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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
K
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Katechupräparat 
204 
Katzenfelle 
im Einzelverkauf unregelmäßige Stücke mit 
rauher, erdiger, brauner Oberfläche und brau 
nem Bruch und ist gewöhnlich mit anklebenden 
und eingebackenen Blättern und Spänen durch 
setzt. Besondere Sorten sind: a) das ben 
galische K., fast quadratische Stücke, die 
außen erdig rauh, schmutzig graubraun er 
scheinen und auf dem Bruche dunklere und 
hellere Streifung oder Marmorierung zeigen; 
b) das höher geschätzte, braune Pegu-K., das 
in Körben und Ballen aus Ranguhn und Pegu 
in Hinterindien kommt. 2. Gambir- oder gel 
bes K,, Gutta Gambir, unrichtigerweise auch 
Terra japonica (japanische Erde) genannt, 
wird besonders auf Java, Sumatra und Pulo- 
Penang aus den jungen Ästen und Blättern des 
zu den Zinchonazeen gehörenden Strauches 
Nauclea Gambir oder Uncaria G. gewonnen 
und erscheint teils in würfelförmigen, dunkel 
braunen oder schwarzrötlichen, innen etwas hell 
farbigeren Stücken als Singapur-Gambir, teils 
als mehr gelbbraune, innen gleichfalls hellere 
Würfel (Rhiogambir). Beide sind porös und 
schwimmen leicht auf Wasser, während die 
früher genannten Sorten untersinken. — Das 
Palmen-K., das in Indien durch Auskochen 
der Arekanüsse gewonnen wird und für uns 
keine Handelsware bildet, benutzt man in Süd 
asien ähnlich wie Gambir als einen Zusatz beim 
Kauen der Betelblätter. — Die eigentlichen 
Katechusorten schmecken zusammenziehend süß 
lich, Gambir außerdem auch bitter. Sie lösen 
sich nur teilweise in kaltem Wasser, sollen da 
gegen in heißem völlig löslich sein und sind um 
so mehr verunreinigt, je mehr Bodensatz sie 
dabei hinterlassen. Geringere Sorten haben 
meistens Zusätze von Stärkemehl, das durch die 
Jodprobe leicht zu finden ist. , Auch wird als 
Neu-K. eine völlige, durch Auskochen von Na 
delhölzern gewonnene Nachahmung in denPIan- 
del gebracht. Der Wert des K. beruht auf seinem 
Gehalt an Katechusäure oder Katechin und 
an Katechugerbsäure, doch dient die Droge 
zum Gerben nur in untergeordnetem Maße, 
findet hingegen außer zu einigen medizinischen 
und hygienischen Zwecken, z. B. als Zusatz zu 
Zahnwässern und als adstringierendes Mittel, 
ausgedehnte Anwendung in der Färberei und 
im Zeugdruck. Es liefert in Verbindung mit 
Chrom- und Kupfersalzen und anderen Zusätzen 
schöne braune, auch gemischte Farben und echt 
Schwarz. 
Katechupräparat (Präpariertes Katechu) 
wird aus Gambirkatechu bereitet, indem man 
es im Dampfbade schmilzt und eine kleine 
Menge Kaliumdichromat, bisweilen auch Alaun 
lösung und Salmiakgeist, zusetzt. K. findet in 
der Färberei Anwendung. 
Katgut. Unter diesem Namen kommt ein Näh 
material für Wundbehandlung in den Handel, 
das meist aus getrockneten, gespaltenen und ge 
reinigten Katzendärmen besteht.. K. wird in ver 
schiedenen Stärken verwandt und auf Spulen ge 
wickelt in einer 20°/oigen öligen Karbolsäure 
lösung aufbewahrt. 
Kathablätter, die für medizinische Zwecke von 
Arabien über Aden eingeführten Blätter von 
Cat ha edulis, sind eiförmig, stumpf gezähnt, 
unbehaart, oben dunkelgrün, unten hellbläulich 
grün und enthalten ein dem Koffein ähnliches 
Alkaloid. 
