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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
K
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Kaliumrhodanid 
192 
Kalk 
tasse, engl. Potassium phosphate). Von den drei, 
denKalziumphosphaten(s.d.) entsprechenden Phos 
phaten des Kaliums entsteht das Trikalium- 
phosphat, K 3 P0 4 , durch Erhitzen von Phos 
phorsäure mit überschüssigem Kaliumkarbonat 
bis zum Glühen in Form wasserlöslicher Kri 
stalle, das Dikaliumphosphat, K 3 HP0 4 , durch 
Sättigung von Phosphorsäure mit Kaliumkarbonat 
und das Monokaliumphosphat, KH 3 P0 4 ,durch 
genaue Neutralisation von Kaliumkarbonat mit 
Phosphorsäure bis zur schwach sauren Reaktion. 
Nur das letztere Salz, ein weißes Kristallpulver, 
hat eine gewisse technische Bedeutung. Es wird 
medizinisch und als Blumendünger verwandt. 
Kaliumrhodanid (Rhodankalium, Kalium- 
sulfozyanid. lat. Kalium rhodanatum, frz. Rho 
danate de potasse, engl.Potassium sulphocyanide), 
KSCN, entsteht beim Schmelzen von gelben! 
Blutlaugensalz mit Pottasche und Schwefel und 
dient in der Analyse als wichtiges Reagens auf 
Eisenoxydsalze, mit denen es eine blutrote Fär 
bung liefert sowie als Zusatz zu photographi 
schen Bädern. 
Kaliumsulfat (schwefelsaures Kalium, lat. 
Kalium sulfuncum, Arcanum duplicatum, Tar 
tarus vitriolatus, frz. Sulfate de potasse, engl. Sul- 
phate of potash), K 2 S0 4 , erhält man zuweilen als 
Nebenprodukt aus den Mutterlaugen der Pott 
aschefabrikation, sowie bei der Verarbeitung von 
Kelp und Varek auf Jod. Die' größten Mengen 
wurden jedoch aus dem Kainit und Polyhalit 
der Staßfurter Abraumsalze gewonnen, indem 
man zunächst das Magnesiumchlorid durch Lösen 
in Wasser entfernte und das hinterbleibende 
Kaliummagnesiumsulfat mit Chlorkalium behan 
delte. Neuerdings ist diese Herstellungsart in 
Staßfurt aufgegeben worden, während sie in 
Kalusz weiter betrieben wird. In Deutschland 
bedient man sich jetzt mehr des Schoenits, den 
man mit Kaliumchlorid und Eisenoxyd schmilzt 
und aus der Schmelze das K. mit Wasser aus 
laugt. K. erscheint im reinen Zustande in farb 
losen, harten Kristallen von bitterlich salzigem 
Geschmack, die sich in io Teilen kaltem und 
4 Teilen heißem Wasser lösen, in Alkohol aber 
■unlöslich sind. Es findet in der Medizin bis 
weilen Anwendung als Abführmittel, Die Tech 
nik verwendet das Salz in großen Mengen zur 
Fabrikation von Alaun, Glas und Pottasche, die 
Landwirtschaft als Düngemittel. 
Kaliumzyanid (Zyankalium, Zyankali, 
Blausaures Kali, lat. Kalium cyanatum, frz. 
Cyamire de potasse, engl. Cyanide of potassium), 
das Kaliumsalz der Zyanwasserstoffsäure, KCN, 
(s. Blausäure), wird in großem Maßstabe durch 
Schmelzen von gelbem Blutlaugensalz (s. d.) mit 
Pottasche dargestellt. Nach neuerem Verfahren 
erhält man es auch durch Überleiten von Ammo 
niak über ein glühendes Gemisch von Pottasche 
und Kohle. Das K. wird in Platten gegossen und 
erscheint dann als eine harte, weiße, porzellan 
artige Masse, die bereits durch die Kohlensäure 
und Feuchtigkeit der Luft unter Auftreten von 
Blausäuregeruch zerlegt wird und daher unter 
gutem Verschluß aufbewahrt werden muß. Trotz 
seiner außerordentlichen Giftigkeit findet das 
K. ausgedehnte Anwendung, weil es das unent 
behrliche Lösungsmittel für alle metallverarbei 
tenden Industrien darstellt. Es dient zur Her 
stellung der Bäder für galvanische Vergoldung. 
