Digitalisate EconBiz Logo Full screen
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Access restriction


Copyright

The copyright and related rights status of this record has not been evaluated or is not clear. Please refer to the organization that has made the Item available for more information.

Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
K
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Kautschuk 
206 
Kautschuk 
meist verunreinigt und von geringerer Festig 
keit und Elastizität als die Parasorte. Er kommt 
selten nach Deutschland und wird meist nach 
England und Amerika ausgeführt. Steigende Be 
deutung gewinnt neuerdings der afrikanische 
K., der besonders in Portugiesisch- und Deutsch- 
Ostafrika, Sierra Leone, Madagaskar und im 
Kongostaate von verschiedenen Landolphia- und 
Kickxia-Arten gewonnen wird. Mehr und mehr 
geht man auch zur Anlegung von Kulturen 
über, wodurch besonders in Zeylon die Her 
stellungskosten wesentlich verringert worden 
sind. — Die Gesamtmenge des auf der Erde 
gewonnenen Kautschuks wurde 1862 zu 4000 t 
angegeben, 1903 belief sie sich auf 63500 t, wo 
von fast die Hälfte auf Brasilien entfiel, und 
1910 auf 76000 t. Infolge der Anlegung zahl 
reicher Kulturen, die Anfang 1911 bereits 
400000 ha umfaßten, stieg die Erzeugung im 
Jahre 1915 auf mehr als 100000t und wurde für 
1916 auf 130—150000 t geschätzt. Die deutschen 
Kolonien, deren Pflanzungen eine schöne Ent 
wicklung zeigten, lieferten vor dem Kriege be 
reits gegen 3000 t. — Der K., der sich neben 
Eiweiß, Harz, Zucker und Mineralstöffen in 
Form einer wäßrigen Emulsion in dem Milch 
säfte (Latex) vorfindet, ist ein zu den Poly 
terpenen gerechneter Kohlenwasserstoff von der 
empirischen Formel C 10 H 16 , aber sehr hohem 
Molekül. Er bildet den Hauptbestandteil des 
Rohkautschuks, neben dem kleinere oder größere 
Mengen von Eiweiß, Harzen und anderen Ver 
unreinigungen (im Para-K. nur 1—40/0, in min 
derwertigen Sorten bis zu 400/0) Vorkommen. 
Je nach der Sorte zeigt der Rohkautschuk eine 
rötliche, bräunlichgelbe bis schwarze Farbe, 
einen eigentümlichen Geruch und eine hohe 
Elastizität. Das spez. Gew. liegt bei 0,92 bis 
0,96. Bei niedrigen Temperaturen hart und 
spröde, wird der K. bei 120 0 klebrig und schmilzt 
bei 180 0 zu einer Schrhiere, die erst nach jahre 
langer Lagerung wieder fest wird. Bei 200 bis 
300 0 geht er in ein dunkelbraunes Öl über, das 
als Schutzmittel gegen Rost dient, und verbrennt 
bei noch stärkerem Erhitzen an der Luft mit 
rußender Flamme und unangenehmem Geruch. 
Die eigentliche Kautschuksubstanz ist in Wasser, 
Alkohol und Azeton unlöslich, doch entziehen 
die beiden letzteren dem Rohkautschuk die 
Harze. Von den übrigen Lösungsmitteln, die 
den K. entweder in eine wirkliche Lösung oder 
doch durch Erweichung und Quellung in eine 
homogene Flüssigkeit überführen, sind Äther, 
Benzin, Benzol, Chloroform, Schwefelkohlen 
stoff, Terpentinöl und Tetrachlorkohlenstoff von 
größter technischer Bedeutung. Ein ausgezeich 
netes Lösungsmittel ifet auch das durch trockne 
Destillation von K. gewonnene Kautschuköi 
(Kautschukin). Gegen chemische Reagenfien 
ist K. ziemlich beständig, er wird aber von kon 
zentrierter Schwefelsäure und Salpetersäure zer 
stört, durch starke Laugen in eine klebrige Mo 
difikation umgewandelt und auch durch Tangere 
Einwirkung von Luft und Licht (Ozon) ver 
dorben. Mit salpetriger Säure entstehen Nitro- 
site, die ebenso wie die Additionsprodukte mit 
schwefliger Säure und Halogenen (Tetrabromid) 
zur quantitativen Bestimmung benutzt werden. 
— Zur technischen Verwendung wird der 
Rohkautschuk zunächst einem Reinigungsverfah 
ren unterworfen, indem man ihn in siedendem 
Wasser erweicht, darauf mit ständig naß 
gehaltenen Schneidemaschinen in 100—200 g 
