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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
K
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Kalifig 
190 
Kaliumchlorid 
fache Verwendung, letztere hauptsächlich in der 
Technik zur Darstellung der Schmierseifen, der 
Oxalsäure, zum Büken leinener und baumwolle 
ner Gespinste usw., ersteres als Ätzmittel und in 
der analytischen Chemie. 
Kalifig, ein Abführmittel amerikanischen Ur 
sprungs aus drei Teilen kalifornischem Fei 
gensirup und einem Teil Sennesextrakt. 
Kalikos (frz. Calkot, engl. Calico), nach fran 
zösischem Sprachgebrauch auch Indiennes ge 
nannt, sind bunt gedruckte Kattune feinerer Art. 
Beide Namen erinnern an Indien (Kalkutta), 
das Stammland dieser Waren, von wo sie früher 
als hochgeschätzte Luxuswaren nach Europa 
kamen, während sie jetzt einen Hauptartikel der 
europäischen Baumwollenfabrikation bilden und 
in ungeheuren Massen sowohl nach Indien selbst, 
als auch nach anderen Ländern ausgeführt wer 
den (s. Kattun). Eine besonders feste Sorte von 
gefärbtem K. wird zu Büchereinbänden benutzt. 
Kalinüsse (wilde Kalabarbohnen), die Sa 
men der im tropischen Amerika heimischen Pa- 
püionazee Mucuna urens, kommen seit 1879 
bisweilen auf den europäischen Markt. Sie sind 
den Kalabarbohnen sehr ähnliche und giftige 
rotbraune Bohnen, runzelig, annähernd scheiben 
förmig und auf der Kante von einer 5 mm brei 
ten, um Y4, des Umfanges reichenden Narbe 
umgeben. 
Kalium (frz. und engl. Potassium), das me 
tallische Element des Ätzkalis, findet sich in 
der Natur nicht in freiem Zustande, bildet aber 
in Form des Silikates einen regelmäßigen Be 
standteil weit verbreiteter Mineralien (Feldspat, 
Glimmer). Außerdem gehen Kaliumverbindungen 
als Verwitterungsprodukte der Gesteine in den 
Ackerboden und das Meerwasser über, und ins 
besondere sind die reichen Kalilager von Staß 
furt und Kalusz als Reste eingedunsteter Meere 
aufzufassen. Das metallische K. wird durch 
Glühen von kohlensaurem K. mit Kohle erhalten, 
wobei der Kohlenstoff dem Salze den Sauerstoff 
entzieht und (das Metall in Dampfform übergeht. 
Man leitet dieDämpfe in eine gekühlte Vorlage und 
fängt das verdichtete Metall in Steinöl auf. Neuer 
dings stellt man das Metall hauptsächlich aus dem 
Hydroxyde durch Reduktion mit metallischem 
Magnesium oder mit Hilfe der Elektrolyse dar. Das 
K. ist bei Zimmertemperatur so weich, daß es sich 
mit dem Messer schneiden läßt. Das spez. Gew. be 
trägt 0,870, das Atomgewicht 39,450. Es schmilzt 
bei 62° ,und geht bei 670° in einen grünlichen 
Dampf über. Frisch angeschnitten, besitzt das 
Metall einen bläulichweißen Glanz, den es aber 
an der Luft durch die sofort beginnende Oxyda 
tion bald verliert, indem sich die Oberfläche 
mit einer Schicht von Kaliumoxyd und -hydroxyd 
überzieht. Sobald ein Stückchen K. auf Wasser 
geworfen wird, tritt eine äußerst heftige Reak 
tion ein. Das Metall entzieht dem Wasser seinen 
Sauerstoff und verwandelt sich in das Hydroxyd, 
während der Wasserstoff in Freiheit gesetzt 
wird. Infolge der dabei freiwerdenden Hitze 
schmilzt das K. zu einer heißen Kugel, welche 
auf der Wasserfläche hin und her rennt, und der 
Wasserstoff entzündet jäich unter Explosions 
erscheinungen mit violetter Flamme. — Das K. 
findet nur in chemischen Laboratorien be 
schränkte Anwendung, .wird aber meist durch 
das billigere Natrium ersetzt. Seine wichtigsten 
Salze und Verbindungen sind in besonderen Auf 
sätzen besprochen. 
