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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
K
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Kalziumsulfat 
195 
Kamillenöl 
Kalziumsulfat (schwefelsaures Kalzium, 
lat. Calcium sulfuricum, frz. Sulfate de chaux, 
engl. Sulfate of lime), CaS04, findet sich in der 
Natur in Form zweier Mineralien; Anhydrit und 
Gips (s. d.). Künstlich wird es dargestellt durch 
Fällung von Kalziumchloridlösungen mit Na 
triumsulfat als ein zartes weißes Kristallpulver, 
das sich schwer in Wasser, leicht in Salzsäure 
löst. K. kristallisiert mit zwei Molekülen Wasser, 
verliert einen Teil des Wassers beim Erhitzen 
auf 105 0 , den Rest bei 170 0 und bildet dann 
als sog. gebrannter Gips eine beim Anrühren 
mitWasser formbare, steinhart erstarrende Masse. 
Über 200 0 erhitztes K. verliert diese Eigen 
schaft, deren Bedeutung beim Gips näher be 
sprochen ist. 
Kalziumsulfhydrat (Kalziumhydrosulfid, 
lat. Calcium hydrosulfuratum, frz. Hydrosulfure 
de chaux, engl. Hydrosulfuret of calcium), Ca(SH) 2 , 
besteht aus einer Lösung von Schwefelwasser- 
stoff-Schwefelkalziurn in Wasser und läßt sich 
ohne Zersetzung nicht zur Trockne bringen. 
Die durch Einleiten von Schwefelwasserstoff in 
Kalkmilch entstehende Lösung reagiert schwach 
alkalisch, wirkt schwach ätzend und dient zum 
Entfernen der Haare von Fellen oder lebender 
Haut (Massa depilatoria Martin). 
Kalziumsulfid (Schwefelkalzium, Kalk 
schwefelleber, lat. Calcium sülfuratum, Cal- 
caria sulfurata, Hepar sulfuris calcareum, frz. 
Sulfure de calcium, engl. Sulfuret of calcium) 
wird durch Glühen eines Gemenges von frisch 
gebranntem Kalk mit Schwefel oder von Gips 
mit Kohle erhalten als ein gelblich- oder grau 
weißes Pulver, das befeuchtet nach Schwefel 
wasserstoff riecht. Es muß in gut verschlossenen 
Glasflaschen aufbewahrt werden und wird wie die 
gewöhnliche Schwefelleber zu Bädern benutzt. 
Kalziumzyanamid (Kalkstickstoff), die von 
Frank durch Überleiten von atmosphärischem 
Stickstoff über glühendes Kalziumkarbid erhal 
tene Verbindung von Kalzium, Kohlenstoff und 
Stickstoff, CaN 2 C, welche zum ersten Male eine 
direkte Verwertung des Luftstickstoffs ermög 
licht. K. gibt bei Zutritt von Wasser Ammoniak 
ab und kann daher direkt als Düngemittel an 
gewandt oder auch auf andere Stickstoff- bzw. 
Zyanverbindungen weiter verarbeitet werden. Die 
deutsche Erzeugung, die im Jahre 1913 auf 
30 000 t (Weltproduktion 260000 t) geschätzt 
"finde, sollte nach Annahme des englischen Sta 
dst im Jahre 1916 über 600000 t betragen. 
Kamala, ein ostindischer Pflanzenstoff, der in 
seiner Heimat und in England unter dem Namen 
^Vurrus als Farbmaterial Anwendung findet 
Und bei uns als ausgezeichnetes Mittel gegen 
Bandwurm, Spul- und Madenwürmer geschätzt, 
"nd hinsichtlich der Wirksamkeit den abessini- 
Sc hen Kussoblüten (s. d.) gleichgestellt wird, 
stammt von einem kleinen ostindischen Baume, 
Bottlera tinctoria (Mallotus philippinen- 
s >s) und bildet den drüsigen Überzug der Früchte, 
, er durch Abbürsten gewonnen wird. Das leichte, 
ZI egelrote, mit den feinen Sternhaaren der Frucht 
untermischte Pulver phne besonderen Geschmack 
u .nd Geruch läßt nach dem Aufquellen die häu- 
bgenDrüsen erkennen, in deren Inneren zahlreiche 
rotem Farbstoff gefüllte Schläuche liegen. 
