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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
A
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Aluminit 
15 
Aluminiumlegierungen 
berg und Nürnberg. Um die Wurzel weißer er 
scheinen zu lassen, wird sie häufig gekalkt, doch 
erkennt man diese Verfälschung leicht, wenn 
man die Wurzel mit verdünnter Salzsäure ab 
spült und den Auszug mittels Ammoniumoxalats 
auf Kalk prüft. Verwendung findet A. als schleim 
lösendes, reizmilderndes Mittel, 
Aluminit, ein Mineral, besteht aus natürlicher 
schwefelsaurer Tonerde. 
Aluminium (lat., frz. und engl. Aluminium, in 
amerikanischen Abkürzungen: Alum, Alim, 
Ali um, Alm) ist ein Metall der Eisengruppe 
(Al) vom Atomgewicht 27, Welches in freiem 
Zustande in der Natur nicht vorkommt, in Form 
von Verbindungen aber außerordentlich ver 
breitet ist und etwa 8»/o der, festen Erdrinde 
ausmacht. Als Oxyd findet es sich im Korund 
(Rubin und Saphir), als Hydroxyd im Diaspor, 
an Fluor gebunden mit Fluornatrium zusammen 
als Kryolith. Außerdem bildet es in Verbindung 
mit Kieselsäure einen Bestandteil der meisten 
Massengesteine, besonders der Feldspate und 
ihrer Zersetzungsprodukte: Kaolin, Ton und 
Lehm. — Das A. wurde von Wühler im Jahre 
1827 beim Zusammenschmclzen von Aluminium 
chlorid mit metallischem Kalium entdeckt und 
von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts an 
durch Reduktion von Aluminium-Natriumchlo 
rid mit Natrium fabrikmäßig dargestellt. Der 
eigentliche Aufschwung der Aluminiumindustrie 
setzt aber erst mit dem Jahre 1891 ein, in wel 
chem man zur elektrolytischen Darstellung über 
ging. Sie besteht im Grunde darin, daß man 
eine Lösung von reiner Tonerde (s. d.) in ge 
schmolzenem Kryolith im Gemisch mit Fluß 
mitteln wie Kochsalz, Flußspat oder Fluor 
aluminium der Einwirkung eines elektrischen 
Stromes von mindestens 4000, meist 10000 Am 
pere aussetzt, wobei sich das geschmolzene Me 
tall an der Kathode, d. h.' dem Boden des mit 
Kohle gefütterten Eisenkastens, ausscheidet. An 
Stelle des Kryoliths benutzt man neuerdings 
auch ein Gemisch von Fluoraluminium mit 
Schwefelnatrium. An Stelle des zur Herstellung 
der reinen Tonerde früher ausschließlich heran 
gezogenen französischen Bauxits (s, d.) be 
dient man sich seit dem Kriege mit Erfolg des 
gewöhnlichen Tons. — Die elektrolytische Dar 
stellung, welche .zur Erlangung der erforder 
lichen billigen Energie an bestimmte Orte mit 
ausreichenden Wasserkräften (Neuhausen am 
Rheinfall, Forge, Niagara) gebunden ist, hat eine 
ungeheure Vermehrung der Produktion ver 
ursacht. Die erzeugte Aluminiummenge hat sich 
von 13 t im Jahre 1885 auf 68200 t im Jahre 1913 
erhöht, von denen 18000 t auf Nordamerika und 
12000 t auf Deutschland entfallen. Die Einfuhr 
nach Deutschland im Jahre 1913 betrug rund 
•5000 t, davon 6000 t aus der Schweiz. Gleich 
zeitig ist der Preis, der im Jahre 1886 100 M. 
