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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
K
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Kakao 
188 
Kaktusholz 
asiatische Vorkommen ist der feine Zeylon-K., 
der nahezu vollständig nach London gelangt, und 
der nach Amsterdam eingeführte Java-K. Aus 
Afrika kommt neuerdings der Kamerun-K. in 
den deutschen Handel. — Zur Verarbeitung 
der Kakaobohnen auf menschliche Genußmittel 
werden meist mehrere Sorten vermischt und 
dann in sog. Kakaomühlen bis zur äußersten 
Feinheit zerrieben. Das wegen seines hohen 
Fettgehaltes flüssige, homogene Gemisch erstarrt 
beim Abkühlen zu der sog. Kakaomasse, 
welche den Ausgangsstoff für die verschiedenen 
K.-Erzeugnisse darstellt. Durch teilweises Ab 
pressen des Fettes in hydraulischen Pressen bei 
erhöhter Temperatur erhält man das Kakao 
pulver, das häufig noch mit Wasserdampf, Pott 
asche, Soda, kohlensaurer Magnesia oder Ammo 
niak behandelt wird und dabei den aufge 
schlossenen K. liefert. Die für letzteren viel 
fach benutzte Bezeichnung löslicher K. ist un 
richtig, da dieses Erzeugnis lediglich die Eigen 
schaft besitzt, sich in Wasser längere Zeit schwe 
bend zu erhalten, ohne einen Bodensatz zu bil 
den. Zurzeit wird das Aufschließen meist mit 
den Kernen vor dem Pulverisieren und Entfetten 
vorgenommen. Als bestes Verfahren empfiehlt 
Zippercr die Behandlung mit Ammoniak, da 
dieses flüchtig ist, während mit den fixen Alka 
lien dem IC fremde Bestandteile einverleibt wer 
den. Voraussetzung ist allerdings die völlige Ver 
tagung des Ammoniaks, da sonst übelriechende 
Erzeugnisse entstehen.: Gemische gleicher Teile 
K. und Hafermehl kommen als Hafer-K, in den 
Handel. Zur Herstellung von Schokolade ver 
setzt man die fetthaltige, noch flüssige Kakao- 
masse mit der gleichen bis anderthalbfachen 
Menge Zucker und vermischt sie mit besonderen 
Wajzen auf das sorgfältigste. Unter Umständen 
werden auch größere Mengen Zucker, ferner 
Kakaobutter und Gewürze (Vanille, Zimt, Nelken, 
Muskat, Perubalsam) hinzugesetzt. Eine durch 
Zusatz von sehr viel Fett leicht schmelzbare 
Schokolade, die zum Überziehen von Zucker 
kernen (Pralinös) oder Zuckerplatten (Creme 
schokolade) dienen, nennt man Kuvertüre. Die 
mit Hilfe von Milch oder Sahne zubereitete 
Milch Schokolade aus der Schweiz wird jetzt 
auch in Deutschland in großen Mengen her 
gestellt. Im Hinblick auf ihren hohen Preis 
unterliegen alle Kakaowaren mannigfachen Ver 
fälschungen. In erster Linie sind Zusätze von 
Mehl und Stärke, von Mineralstoffen (Eisenoxyd, 
Ocker, Bolus), Teerfarbstoffen und Sandelholz 
und den wertlosen gemahlenen Kakaoschalen zu 
erwähnen. Außerdem wird bisweilen zu viel von 
der Kakaobutter abgepreßt und durch billigere 
Fette (Sesamöl, Talg, Kokosfett) ersetzt, und 
schließlich kann durch Beimischung übermäßi 
ger Zuckermengen Verfälschung erfolgen. Nach 
den Beschlüssen des Verbandes Deutscher Scho 
koladenfabrikanten, welche mit großem Nach 
druck für die Reinhaltung ihrer Industrie ein- 
treten, dürfen fremde fette, Schalen und sog. 
