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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
I
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Indigo 
174 
Ingwer 
der Indigkompositionen oder Indig-Solu- 
tion zu erwähnen. Zu ihrer Herstellung löst 
man I. in konz. Schwefelsäure und erwärmt die 
Lösung mit Flockwolle, wobei letztere das Indi 
gotin an sich zieht. Der, mit Wasser gewaschenen 
Wolle wird der Farbstoff mit Alkalien entzogen, 
und die sog. abgezogene Komposition oder 
Sächsischblau zum Färben von Wolle und 
Seide, nicht von Baumwolle, benutzt. -— In ähn 
licher Weise verwendet man das rein dargestellte 
indigschwefelsaure Natrium, auch Indigo 
karmin, blauer Karmin, löslicher I. ge 
nannt, das in Form einer teigartigen Paste sowie 
als leicht in heißem Wasser lösliches Pulver in 
den, Handel kommt und außer in der Färberei 
auch als Malerfarbe, Tinte, Waschblau usw. be 
nutzt wird, ln letzter Zeit ist es Möhlau ge 
lungen, durch Erwärmen von I. mit 'Natronlauge 
und Natriumhydrosulfit unter Zusatz von etwas 
hydrolysiertem Eiweiß (Protalbinsäure) zu der 
abgekühlten Lösung und Oxydation mit Wasser 
stoffsuperoxyd einen kolloidalen I. zu erzeu 
gen, der mit Wasser eine homogene Flüssigkeit 
liefert und wie I. zum Färben benutzt werden 
kann. Eine ungeheure Umwälzung in der Indigo 
färberei und dem Handel mit dem natürlichen 
Farbstoff hat die künstliche Darstellung des 
Indigotins hervorgerufen, welche zuerst von A.v. 
Baeyer nach zwanzigjähriger zielbewußter Arbeit 
erkämpft worden ist und nach den Forschungen 
anderer Autoren eine gewinnbringende technische 
Verwertung gestattet. Nach dem verbreitetsten 
Verfahren von Heumann wird Naphthalin zu 
Phtalsäure oxydiert, letztere über das Phtalimid 
(C 6 H 4 .(CO) 2 .NH) in Anthranilsäure (NH 2 .C 6 H 4 . 
COOH) und dann durch Kondensation mit Chlor 
essigsäure in Phenylglyzin-o-Karbonsäure (COOH. 
C 6 H 4 . NH . CH 2 . COOH) übergeführt. Durch 
Schmelzen mit Kali erhält man Indoxylsäure, 
die durch Oxydation mit der Luft Indigo ([C 6 H 4 . 
(CO)(NH).C] 2 ) liefert. Zu einer weiteren aus 
sichtsreichen Synthese geht man vom Anilin aus, 
das bei Einwirkung van Chloressigsäure in Phe 
nylglyzin (C c Ii 5 . NH . CH 2 . COOH) übergeht, 
und schmilzt letzteres mit Natron oder mit 
Natriumalkoholat, oder am besten'Natriumamid, 
ln von Jahr zu Jahr steigendem Maße wird 
jetzt von deutschen Fabriken künstlicher I. 
in den Handel gebracht, reiner und schöner 
als der natürliche, und vor allem billiger! 
Die Folge war ein alsbaldiger Preissturz auf 
dem Weltmärkte. Der natürliche I. vermochte 
nicht mehr zu konkurrieren, und an die Stelle 
der seitherigen Einfuhr nach Deutschland trat 
eine bedeutende Ausfuhr. Während Deutschland 
noch bis 1895 alljährlich 2 Mil!. Kilogramm I. 
