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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
K
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Kapok 
199 
Karbolsäure 
sich länger gut erhalten. Vor dem Einmachen 
werden die K. durch Sieben in verschiedene 
Sorten geteilt, von denen die wertvollste (Non* 
pareilles) die jüngsten, also kleinsten, Knospen 
enthält. Darauf folgen nach der Größe Surfines 
oder Capucines, die gewöhnlich noch die Stiele 
haben, Capottes, Fines und Mi-fines (halbfeine), 
endlich ordinäre oder Communes, die dicksten, 
die 5—6mal schwerer sind als die Nonpareilles. 
Die feinen Sorten heißen in Deutschland auch 
Kapuziner und Kapotkapern. Gute K. 
müssen klein, hart, rund und noch gut ge 
schlossen, nicht schon teilweise geöffnet oder zer 
drückt sein. Alte und verdorbene sind schwärz 
lich, weich und geschmacklos. Die Farbe ist 
dunkelolivengrün mit kleinen rötlichen Fleck 
chen an der Spitze, während eine auffallend 
grüne Farbe eine Färbung mit Kupfer vermuten 
läßt. —- An Stelle der K. werden zuweilen 
Knospen von Caltha palustris und von Spartium 
scoparium angetroffen, die aber bei aufmerk 
samer Betrachtung, namentlich nach dem Öff 
nen, leicht zu erkennen sind. Auch die schoten 
förmigen Früchte des K.-Strauches werden in 
Frankreich eingelegt, unter dem Namen Corni 
chons de Caprier in den Handel gebracht 
und wie Essiggurken genossen. 
Kapok nennt man die Samen der Wo 11- 
bäume Bombax malabaricum D. C. undErioden- 
dron aufractuosum D. C., die zu den Malva- 
zeen gehören und in südtropischen Gegenden, 
besonders in Para, Ost- und Westindien, Süd 
afrika und Südamerika zu Hause sind. Kapok 
dient als ausgezeichnetes Polstermaterial, s. Pflan 
zendaunen. 
Kapseln. Unter diesem Namen faßt man ver 
schiedene Erzeugnisse zusammen: I. K. aus 
Gelatine oder Mehl zur Umhüllung von Arz 
neimitteln, um das Einnehmen zu erleichtern, 
z. B. Kopaivabalsam-K., Rizinusöl-K., Brause- 
pulver-K. usw. — 2. K. aus Zinn oder Zinn 
legierungen, die zum Verschließen von Flaschen 
dienen. — 3. K. aus Ton oder ähnlicher Masse, 
die teils zum Versenden, teils in der Chemie 
und Industrie Verwendung finden. 
Kaptol, ein Kondensationsprodukt von Chloral 
und Gerbsäure, graubraunes, in Wasser und 
Alkohol lösliches Pulver, das als Mittel gegen 
Schuppenbildung der Kopfhaut angepriesen wird. 
Karakuru (Carajuru, Crujuru), der Farb 
stoff der Chica (s. d.), ist ein rotes, in Wasser 
unlösliches, in Alkohol und Alkalien lösliches 
Pulver, das von Salpetersäure zu Anissäure oxy 
diert wird. K. färbt Baumwolle braunrot mit 
v iolettem Schein. 
Karannaharz, ein dem Elemi nahestehendes 
Harz, stammt von Bursera acuminata aus 
^Vestindien. 
Karapaöl (Craböl, Karapafett, Andiroba- 
°l), ein brasilianisches Pflanzenfett von butter 
urtiger Konsistenz und bitterem Geschmack, wird 
durch Pressen der Samenkerne von Carapa 
Suyanensis erhalten. Es ist gelblich und schmilzt 
schon bei io° C. Durch Pressen soll man jedoch 
au ch ein Produkt erhalten, welches erst bei 
4o—50° C schmilzt. Man benutzt das K. im Ur- 
^Prungslande als Insektenschutzmittel, in Eng- 
ar >d und Frankreich zur Fabrikation von Seifen. 
Karboformal, ein aus Karbolsäure und Form 
aldehyd bestehendes Desinfektionsmittel. 
