Digitalisate EconBiz Logo Full screen
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Access restriction


Copyright

The copyright and related rights status of this record has not been evaluated or is not clear. Please refer to the organization that has made the Item available for more information.

Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
K
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Kammersäure 
196 
Kampfer 
von Zitronenöl mit Kamillen, gewonnen. — 3. Rö- | 
misches K.' (lat. Oleum chamomillae romanae, 
frz. Essence de camomille romaine, engl. Oil of 
belgian. chamomile), eine ebenfalls blaue, zu 
weilen auch grünliche, im Alter bräunlich wer 
dende, aber leicht bewegliche Flüssigkeit, wird 
in Menge bis zu I °/o gewonnen. Alle drei Öle 
werden medizinisch, das römische auch als Zusatz 
bei der Bereitung gewisser aromatischer Liköre 
benutzt, 
Kammersäure, die rohe englische Schwefel 
säure, wie sie aus den Bietkammern kommt, ent 
hält etwa so°/o Schwefelsäure und dient zur Her 
stellung von Superphosphaten und einigen chemi 
schen Präparaten. 
Kammfett, ursprünglich das aus dem Ober 
halse (Kamm) der Pferde auf Abdeckereien aus 
geschmolzene Fett, wird heutzutage in beson 
deren Anstalten durch Dämpfen der gevierteilten 
Pferdekadaver in geschlossenen Zylindern ge 
wonnen. Das hierbei als oberste Schicht er 
haltene helle und geruchlose Fett, das in der 
Kälte butterartig wird, findet als Maschinen 
schmiere, zum Einfetten der Wolle sowie zur 
Darstellung einer ganz weichen Kaliseife für die 
Tuchfabrikation Verwendung. 
Kampfer (Kampher, lat. Camphora, frz. 
Camphre du Jäpon, engl. Camphor) ist der Haupt 
bestandteil des Kampferöls, das sich in dem 
Stamm sowie auch den Zweigen und Blättern des 
Kampferbaumes (Laurus camphora L. oder 
Cinnamomum camphora Nees et Ebcrm.), einer 
besonders in China, Japan und auf der Insel For 
mosa verbreiteten Laurinee vorfindet. — Zur 
Gewinnung unterwirft man die Kampferholzspäne 
(ships) einer ziemlich einfachen Destillation mit 
Wasser, schöpft das auf dem Destillate schwim 
mende Gemisch von festem K. und Kampferöl 
ab und filtriert es durch Stroh, wobei der feste 
Anteil, der Rohkampfer, zurückbleibt. Er wird 
aus Formosa in 50—60 kg enthaltenden, mit 
dicken Bleifolien ausgeschlagenen Kisten, aus 
Japan in sog. Tubbs, d. h. mit geflochtenen 
Matten umkleideten Holzbottichen von etwa 80kg 
Inhalt eingeführti kommt aber auch in Bambus | 
verpackt als Röhren-K. in den Handel. Zur Be 
seitigung beigemengter Fremdstoffe muß der 
Rohkampfer einer Reinigung unterworfen wer 
den, die früher nur in Europa und Amerika vor 
genommen wurde, jetzt aber zum großen Teil 
in Japan erfolgt. Die Raffination in Europa (z. B. 
Hamburg) geschieht in der Weise, daß der Roh 
kampfer mit Kohle, Kalk oder Eisenfeile ge 
mischt und in Glaskolben (Bombolas) rasch auf 
120—190 0 C erwärmt wird, um das Wasser aus 
zutreiben. Hierauf wird die Temperatur 24 Stun 
den lang auf 204 0 gehalten und nach beendeter 
Sublimation das Glas durch Absprengen ent 
fernt. Man erhält so oben konvexe, unten kon 
kave, in der Mitte mit einem Loch versehene 
Brote von 3—5 kg Gewicht. In Amerika wird 
der Rohkampfer aus eisernen Retorten sublimiert 
und das erhaltene feine Pulver in Scheiben ge 
preßt. In Japan bedient man sich zur Sublima 
tion zum Teil irdener Gefäße, in Kobe auf Nip 
pon , nach dem Beyerschen Verfahren eigen 
artiger Stahlretorten, —- Der raffinierte K. 
stellt weiße, durchscheinende Massen dar von 
eigenartigem Geruch und brennend bitterem. 
hinterher kühlendem Geschmack. In Wasser ist 
er nur sehr wenig löslich (1: 1200), verleiht aber 
trotzdem der Lösung einen ausgesprochenen Ge 
ruch und Geschmack nach K Von den gebrauch 
liebsten anderen Lösungsmitteln: Alkohol, Äther, 
Chloroform, fetten und ätherischen Ölen wird 