im Werte, von 21 Mill. M. aus Indien bezog, 
konnte es 1898 bereits für 7V2 Mill. M. aus 
führen, und der Wert der Ausfuhr stieg in den 
folgenden Jahren 1900 auf 9,4 Mill. M., 1902 auf 
18.5 Mill. M., 1903 auf 20.7 Mill. M., 1904 aüf 
31,7 Mill. M., 190S auf 25,7 Mill. M.. 1906 auf 
31.6 Mill. M. und 1910 auf 43 Mill: M. Der Wert 
der Einfuhr sank in der gleichen Zeit von 8,3 
Mill. M. im Jahre 1898 auf 4,1; 3,7; 1,8; 1,4; 
1,2-—0,8 Mill. M. und dürfte zurzeit gleich Null 
geworden sein. Als Hauptabnehmer deutschen 
Indigos kommen Japan mit 7 Mill, China mit s, 
die Vereinigten Staaten mit 41/2, Rußland mit 3 
und Österreich mit 2,7 Mill. M. in Betracht. Ja 
selbst England führte für 2,6 Mill. M. deutschen L 
ein, trotzdem es andererseits zur Unterstützung 
der indischen Kulturen für Marinetuche die 
Färbung mit natürlichem I. ausdrücklich vor 
schrieb. Diese Maßregel hat gegenüber dem un 
geheuren Preisrückgang von. 830 M. für die Tonne 
im Jahre 1898 auf 250 M. im Jahre 1906 keine 
Wirkung gehabt. Die Ausfuhr Indiens ist von 
44 Mill. im Jahre 1896 auf 18,5, 10,7, 8,3 und 
auf 5,8 Mill. M. im Jahre 1906 gefallen.’ Zahl 
reiche Pflanzer haben den Kampf mit dem künst 
lichen I. auf gegeben und sich dem Anbau an 
derer Gewächse: Baumwolle, Flachs, Kautschuk 
zugewandt. 
Indophenole und Indoaniline, O.C 6 H 4 . 
N . C 6 H 4 . OH, entstehen in analoger Weise wie 
die Indamine (s.d.), aber nur in alkalischer Lösung, 
und kommen als blaue, in Wasser unlösliche, in 
Alkohol lösliche Pulver in den Handel. Sie 
können, ähnlich wie Indigo, reduziert und als 
Küpenfarbstoffe zum Färben und Drucken be 
nutzt werden. Praktische Anwendung findet nur 
das Naphtolblau, O.C 1( )H G .N .C 6 H 4 .N .(CH 3 ) 2 , 
das durch gemeinsame Oxydation von Amido- 
methylanilin und a-Naphtol dargestellt wird. 
Induline sind Abkömmlinge des Chinonimids 
und, als eine Gruppe der Azinfarbstoffe, den 
Safraninen nahe verwandt. Sie werden durch 
Schmelzen von Anilin mit Amidoazobenzol dar 
gestellt und bilden blaugraue oder schwarzblaue 
Pulver, die in Wasser unlöslich sind, sich aber in 
Alkohol mit blauer Farbe lösen. Ersetzt man die 
Azoverbindungen durch Nitroderivate (Nitroben 
zol, Nitrophenol),, so entstehen die Nigrosine. 
Beide Klassen von Verbindungen liefern in Fär 
berei und Zeugdruck außerordentlich echte Fär 
bungen (s. Edelblau). 
Infusorienerde (Kieselgur, lat. Terra infu- 
soria, frz. Terre infusoire, engl. Infusoria earth) 
besteht aus den Kieselpanzern von kleinen Lebe-, 
wesen der Vorzeit, Diatomeen und Infusorien 
und wird in den Becken früherer Teiche und 
Seen gefunden. Besonders mächtige Lager sind 
in der Lüneburger Heide und bei Bilin in Böh 
men vorhanden. Die in chemischer Hinsicht aus 
Kieselsäure bestehende I. findet vielfache Ver 
wendung zur Herstellung des Wasserglases und 
Dynamits, zur Verpackung von stark ätzenden 
Stoffen, wie Brom oder rauchender Salpeter 
säure, als Füllung bei Kasseschränken usw. Die 
Verwendung für jene Zwecke beruht auf dem 
starken Aufsaugevermögen, bei Kasseschränken 
und als Umhüllungsmasse für Dampfrohre auf 
dem schlechten Wärmeieitungsvermögbn. 
Ingwer (Ingber, lat. Rhizoma zingiberis, frz. 
Gingembre, engl. Ginger) besteht aus dem Wurzel- 
Stocke von Zingiber officinale, einer tropi 
schen Pflanze aus der Familie der Gewürz 
lilien (Szitamineen), der auch Zitwerwurzel, 
Kardamom und Kurkuma angehören. Die in 
Südasien heimische Pflanze ist durch die Spanier 
nach Amerika verpflanzt worden und wird auch 
in Sierra Leone angebaut. Ihre Fortpflanzung 
soll nicht durch Samen, sondern durch Wurzel 
teilung erfolgen. Auf der Oberseite des Rhizoms 
entspringen die schilfartigen Blätter, deren Nar 
ben an der Droge noch sichtbar sind, während 
die Verzweigungen an der Unterseite entstehen.
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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