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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
K
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Kardol 
201 
Karragheen 
i m erreicht und am besten in magerem, sandi 
gem Boden auf sonnigem Standorte gedeiht, 
hat bis x / 4 m lange, 8 cm breite Blätter, die auf 
beiden Seiten zottig behaart und am Rande 
dornig gezähnt sind. Das Kraut wird geschnit 
ten, bevor die gelben, mit großen stacheligen 
Kelchen umgebenen Blüten sich öffnen, und im 
Schatten getrocknet. Es enthält neben einem 
Bitterstoff, Knizin oder Zentaurin, und äthe 
rischem Öl viel Salpeter und andere Salze. — K. 
wird hauptsächlich zur Darstellung bitterer Li 
köre, als magenstärkendes Mittel und in Form 
seines Extraktes medizinisch benutzt, 
Kardol (lat. Cardolum, frz. Cardol vesicair, 
engl. Cardol vesicant), der in den Anakardien 
(s. d.) enthaltene äußerst scharfe Stoff ist eine 
schwach und angenehm riechende, rötlichgelbe, 
ölige Flüssigkeit, die wegen ihrer unberechen 
baren Wirkung nur selten, und stets nur äußer 
lich angewandt wird. Man unterscheidet Car 
dolum vesicans, aus westindischen Anakardien, 
welches blasenziehend wirkt, und Cardolum 
pruriens, aus den ostindischen Anakardien, wel 
ches auf der Haut Pusteln erzeugt. 
Karlsbader Salz (lat. Sal thermarum Caroli 
narum), das durch Abdampfen des Karlsbader 
Mineralwassers erhaltene Salz, wird für medi 
zinische Zwecke zu einem ziemlich hohen Preise 
(ungefähr 13 M. das Kilo) in den Handel ge 
bracht. Dieses hohen Preises wegen hat man 
als Ersatz ein künstliches K. hergestellt, das 
aus den nicht flüchtigen Bestandteilen des Karls 
bader Mineralwassers, aus schwefelsaurem Na 
trium, Natriumbikarbonat und Kochsalz, in dem 
selben Mischungsverhältnisse besteht, dieselbe 
medizinische Wirkung wie das echte Salz aus 
übt und nur 30—50 Pf. das Kilo kostet. 
Karmelitergeist, Spiritus melissae comp, 
des D. A.B., wird durch Destillation von Wein 
geist über Melisse und mehrere andere ge 
würzhafte Kräuter, Samen und Rinden als eine 
klare und farblose Flüssigkeit vom spez. Gew. 
0,90—0,9 t hergestellt und hat seinen Namen 
vom Karmeliterkloster in Nürnberg. 
Karmin, der prachtvolle rote Farbstoff, der 
aus der Koschenille (s. d.) durch Ausziehen 
mit Wasser und nachherige Fällung mit ver 
dünnten Säuren, meist unter Zusatz von Eiweiß, 
Gelatine und Alaun hergestellt wird, kommt 
entweder als ein feurigrotes Pulver oder in un 
regelmäßigen Bruchstücken in den Handel. 
Die beliebteste Marke (Nakarat-K.) wird in 
viereckigen Pappkästen von */ 2 —1 kg Inhalt 
und verschiedenen Qualitätsnummern verkauft. 
K. ist unlöslich in Wasser, löst sich aber in Am 
moniak und soll nicht mehr als 9 o/ 0 Asche hin 
terlassen. Durch Fällung alkalischer Karmin 
lösungen mit Alaun und Zinnsalz erhält man die 
sog. Karminlacke, die ebenso wie Gemische 
mit Ton, Kreide usw. unter besonderen Namen, 
wie Pariserrot, Florentiner, Wiener, 
Münchener Lack in den Handel kommen. K. 
wird als feine Malerfarbe sowie zum Färben 
von Tapeten, Konditorwaren und arideren Nah 
rungsmitteln benutzt. 
Karminsurrogat. Unter diesem Namen kommt 
eine Mischung von Anilinrot (Fuchsin) mit Sa- 
fransürrogat (Binitrokresolkalium) in den Han 
del, die früher zum Färben von Likören und 
Konditoreiwaren verwendet wurde, nach dem 
neuen Farbengesetz aber für Nahrungsmittel 
verboten ist. 