Kathartinsäure (Cathartinsäure, lat. Aci 
dum cathaftinicum, frz. Acide cathartinique, 
engl. Cathartic acid), der abführend wirkende 
Stoff der Sennesblätter und derKreuzdorn- 
beere (Fructus rhamni catharticae), wird ge 
wöhnlich als schwarzbraune, amorphe Masse 
erhalten, die aus einem in Chrysophansäure und 
Emodin zerfallenden Glykoside besteht. Sie 
wird nur selten medizinisch verwendet. 
Kattun, ein baumwollener, nach Leinwandart 
glatt und ziemlich dicht gewebter Stoff, kommt 
entweder gefärbt oder bedruckt in den Handel. 
Den Hauptartikel bilden die gedruckten K., die 
meist in England und Deutschland mit gravier 
ten Kupferzylindern hergestellt werden. Be 
kanntere Sorten sind: Schirting, Nessel aus 
Garn Nr. 20—60 dicht gewebt, Bettkattun mit 
farbigen Streifen im Einschlag, Nanking, ein 
dichter, fester K. von bräunlicher Naturfarbe 
(echter Nanking) oder braun gefärbt, Kam 
brik oder feiner Hemdenkattun, Dowlas oder 
Heradentuch. 
Katzenauge (Schillerquarz) nennt man eine 
Abart gefärbten Quarzes, welcher durch Ein 
schlüsse dicht gedrängter paralleler Asbestfasern 
einen seidenartigen, wie eine Pupille geformten 
Lichtschein erhält. Besonders schön tritt letz 
terer auf, wenn das Mineral kappenförmig (en 
cabochon) geschliffen ist und in gewissen Rich 
tungen gegen das Licht gehalten wird. Der 
Stein ist durchscheinend, verschieden gelb, grün 
lich, grau, braun oder rötlich gefärbt und kommt 
am schönsten auf der Malabarküste und auf 
Zeylon vor. Er findet sich aber auch im Fichtel 
gebirge und an anderen Orten in Deutschland 
und wird zu Ring- und Nadelsteinen geschlif 
fen. Der braune, mit weißlichem Scheine wird 
am meisten geschätzt. 
Katzenfelle (fr'z. Peaux de chat, engl. Cats 
skins). Sowohl die Felle von wilden als zahmen 
Katzen werden im Handel geführt, und nament 
lich die der letzteren bilden ein viel verwendetes 
beliebtes Pelzwerk. Bei ihrer Sortierung ent 
scheidet in erster Linie die Farbe, nach welcher 
man schwarze, graue, bunte, rote und weiße 
unterscheidet, und zwar werden die schwarzen 
am teuersten bezahlt. Die Schönheit des Felles 
richtet sich bei der zahmen Katze weniger nach 
dem Klima als nach dem Grade der Pflege und 
Reinlichkeit. Auch müssen die Tiere bereits 
im ersten Lebensalter im Winter geschlachtet 
werden, weil zu alte Tiere schlechte Pelze geben, 
und es ist daher erforderlich, daß man die 
Katzen gleich mit Rücksicht auf das Fell züch 
tet. Vor allem geschieht dies in Holland, das 
die schönsten schwarzen Felle in den Handel 
bringt. Die Tiere werden dort in Schuppen ein 
gesperrt gehalten und nur mit Fischen ge 
füttert. Daneben liefern auch die Schweiz, 
Salzburg, Steiermark, ferner Norddeutschland 
und Rußland schöne schwarze Felle. Nicht sel 
ten werden die Tiere kastriert, damit sie größer 
und haarreicher werden. Deutschland, Italien 
und die Dönaufürstentümer verbrauchen haupt 
sächlich schwarze, Schlesien und Galizien graue, 
die Türkei weiße und rote Felle. Gute schwarze 
K. gehen auch nach England und Amerika.
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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