und von konzentrierter Schwefel 
säure, Eisessig und Anilin gelöst. Der natür 
liche I. ist ein Gemisch mehrerer Verbindungen, 
von denen das zu 20—80 °/o, im Mittel 40—50%, 
vorhandene Indigotin (Indigoblau) den 
eigentlichen Farbstoff bildet. Daneben finden 
sich: das durch Äther und Alkohol extrahierbare 
Indigrot, das in Alkalien lösliche Indigbraun 
und der in Wasser, Alkohol, Säuren und Alka 
lien lösliche Indigleim. Der I. unterliegt zahl 
reichen Verfälschungen mit Stärke, Holzmehl, 
Berlinerblau usf., die nach den üblichen Me 
thoden nachgewiesen werden. Das sicherste Mittel 
zur Wertbestimmung ist die Ermittlung des Ge 
haltes an Indigotin. — Das Färben mit I. er 
folgt in der Weise, daß man den Farbstoff 
mit Hilfe reduzierender Mittel, wie Eisenvitriol 
und Ätzkalk, Zihkstaub und Kalkmilch oder mit 
schwefligsauren Salzen in das alkalilösliche In- 
digweiß überführt, und in die erhaltene Lösung, 
die sog. Küpe (Vitriol-, Zink-, Sulfitküpe), die zu 
färbenden Stoffe eintaucht. Durch fäulnisfähige 
organische Zusätze, wie Urin, Kleie, Waid her 
gestellte Lösungen von Indigweiß nennt man 
Gärungsküpe (Urinküpe). Nach etwa zweistün 
digem Aufenthalte in einer der genannten Lö 
sungen, und zwar Wolle in der Gärungsküpe, die 
anderen Gewebe auch in den übrigen Küpen, 
wird der Stoff herausgenommen und der Luft 
ausgesetzt, wobei er sich unter Bildung des fest 
auf der Faser haftenden Indigotins erst grün, 
dann blau färbt. Mit Indigo behandelte Stoffe 
erkennt man daran, daß sie von Chlor und 
Salpetersäure entfärbt werden, gegen Alkali aber 
unempfindlich sind. Von den übrigen Methoden 
der Indigofärberei ist vor allem die Anwendung
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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