Karnallit, das nach dem Mineralogen Carnall 
benannte, in den Abraumsalzen (s. d.) vor 
kommende Kalium-Magnesiumchlorid (KCl-f- 
MgCl 2 -f-6H 2 0) mit 27 °/o Kaliumchlorid, 34°/o 
Magnesiumchlorid und 39% Wasser, bildet das 
Hauptrohmaterial der Staßfurter Kaliindustrie. 
Karnaubawachs (lat. Gera carnaubae, frz. Cire 
de carnauba, engl. Carnauba wax), ein dem 
Bienenwachs ähnliches Produkt pflanzlichen Ur 
sprungs, scheidet sich an der Oberfläche der 
Blätter von Copernicia (oder Corypha) ceri- 
fera, der in Nordbrasilien wachsenden Wachs 
palme, aus und bildet schmutzig grünliche oder 
gelbliche Stücke, die im Aussehen gekochtem 
Terpentin ähneln. K. ist hart und spröde, von 
schwachem meerschaumähnlichen Glanz, schmilzt 
bei 83—91 0 und löst sich in Äther sowie heißem 
Alkohol und Terpentinöl. Das spez. Gew. beträgt 
0,990—1,000. K. besteht im wesentlichen aus 
Zerotinsäure-Myrizylester, neben geringen Mengen 
freier Zerotinsäure und Myrizylalkohol. Seine 
Säurezahl ist 4,5, die Ätherzahl 75, die Verseifungs 
zahl 85—95°. Es erhöht in Gemischen mit Fetten 
wesentlich den Schmelzpunkt und wird daher in 
großen Mengen zur Pierstellung von Kerzen, 
Wachsfirnissen und Bohnerwachs benutzt. Einen 
Zusatz von K. zu Bienenwachs erkennt man 
an der Erniedrigung der Säurezahl, der Er 
höhung des spez. Gew. und des Schmelz 
punktes und an d^m Fehlen der Palmitinsäure. 
Karneol (frz. Cornaline, engl. Cornelian), ein 
als Ringstein zur Verwendung kommender leb 
haft roter, durchscheinender Chalzedon. Schleife 
reien befinden sich in Idar. 
Karobablätter (lat. Folia carobae, frz. Feuilles 
Carobe, engl. Carobe leaves), die getrockneten 
Blätter einiger Bignpniazeen, u. a. Jacaranda 
procera, welche neben Harzen und aromatischen 
Stoffen ein Alkaloid: Karobin, enthalten. Die 
länglich eiförmigen Blätter mit stärk hervor 
tretenden, schräg laufenden Seitennerven und 
sternförmigen Drüsenhaaren werden von den Ein 
geborenen gegen Syphilis und Hautausschläge 
angewandt und neuerdings auch nach Europa 
eingeführt. 
Karotten (Stangentabak) nennt man fest 
zusammengearbeitete, etwa 1 / 3 m lange, nach 
beiden Enden hin verjüngte Rollen von gebeiz 
ten Tabakblättern, die mit starkem Bindfaden 
umwickelt sind und zur Bereitung von Schnupf 
tabak verwendet werden. Die mittels einfacher 
Maschinen zusammengewickelten sog. Puppen 
erhalten eine Hülle von Leinwand, die vor dem 
Verkaufe wieder entfernt wird. Vor der Ver 
arbeitung läßt man die K. 3—4 Jahre liegen, bis 
sie infolge des festen Zusammenschnürens und 
der vorhandenen Beize nach und nach fast 
speckartig erscheinen. 
Karragheen (Irländisch Moos, Perlmoos,. 
Knorpeltang, lat. Carrageen, Lichen irlandicus, 
frz. Mousse d’Irlande, engl. Irish Moss), in den 
Drogenhandlungen auch als Fucus crispus 
bezeichnet, stammt von verschiedenen Meeres 
algen, Sphaerococcus crispus, Chondrus 
crispus und Gigartina mammillosa, die an 
den Küsten der Nordsee und des Atlantischen
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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