Fettsparer (Tragant, Gelatine, Dextrin) überhaupt 
nicht benutzt werden. Der Zuckergehalt soll 
70 o/o nicht übersteigen und ein etwaiger Mehl 
zusatz deutlich gekennzeichnet werden. Der 
Kakaoverbrauch Deutschlands betrug im Jahre 
1912 etwa 52000 t, von denen rund 7000 t aus 
Portugiesisch-Westafrika und 1000 t aus Kame 
run eingeführt wurden. Der Rest stammte aus 
Südamerika. 1913 betrug die Erzeugung der 
deutschen Kolonien bereits 6564 t, Kamerun 
5265 t, Samoa 890 t, Togo 335 t, Neu-Guinea 
741 t) und bis 1930 wäre sie ohne den Krieg 
auf 13—15000 t gestiegen. Dabei sind in Ka 
merun von loooooha geeigneten Bodens erst 
13000 ha erschlossen und auch auf Samoa sind 
Hunderte von Quadratkilometern anbaufähiger 
Boden vorhanden, 
Kakaobutter (lat. Oleum seu ßutyrum cacao, 
frz. Beurre de cacao, engl, oil of Theobrome), 
das Fett der Kakaosamen, in denen es bis zu 
55°/o enthalten ist, wird durch Auspressen der 
Kakaomasse gewonnen und bildet gelblichweiße, 
ziemlich harte Stücke von feinem Kakaoaroma. 
Es löst- sich in siedendem Alkohol, Äther und 
Chloroform, aber zum Unterschiede von Kokos 
fett nicht in 90°/oigem Alkohol. Durch seinen 
Schmelzpunkt von 30—35 0 und die Jodzahl 36 
ist es hinreichend charakterisiert. K. wird in 
letzter Zeit häufig verfälscht, besonders durch 
Sesamöl, Talg und Kokosfett, die nach dem üb 
lichen Gange der Fettanalyse nachgewiesW wer 
den können. Ja, der gesteigerte Verbrauch an 
K. zur Herstellung der überfetteten, leicht schmel 
zenden Schokoladen und die damit verbundene 
Preissteigerung hat sogar zum Erscheinen völli 
ger Nachahmungen geführt, welche als Kakao- 
line (Kokosfett) und Nukoinc (Palmkorn- und 
Kokosfett) ganz offen angepriesen werden. 
K. findet außer in der Schoköladenfabrikation 
und der Medizin zur Herstellung kosmetischer 
Zubereitungen (Salben, Pomaden, Seifen) Ver 
wendung. 
Kakaopflaumen (Ikakopflaumen, Gold 
frücht c, Goldeicheln), die gelblich- oder röt 
lichweißen Früchte eines südamerikanischen 
Strauches, Chrysobalanus Icaco, werden roh 
gegessen, aber auch, in Zucker eingemacht, nach 
Spanien, Portugal usw. versandt, 
Kakaotee werden bisweilen die beim Brechen 
der Kakaobohnen abfallenden, etwas kandier 
ten Samenschalen der Kakaobohne genannt. Sie 
sollen zur Herstellung eines Aufgusses dienen, 
stellen aber ein Genußmittel höchst zweifelhaften 
Wertes dar und scheinen mehr und mehr aus 
dem .Handel zu verschwinden. Zurzeit dürften 
sie hauptsächlich zur Verfälschung von Kakao 
waren Verwendung finden, und es wäre daher 
zu wünschen, daß die reellen Fabriken sie als 
Feuerungsmaterial benutzten. 
Kakaralliholz, ein schweres, hartes Holz, mit 
festem, dichtem Kern von Lecythis ollaria 
in Englisch-Guyana, ist ein vortreffliches Bau 
holz, namentlich zu Wasserbauten und zum 
Schiffsbau, da es dem Meerwasser sehr gut 
widersteht. 
Kaktusholz, das Holz des gemeinen Kaktus, 
Opuntia vulgaris, besteht aus zahlreichen 
dünnen Lagen oder Blättern, deren Gefäßbündel 
zu einem weitmaschigen Netze vereinigt sind. 
Diese Blätter werden aus Algier nach Frankreich 
eingeführt und dort unter dem Namen Bois de 
den teile zu feinen Arbeiten, z. B. zum Auslegeu 
von Kästchen, Visitenkartenhaltern u. dgl. ver 
arbeitet. Man kann das K. mit Chlorkalk blei
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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