Pro 1 kg betrug, auf 27,60 M. im Jahre 1890, 
12 M. im Jahre 1891 und 1,30—1,60 M. im Jahre 
•9*3 gesunken. Verbraucht wurden 1912 in 
Nordamerika 28000 t, in Frankreich 6000 t, in 
England 4000 t und in Deutschland, Österreich 
und Rußland zusammen 22500 t. Irankieich 
und die Schweiz führen Aluminium aus, wäh 
lend in Deutschland die Einfuhr überwiegt. 
as A., welches in der Regel etwas Silizium 
und Eisen sowie Spuren von Kohlenstoff, Na 
trium, Kupfer, Stickstoff und anderen Verunreini 
gungen enthält, kann durch eine geeignete elek 
trolytische Behandlung mit Hilfe von Elektro 
lyten, welche aus einem Gemische von Fluoriden 
des Aluminiums und eines stärker positiven Me 
talls bestehen, rein dargestellt werden und zeigt 
dann einen Schmelzpunkt von 660°. Das spez. 
Gew. des gegossenen A. beträgt 2,69, dasjenige 
des gehärpmerten 2,68, und dasjenige des A.- 
Drahtes 2,70; also etwa 1 / s von dem spez. Gew. 
des Eisens. In bezug auf die Härte steht es 
dem Kupfer nach, übertrifft aber Zinn und Zink 
und kann überdies durch geringe Zusätze anderer 
Metalle, sowie von Phosphor, gehärtet werden. 
Wegen seiner großen Dehnbarkeit läßt es sich 
zu Blech und Draht ausziehen und zu dünnen 
Folien (Blattalurainium) schlagen. Das Alu 
minium besitzt starken weißen Glanz mit bläu 
lichem Ton und kann sowohl poliert als auch 
mit Hilfe von Chemikalien oder des Sandstrahl 
gebläses mattiert werden. Das polierte Metall 
bleibt an trockener Luft glänzend, verliert aber 
an feuchter Luft, infolge oberflächlicher Oxyda 
tion, an Aussehen. Zum Löten sjnd verschiedene 
phosphorhaltige Mischungen empfohlen wor 
den, z. B. aus 1 Teil Aluminium, 29 Teilen Zinn, 
11 Teilen Zink und 1 Teil Phosphor, die sich 
aber nicht besonders bewährt haben. Zum 
Schweißen eignet sich am besten das autogene 
Verfahren unter Verwendung, von AlkaliChlorid- 
lösung zum Luftabschluß. —• Das A. dient zur 
Herstellung mannigfaltiger Gebrauchsgegen 
stände, wenngleich sich nicht alle Versuche in 
der Praxis bewährt haben. So eignet es sich 
nur wenig zur Herstellung von chemischen La 
boratoriumsgerätschaften und von solchen Koch 
geschirren, in denen saure Speisen zubereitet 
wenjen. Sehr brauchbar ist es hingegen für Ge 
räte, in denen lediglich Wasser oder Gemüse 
gekocht werden soll, ferner für Backpfannen 
und Brattiegel sowie zum Transport von Öl, da 
es von Öl auch in der Hitze nicht angegriffen 
wird. Früchte mit natürlicher Färbung (Him 
beeren, Kirschen), welche beim Kochen inZinn- 
.geschirren unansehnlich werden, verändern in 
A. ihre Farbe nicht. Das Metall findet weiter 
Verwendung zu Schmuckgegenständen, zu In 
strumenten verschiedener Art (Kanülen, Fern 
rohre, Telegraphen- und Telephonapparate), zum 
Ersatz von Lithographiesteinen und überall da, 
wo Leichtigkeit des Apparates von Bedeutung 
ist (Feldflaschen, Feldkessel, Teile von lenkbaren 
Luftschiffen, Automobilen, Bote, welche über 
Land zu tragen sind, Kisten und Kasten). Im 
Verlaufe des Krieges ist es auch in steigendem 
Maße zur Herstellung von Zündern, Maschinen 
teilen, Apparaten der chemischen Industrie (Al 
kohol-, Harz-, Fett-, Konservenindustrie) ver 
arbeitet worden. — Eine große Rolle spielt das 
A. endlich in der Flußeisengewinnung, wo es 
die Blasenbildung verhindert, und im Mitos- 
guß. Das zur Schweißung benutzte Gemisch 
mit Eisenoxyd wird unter Thermit (s. d.) be 
sprochen. 
Aluminiumlegierungen weisen gewisse Vor 
züge vor dein reinen Metall auf und werden 
daher in wachsender Zahl und Menge herge 
stellt. Aluminiumbronze auspo—95 0/0 Kupfer
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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