Versilberung, Verkupferung usw., wird ferner zum 
Löten, zum Härten von Stahl, in der Phologra 
phie, zur Entfernung von Silberflecken und vor 
allem in Südafrika in ungeheuren Mengen zur 
Extraktion des Goldes aus den Mineralien ver 
braucht. 
Kalk (lat. Calcaria, frz, Chaux, engl. Lime)- 
Unter dem Namen Kalk versteht man in der 
Chemie die Sauerstoffverbindung des Kalziuni- 
metalls, das Kalziumoxyd, wie es, allerdings 
gewöhnlich in unreiner Form, als gebrannter 
K. in den Handel gebracht wird. Im gewöhn 
liehen Leben bezeichnet man aber als K. auch 
den ungebrannten K., das Kalziumkarbo 
nat, welches sich in der Natur in reinster Form 
als Kalkspat und weißer Marmor, mehr oder 
weniger verunreinigt als Kreide, Kalkstein, Kalk 
tuff und Kalksinter, vorfindet. — Die festeren 
dieser Gesteine werden als Bausteine benutzt, 
während der aus Mineralwässern abgeschiedene 
Kalktuff, Tuff- oder Grotten stein, c ; ne 
eigentümliche poröse Masse von röhrig blasiger 
Struktur und blumenkohiartiger Oberfläche, zur 
Ausschmückung von Grotten, Aquarien, zu Beet 
einfassungen und künstlichen Felspartien An 
wendung findet und zu diesem Zwecke meist 
aus Thüringen (Gegend von Weimar) bezogen 
wird. — Der gewöhnliche Kalkstein dient in 
seinen verschiedenen Vorkommnissen (Urkalk 
stein, Muschel-, Jura-, Pläner- und Süßwasser- 
kalk) zur Herstellung des gebrannten oder 
Ätzkalks (Kalziumoxyd, Calcaria usta), CaO, in 
dem man ihn glüht und dadurch die Kohlensäure 
austreibt. Das Brennen der Kalksteine erfolgt 
in gemauerten Öfen, und zwar nach alter Art mit 
unterbrochenem Betriebe in der Weise, daß man 
den Ofen mit Steinen und Brennmaterial voll 
schichtet, nach dem Abbrennen und Erkalten 
leert und von neuem beschickt. Neuere vor 
besserte Öfen mit seitlicher Feuerung gestatten 
einen kontinuierlichen Betrieb, indem man uriten 
den gebrannten K. herauszieht und oben bestän 
dig neue Steine nachstürzt. Wichtig ist die 
Innehaltung der richtigen Temperatur. Bei zu 
großer Hitze findet, besonders wenn durch Ton. 
Kieselsäure oder Alkalien verunreinigter Kalk 
stein benutzt wird, eine teilweise Schmelzung und 
Verglasung statt, und man erhält sog. tot 
gebrannten K., der heim Löschen unlösliche 
Stücke hinterläßt. Bei zu niedrigen Tempera 
turen entsteht ungarer K., der noch Kohlen 
säure enthält. Der gebrannte Kalk wird für 
weitere Versendung in Fässer geschlagen, für 
die Bahnbeförderung auch vielfach in besondere, 
mit Deckel verschlossene Loris (Kalktransport 
wagen) verpackt. Er hält sich an der Luft nicht 
lange unverändert, da er Wasser und Kohlen 
säure anzieht und dabei allmählich ohne merk 
liehe Erwärmung in den Zustand eines mürben, 
trockenen Pulvers übergeht. Dieser mild gewor 
dene, sog. zerfallene K. ist für gewisse Zwecke, 
namentlich als Düngemittel, sehr gut brauchbar, 
eignet sich aber nicht zur Herstellung eines g l,t 
bindenden Mörtels. Der gebrannte Kalk findet 
vielfache Verwendung in der Soda-, Glas- und 
Zementfabrikation, als Zuschlag beim Aus 
schmelzen der Eisenerze, als Äustrocknungsmittel 
und zur Herstellung feuerfester Tiegel. — E in
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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