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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
K
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Kayota 
208 
Kerzen 
(i—2 cm lang, 4—5 mm dick) und die mehr 
gelbrötliche Farbe unterscheidet. Infolge seines 
Gehaltes an Kapsaizin besitzt er einen bren 
nend scharfen Geschmack und wird als Gewürz, 
besonders zu Essigfrüchten, in großen Mengen 
verbraucht. Außerdem aber wird er mit Mehl 
zu einem Teige angerührt, gebacken, gemahlen 
und als sog. „amerikanischer K.“ (Papper- 
pot) in den Verkehr gebracht. 
Kayota, eine aus Mexiko eingeführte, gerb 
stoffreiche Rinde unbekannter Abstammung, wahr 
scheinlich aber von einer Malpighia, welche 
zum Gerben verschiedener Lederarten benutzt 
wird und letzteren eine rötliche Farbe verleiht. 
Die auch in gemahlenem Zustande eingeführte 
Rinde, welche 23—27 °/o Tannin enthält, soll als 
Gerbmaterial dem Quebracho vorzuziehen sein, 
in der Färberei zum Schwarzfärben mit Eisen 
salzen dem Sumach ähnlich wirken und nament 
lich der Seide die Geschmeidigkeit nicht nehmen. 
Kazaza, ein aus Zuckerrohrsaft oder aus Me 
lasse bereitetes geistiges Getränk, das fh der bra 
silianischen Provinz Maranhao viel genössen wird 
und sich vom Rum durch seine Farblosigkeit und 
geringeren Alkoholgehalt unterscheidet. 
Kefir (Kephyr) ist ein alkoholisches Ge 
tränk, das schon seit alten Zeiten im Kaukasus 
durch eine eigentümliche Gärung aus Stuten 
milch hergestellt wird. Zur Erregung der Gä 
rung dienen Anhäufungen gewisser Hefen- und 
Spaltpilze, die als Kefirkörner in den Handel 
kommen und auch bei uns zur Gewinnung 
eines gleichartigen Erzeugnisses aus Kuh 
milch benutzt werden. Nach Mercks Jahres 
bericht gibt man in eine Selterwasserflasche 
von 375 ccm Inhalt 5—-io Kefirkörner, über 
gießt diese abends, mit 100 ccm frischem Wasser 
und läßt über Nacht stehen. Morgens um acht 
Uhr gießt man das Wasser möglichst vollstän 
dig ab, füllt die Flasche zu 3 / 4 mit unabge- 
kochter Milch und läßt tagsüber bei 8 bis 
20° C gut verkorkt unter zeitweiligem Um 
schütteln liegen. Am Abend nach dem Ab 
seihen des Ferments kann der Kefir schon ge 
trunken werden. Im Verlaufe dör Gärung geht 
ein Teil des Milchzuckers in Milchsäure und 
-ein Teil des Kaseins in lösliche Hemialbu- 
mosen, Azidalbumosen und Peptone über, wäh 
rend gleichzeitig Alkohol und Kohlensäure ent 
stehen. Das fertige schäumende Getränk ent 
hält nach König: 88,86 0/0 Wasser, 2,800/0 
Kasein, 0,38 o/ 0 • Albumin, 0,25 % Azidalbumin, 
0,180/0 Hemialbumosen, 0,030/0 Pepton, 2,760/0 
Fett, 2,520/0 Milchzucker, 0,980/0 Milchsäure, 
0,84 % Alkohol und 0,65 0/0 Asche. K. wird als 
diätetisches Mittel bei Magen- und Lungen- 
ieiden und Schwächezuständen angewandt. 
Kehrsalz (Fegsalz), das in der Salzsiederei 
beim Beladen der Trocken Vorrichtungen und 
beim Abtragen des getrockneten Salzes ab 
fallende Salz, welches vom Fußboden zu 
sammengekehrt wird und daher verunreinigt 
ist, kann nur als Viehsalz Verwendung finden. 