Uer wegen seiner Leichtigkeit nur schwierig 
benetzbare Körper färbt Wasser schwach gelb 
lich, liefert dagegen mit Äther und Alkohol gelbe 
Auszüge, die durch Alkalien in Purpurrot um 
gefärbt werden. K. enthält zwei kristallisierbare 
Harze (Rot tierin, Kamalin) und verpufft gleich 
dem Bärlappsamen, wenn es durch eine Flamme 
geblasen wird. Für medizinische Verwendung 
soll das Pulver möglichst von den Härchen und 
etwa beigemengtem Sand, mit dem es sehr häufig 
verfälscht wird, befreit werden. 
Kambrik nannte man ursprünglich locker ge 
webte dünne Batistleinwand, die eigentlich Cam- 
brai hieß, weil sie in der gleichnamigen fran 
zösischen Stadt am besten verfertigt wurde. Die 
leinene Ware wurde jedoch durch Nachahmun 
gen in Baumwolle in den Hintergrund gedrängt, 
die zuerst in England und Schottland, später auch 
in Deutschland, der Schweiz und Frankreich, so 
wohl glatt als kariert, gestreift und gemustert, 
bunt gedruckt und gestickt hergestellt wurden und 
bei größerer Wohlfeilheit feiner und schöner 
von Aussehen als die leinenen Waren sind. Der 
mittelfeine K. heißt auch Baumwolltaft. 
Kamholz (Angolaholz, engl.Cam-wood), eine 
dem Sandelholz ähnliche, von Baphia nitida 
abstammende Sorte Rotholz erhält man aus 
Sierra Leone und Berbice in viereckigen Blök- 
ken, die frisch gespalten fast farblos sind, an 
der Luft aber bald dunkelrot werden. Eine an 
dere, unter dem Namen Cam-wood gehende 
Sorte stammt von einer Thespesiaart und wird 
auch Gabonholz genannt. 
Kamillen. Man unterscheidet im Drogen 
handel folgende zwei Arten: 1. Feldkamillen 
(Hermelchen, deutsche ,K-, lat. Flores cha- 
momillae vulgaris, frz. Fleurs de Camomille 
vulgaire, ou d’Allemagne, engl. German chamo- 
mile), die getrockneten Blütenköpfchen der auf 
Feldern und unbebauten Plätzen vorkommenden 
Matricaria chamomilla, leicht kenntlich an 
ihrem starken, aromatischen Geruch sowie an 
dem kegelförmigen, nackten, innen hohlen 
Fruchtboden und den nach abwärts gerichteten 
weißen Randblütchen. 2. Römische K. (edle 
K., lat. Flores chamomillae romanae, frz. 
Fleurs de Camomille romaine, engl. Flowers 
ohamomile belgian), die getrockneten Blüten 
köpfchen einer gefüllten Abart von Anthemis 
nobilis, die in Südeuropa heimisch, aber in Bel 
gien, Thüringen und Sachsen auf Feldern stark 
angebaut wird. Die Blütenköpfchen sind größer 
und haben einen anderen Geruch als die der 
gemeinen K., auch fehlen die gelben Scheiben- 
blüten. Der Blütenboden ist gewölbt, jedoch 
nicht hohl, und mit Spreublättchen besetzt. — 
Beide Sorten enthalten als wirksame Bestand 
teile ätherisches Öl und einen Bitterstoff und 
werden medizinisch verwandt. 
Kamillenöl, das ätherische Öl der Kamillen, 
findet sich in mehreren Sorten im Handel: i.Deut- 
sches K. (lat. Oleum chamomillae aethereum 
seu coeruleum, frz. Essence de camomille, engl. 
Oil of german chamomile), eine dickflüssige, 
dunkelblaue, bei längerer Aufbewahrung braun 
werdende Flüssigkeit vom spez. Gew. 0,922 bis 
0.956, die bei o° erstarrt, hat wegen geringer 
Ausbeute (0,3 °/o) einen sehr hohen Preis. — 
2. Oleum chamomillae citratum, zitronen 
haltiges Kamillenöl, wird durch Destillation
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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