er leicht aufgenommen. Beim Zerreiben im 
Mörser backt er zusammen, läßt sich aber nach 
dem Befeuchten mit Alkohol oder Äther unter 
Vermeidung starken Druckes pulverisieren. K. 
verbrennt mit heller, rußender Flamme, schmilzt 
bei 175° und piedet bei 204 0 , verdampft aber 
schon bei gewöhnlicher Temperatur merklich. 
Infolgedessen geraten Kampferstückchen, auf 
Wasser geworfen, in eine lebhafte rotierende 
Bewegung, die jedoch nach Zusatz von etwas 
Fett oder öl aufhört. Verfälscht wird der 
K. ab und zu mit Pflanzenfetten, Paraffin und 
auch dem sog. Kunstkampfer (Pinenhydrochlo- 
rid). Erstere würden beim Erwärmen des K. in 
einer Porzellanschale Zurückbleiben, letzterer läßt 
sich durch das in ihm enthaltene Chlor nach- 
weisen. — 9 / 10 des gesamten K. werden auf For 
mosa gewonnen, von wo 1912 über 4 Millionen 
Kilogramm, nach Deutschland allein 1,1 Million 
Kilogramm, ausgeführt wurden. Die Preise sind 
je nach der politischen Lage außerordentlichen 
Schwankungen unterworfen. 1898 kosteten 100 kg 
raffinierter K. 249 M., 1903 bereits 430 M.. 1906 
sogar 1000 M., bis 1913 ein Sturz aut 350 M. ein 
trat. Zur Vermeidung dieser Schwankungen sind 
in Indien, Kalifornien und Deutsch-Ostafrika Kul 
turen angelegt worden, doch hat der Plantagen 
kampfer auf den Welthandel noch keinen Ein 
fluß ausgeübt. — Die Verwendung des K. ist 
eine sehr mannigfache. Pharmazeutisch wird er 
teils äußerlich, hauptsächlich in Form des Kamp 
ferspiritus, teils innerlich als Erregungsmittel 
in Pulverform oder subkutan in Form von 
Kampferöl (ein Teil K. in neun Teilen Olivenöl 
gelöst) angewandt. Technisch benutzt man ihn 
als Mottenmittel sowie in großen Mengen zur 
Herstellung von Zelluloid und rauchschwachem 
Schießpulver. Die Aufbewahrung hat wegen 
| seiner Flüchtigkeit und seines durchdringenden 
Geruches in gut verschließbaren Gefäßen aus 
Glas oder Blech an einem kühlen Ort zu er 
folgen. — Neuerdings wird der K. auch in 
größerem Maßstabe künstlich gewonnen, wobei 
das Terpentinöl als Ausgangsmaterial dient. Durch 
Einwirkung von Salzsäuredampf führt man zu 
nächst das Pinen (C 10 H le ) des Terpentinöls in 
sein kristallinisches Chlorhydrat über, wandelt 
dieses nach verschiedenen Verfahren, z. B. durch 
Einträgen in eine Schmelze von Phenol und Kali 
in das isomere Kamphen um und oxydiert letzteres 
zu Kampfer (C 10 Hi e O). Der künstliche oder 
synthetische K. kommt in Pulverform, Perl 
form oderTafeln in den Handel und unterscheidet 
sich von dem natürlichen nur durch seine opti 
sche Inaktivität und sein Verhalten gegen Va 
nillinsalzsäure. Der plötzliche Preissturz ließ 
die synthetische Darstellung in Europa nicht 
lohnend erscheinen, die daher in Frankreich 
durch einen Einfuhrzoll von 4—6 Fr. für 100 kg 
geschützt werden sollte und in Deutschland erst 
während des Krieges hohe Bedeutung gewann. —' 
Außer dem gewöhnlichen K. gibt es noch zwei 
andere natürliche Kampferarten, den Borneo-
	        

Download

Download

Here you will find download options and citation links to the record and current image.

Monograph

METS MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Full text PDF EPUB DFG-Viewer Back to EconBiz
TOC

Chapter

PDF RIS

This page

PDF ALTO TEI Full text
Download

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Citation links

Citation links

Monograph

To quote this record the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Chapter

To quote this structural element, the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

This page

To quote this image the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Citation recommendation

Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

What is the fourth digit in the number series 987654321?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.