Kaliumazetat (essigsaures Kalium, lat. 
Kali aceticum, Kalium aceticum, frz. Acötate de 
potasse, engl. Potassium acetate) wird durch Auf 
lösen von Kaliumkarbonat 'in einem geringen 
Überschuß von Essigsäure und Eindampfen zur 
Trockne dargestellt und entsteht auch als Neben 
produkt der Bleiweißfabrikation. Es bildet 
weiße blättrige Kristallmassen, die an feuchter 
Luft leicht zerfließen und daher in gut ver 
schlossenen Flaschen pufbewahrf werden müssen. 
K. ist ein schon seit alter Zeit unter dem Namen 
Terra foliata tartari bekanntes Arzneimittel 
und wird auch jetzt noch als Diuretikum ver 
ordnet. 
Kaliumbromid (Bromkalium, lat. Kalium 
bromatum, frz. Bromure de potasse, engl. Po 
tassium bromide), KBr, wird in gleicher Weise 
wie Jodkalium dargestellt und bildet weiße, luft- 
beständige Würfel, die sich in zwei Teilen Wasser, 
aber erst in 200 Teilen Alkohol lösen. K. findet 
in der Medizin und Photographie ausgedehnte 
Anwendung. 
Kaliumchlorat (chlorsaures Kalium, lat. 
Kalium chloricum, Kali oxymuriaticum, frz. Chlo- 
rate de potasse, engl, Chlorate of potassium), 
KCIO3, wird durch Einleiten von Chlor in eine 
erwärmte Mischung von Kalkmilch und Kalium 
chlorid, neuerdings auch durch Elektrolyse von 
Chlorkalium, dargestellt. In reinem Zustande er 
scheint es als ein aus farblosen, glänzenden 
Kristallblättchen bestehendes Salz, das in Wasser 
löslich ist, beim Erhitzen schmilzt und unter 
Sauerstoffabgabe in Chlorkalium übergeht. Mit 
leicht entzündlichen Körpern gemengt, verpufft 
K. beim Erhitzen oder durch Schlag und muß 
daher sehr vorsichtig behandelt und gesondert 
auf bewahrt werden. Für den Transport bestehen 
besondere Vorschriften, u. a., daß es in dichten,, 
mit Papier ausgeklebten Behältern verpackt und 
mit dem Vermerk feuergefährlich versehen wird. 
Das K. wird in der Feuerwerkerei, ferner zur 
Fabrikation phosphorfreier Zündhölzer, zur Dar 
stellung von Sauerstoff, in. der Färberei zur Er 
zeugung von Anilinschwarz auf Garnen und 
Geweben benutzt .und dient in der Medizin als 
antiseptisches Mund- und Gurgelwasser. 
Kaliumchlorid (Chlorkalium, lat. Kalium 
chloratum, Kali xnuriaticum, frz. Chloride de 
potasse, engl. Chloride of potassium), KCl, 
findet sich in der Natur in reinem Zustande als 
Sylvin, mit Magnesiumchlorid und Wasser ver 
bunden äls Karnallit in den Staßfurter Ab 
raumsalzen und in geringeren Mengen im Meer 
wasser. Das Hauptmaterial für seine Darstellung 
bieten die Abraumsalze, aus denen es durch Be 
handlung mit heißem Wasser abgeschieden wird. 
K. erscheint in kleinen, würfelförmigen, farblosen 
Kristallen, die etwas schärfer als Kochsalz schmek- 
ken, sich in Wasser leicht lösen und beim Erwär 
men verknistern. Vom Natriumchlorid kann man 
es leicht dadurch unterscheiden, daß es die Flamme 
nicht gelb, sondern violett färbt, ferner mit saurem 
weinsauren Natrium einen weißen und mit Platin- 
chlorid einen gelben kristallinischen Niederschlag 
liefert. K. wird in der Medizin bisweilen als 
Fiebermittel verordnet, in ungeheuren Mengen
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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