schwere Brocken zerteilt und letztere sorgfältig 
mit Hilfe von Riffelwalzen wäscht.. Die schließ 
lich erhaltenen dünnen Lappen, sog. „Felle“, 
werden sorgfältig bei 50—6o° getrocknet. Der 
bei dieser Reinigung eintretende Gewichtsver 
lust („Waschverlust“), der bei bestem Para-K. 
gegen 10 o/ 0 ausmacht, im allgemeinen aber 20 0/0 
beträgt, kann bei geringeren Sorten bis zu 50 o/ ft 
ansteigen. Die reinen Felle werden entweder 
für sich allein in Walzwerken und nachfolgen 
dem hohen Druck in Blöcke gepreßt und in 
Platten zerschnitten (Patentgummi), oder 
durch Verkneten des erweichten K. mit Schwefel, 
Ton, Zinkoxyd, Talk, Glätte, Schwefelantimon, 
Kienruß usw. in eine sog. gemischte Masse 
übergeführt, die dann durch Pressung ebenfalls 
Platten liefert. Aus den Platten von Patentgummi 
oder gemischter Masse werden die meisten Ge 
brauchsgegenstände hergestellt, indem man sie 
zunächst in die gewünschte Form (Scheiben 
für Spielwaren, Klappen usw.) zurechtschneidet 
und dann die Vereinigung der Ränder durch 
Aneinanderpressen, bisweilen unter Verwendung 
von Kautschuklösung als Klebemittel herbeiführt. 
Aus Patentgummi entstehen so z. B. Milch 
sauger, Gummischläuche. Gemischte Platten 
werden ebenfalls zunächst zerschnitten und dann 
in Formen hohem Druck ausgesetzt, wobei bis 
weilen, wenn die Gegenstände hohl und prall 
bleiben sollen (Gummibälle) etwas kohlen 
saures Ammonium hineingebracht wird. Für 
Gummischuhe, Mäntel von Fahrradreifen, wasser- 
und luftdichte Stoffe wird der Einlagestoff ent 
weder durch Aufwalzen der Kautschukmasse 
oder Aufstreichen einer Kautschuklösung mit 
dem gewünschten Überzüge versehen. Gummi 
schuhe werden auch durch Eintauchen der mit 
abgepaßten Futterstoffen belegten Formen in 
Kautschuklösungen, darauffolgendes Belegen 
mit zurecht geschnittenen Kautschukplatten und 
anschließende Vulkanisation hergestellt. Gummi 
schläuche erhält man entweder durch schrau 
benförmiges Aufwickeln der Kautschukstreifen 
auf eine eiserne Achse und nachfolgendes Ver 
kleben der Ränder oder auch Ausspritzen der 
erweichten Masse aus einem mit Kern ver 
sehenen Mundstück. Elastische Gewebe werden 
aus langen, mit Maschinen zurechtgeschnittenen 
vierkantigen Fäden, die mit Baumwolle oder 
Seide umsponnen und dann gestreckt sind, her 
gestellt. Der so erhaltene gereinigte Kaut 
schuk findet wie auch der Rohkautschuk nur 
beschränkte Verwendung als Radiergummi so 
wie zur Herstellung von Heftpflastern und 
Kautschuklösungen für Klebezwecke. Für die 
meisten Verwendungen muß er erst der Vul 
kanisation unterworfen werden. Dieses haupt 
sächlich von Goodyear erfundene Verfahren 
besteht in der Einverleibung von Schwefel bei 
höherer oder von Schwefelchlorür bei gewöhn 
licher Temperatur und verleiht dem K. mehrere 
für seinen Gebrauch höchst günstige Eigen 
schaften. Im Gegensatz zum gewöhnlichen K. 
wird der vulkanisierte weder bei niederen Tem 
peraturen spröde, noch bei höheren klebrig.
	        

Download

Download

Here you will find download options and citation links to the record and current image.

Monograph

METS MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Full text PDF EPUB DFG-Viewer Back to EconBiz
TOC

Chapter

PDF RIS

This page

PDF ALTO TEI Full text
Download

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Citation links

Citation links

Monograph

To quote this record the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Chapter

To quote this structural element, the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

This page

To quote this image the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Citation recommendation

Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

How many grams is a kilogram?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.