Karboformal-Qlühblocks, Kohlenbriketts, die 
eine mit Paraformaldehyd gefüllte Höhlung haben 
und beim Glühen Dämpfe von Formaldehyd, in 
den zu desinfizierenden Räumen verbreiten. 
Karbolineum. Unter diesem Namen kommen 
schwarzbraune Flüssigkeiten in den Handel, die 
zum Anstreichen von Holz dienen, um Fäulnis 
abzuhalten. Sie bestehen meist aus schweren 
Kohlenwasserstoffen, Anthrazenölen, die als Ab 
fallprodukt bei der fraktionierten Destillation 
des Steinkohlenteers gewonnen werden und 
durch Abkühlen von den festen Bestandteilen 
Anthrazen, Phenanthren, Karbazol befreit sind, 
aber Phenol enthalten. Das spez. Gew. liegt bei 
1,08—1,10, der Siedepunkt bei 380—350 0 . Die 
älteste Sorte K. Avenarium war mit Chlor be 
handelt, andere enthalten wohl auch Zink 
chlorid; Zusätze anderer Stoffe, insbesondere 
Wasser und Lauge, sind als Verfälschung zu be 
urteilen. 
Karbolsäure (Phenol, Phenylsäure, Stein 
kohlenkreosot, lat. Acidum carbolicum, Aci 
dum phenylicum, frz. Acide carbolique, engl. 
Carbolic acid, Phenol) bildet neben höheren 
Phenolen (Kresolen) den Hauptbestandteil der 
zwischen 160 und 200° überdestillierenden An 
teile des schweren Steinkohlenteeröls, des sog. 
Kreosotöls, aus dem sie durch Behandlung 
mit Natronlauge und nachfolgende Zersetzung 
der von den übrigen Teerbestandteilen abge 
lassenen alkalischen Flüssigkeit mit Schwefel 
säure gewonnen wird. Durch fraktionierte De 
stillation des abgeschiedenen öligen Produktes 
erhält man die rohe K. (Acidum carbolicum 
crudum), die zur weiteren Reinigung mit Chrom 
säure, Schwefelsäure, Bleioxyd usw. behandelt 
wird. Zur völligen Entfernung der Kresole, des 
Naphthalins und anderer Verunreinigungen löst 
man die K. in Wasser, salzt aus, läßt kristalli 
sieren und rektifiziert schließlich die abgepreß 
ten Kristalle bei 182—183°. Das so erhaltene 
Erzeugnis ward als chemisch reine K. (Aci 
dum carbolicum purum redestillatum) bezeich 
net. Auf synthetischem Wege kann K. durch 
Schmelzen von benzolmonosulfosaurem Kalium 
mit Ätzkali und Zerlegung des entstandenen 
Phenolkaliums mit Säuren dargestellt werden. 
Die reine K., C 6 H 6 . OPI, bildet farblose, eigen 
artig riechende Kristalle, die bei 42 0 schmelzen 
und bei 182—183° sieden. Sie löst sich in 
15 Teilen Wasser von 15°, ferner in Alkohol, 
Äther, fetten Ölen und Glyzerin, und liefert beim 
Schmelze^ mit 100/0 Wasser die sog. ver 
flüssigte K. (Acidum carbolicum liquefactum 
des Arzneibuches). In chemischer Plinsicht ist 
die K. keine eigentliche Säure, sondern ein Phe 
nol, d. h. ein Benzol, in welchem ein Wasser 
stoffatom durch Plydroxyl ersetzt worden ist. 
In physiologischer Beziehung wirkt sie als ein 
starkes Gift, ätzt die Epidermis und Schleim 
häute, bringt Eiweiß zum Gerinnen und tötet 
pflanzliche und tierische Organismen. Bei der 
Prüfung der K. hat man besonders auf Farb 
losigkeit und Abwesenheit unangenehmen Ge 
ruchs zu achten. Auch ist der Schmelzpunkt 
und die Wasserlöslichkeit von Bedeutung, da 
beide durch einen Gehalt an Kresol erniedrigt
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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