Keramische Waren. Diese Bezeichnung, vom 
griechischen Worte Keramos, der Ton, ab 
stammend, umfaßt alle aus Ton und Ton 
mischungen hergestellten Waren, wie Terra 
kotta, Töpferwaren, Siderolith, Stein 
gut, Fayence, Majolika, Steinzeug und 
Porzellan. 
Kermek, die Wurzeln von Statice coriaria 
und St. limonium, werden in Rußland als 
Gerbmaterial verwendet. 
Kermes. Mit diesem Namen belegt man drei 
verschiedene Farbstoffe; I. Tierischer Ker 
mes (Kermesbeeren oder -körner, Schar 
lachbeeren, Purpurkörner, Alkermes, lat. 
Grana kermes, frz. Grains d’öcarlate, engl. Scarlet 
berries) besteht aus den getrockneten trächtigen 
Weibchen einer Schildlaus (Coccus ilicis). 
die auf den Zweigen der in Südeuropa und 
im Orient häufiger wachsenden, strauchartigen 
Scharlacheiche (Quercus coccifera) lebt. 
Das Weibchen schwillt nach der Befruchtung 
kugelförmig an, strotzt von Eiern und rotem 
Farbstoff und wird in diesem Zustande gesammelt. 
Die durch Besprengungen mit Essig getöteten und 
an der Luft getrockneten Tiere bilden glatte oder 
etwas runzelige, dunkelro.braune, zum Teil auch 
violette, den Korinthen ähnliche Körner, welche 
denselben Farbstoff wie Koschenille enthalten 
und im Orient noch heute als Färbematerial 
dienen. 2. Die pflanzlichen Kermesbeeren, 
die früher zum Färben von Rotwein benutzt 
wurden, jetzt jedoch ihrer abführenden Wir 
kung wegen verboten sind, bestehen aus den 
Früchten eines von Virginien nach dem süd 
lichen Europa verpflanzten und dort verwilder 
ten, schon in Österreich häufig vorkommenden, 
ausdauernden Gewächses, Phytolacca decan- 
dra. 3. Mineralischer K. ist ein altes, unter 
dem Namen Karthäuserpulver bekanntes 
und zuweilen noch jetzt medizinisch gebrauchtes 
Antimonpräparat, das durch Kochen von schwar 
zem Schwefelantimon mit Pottaschelösung er 
halten wird. Beim Kochen der filtrierten Lösung 
fällt der K. als ein feines, leichtes, rotbraunes 
Pulver, das aus Schwefelantimon und Antimon 
oxyd in wechselnden Verhältnissen besteht. 
Kerzen (Lichte frz. Bougies, engl. Candles) 
werden nach dem Ausgangsmaterial meist in 
Talg-, Stearin-, Wachs-, Walrat-, Pa 
raffin- und Zeresin-K. unterschieden. Zu 
ihrer Herstellung bediente man sich früher 
hauptsächlich der Methode des Ziehens, bei | 
der zahlreiche, an einem Stabe hängende Dochte 
so oft in das geschmolzene Material einge 
taucht wurden, bis die verlangte Dicke erreicht 
war. Heutzutage kommt fast nur noch das Gießen 
in Betracht. Eine Reihe schwach konischer For 
men aus Blei-Zinn-Legierungen werden mit dem 
verjüngten Ende nach unten in die Löcher des 
Gußtisches eingehängt, dann mit je einem Docht 
und Trichter versehen und mit der geschmol 
zenen Masse vollgegossen. Die Temperatur ist 
für jede Sorte besonders zu wählen. Während 
z. B. der, heute übrigens kaum noch benutzte. 
Talg eben ein Häutchen bilden soll und bet 
kühler Temperatur gegossen wird, ist das Pa 
raffin möglichst dünnflüssig in die vorge 
wärmte Form zu gießen und dann schnell ab 
zukühlen. Die Stearin-, richtiger Stearin- 
säure-K. werden zur Vermeidung des unbe- | 
liebten großkristallinischen Gefüges meist aus 
einem Gemisch von Stearin und etwas Wachs 
oder Paraffin, das man unter Umrühren bis 
zum Dickflüssigwerden abkühlen läßt, hergc-
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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