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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
K
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Kino 
210 
Kirschstiele 
stens neben ihr benutzt werden können. Unter 
allen Umständen muß verlangt werden, daß die 
K. völlig aufgeschlossen sind, da der kindliche 
Organismus rohe Stärke nicht assimiliert. Zweck 
mäßig erfolgt die Verabreichung daher nur bei 
älteren Kindern und bei Verdauungsstörungen, 
bei denen Kufekes K. verstopfend, Mellins 
und Theinhardts Nahrung hingegen schwach 
abführend wirken. 
Kino (Kinogummi, lat. Gummi kino, frz. 
Gomme kino, engl. Kino gum) besteht aus dem 
eingetrockneten Extrakte oder natürlichen Aus 
flüssen verschiedener Bäume, namentlich aus 
der Familie der P ap iliona z e en, und bildet 
dem Katechu ähnliche rote Massen von stark 
zusammenziehendem Geschmack, Unter den 
verschiedenen Handelssorten hat das malaba 
rische oder Amboinakino von Pterocarpus 
Marsupium die größte Bedeutung. Es bildet 
kleine eckige, leicht zerbrechliche Bruchstücke 
von glänzend schwarzer Farbe, die in dünnen 
Splittern rot durchscheinen. Das Pulver ist 
dunkelrot und löst sich nur teilweise in Wasser, 
aber vollständig in Alkohol und Alkalien. Das 
afrikanische K. aus dem Senegalgebiete, das 
früher die Hauptrolle spielte, kommt jetzt nicht 
mehr in den Handel, wohl aber asiatisches 
(Butea- oder bengalisches) K. von Butea 
frondosa, westindisches oder Jamaikakino 
von Coccoloba uvifera und neuholländi 
sches oder Eukalyptuskino von verschiede 
nen Eukalyptusarten. Der wichtigste Bestand 
teil aller Kinosorten ist ein bis zu 75 °/o vor 
handener Gerbstoff, Kinogerbsäure, aus der 
beim Erwärmen der rote Farbstoff, Kinorot, 
entsteht. K. findet in der Pharmazie sowie zur 
Herstellung von Zahntinkturen und Zahnpulvern 
nur noch beschränkte Verwendung, wird aber 
in steigendem Maße zum Gerben und Färben 
benutzt. 
Kipari, das Holz eines in Indien und auf Java 
wachsenden Baumes, Lepisanthes montana, 
wird als Nutzholz verwendet, 
Kirschbaumholz, das Holz des Kirschbau 
mes, Prunus Cerasus, ist gelblichrot bis rot 
braun, bei manchen Arten grünbraun, gestreift 
und geflammt, sehr fest, ziemlich hart und 
feinfaserig und hat ziemlich ansehnliche Spiegel. 
Es läßt sich leicht bearbeiten und durch Beizen 
dem Mahagoniholze ähnlich machen. Das Holz 
alter Bäume ist ein vortreffliches Tischlerholz, 
hat jedoch die unangenehme Eigenschaft, mit 
der Zeit blasser zu werden, welchem Übelstande 
man aber durch Behandlung mit Kalkwasser 
begegnen kann. 
Kirschen (lat. Fructus cerasi, frz. Cerises, 
engl. Cherrys), die bekannten Steinfrüchte 
der verschiedenen Abarten des Kirschbau 
mes, bilden einen wichtigen Gegenstand des 
Obsthandels, der im frischen Zustande aller 
dings von geringer Haltbarkeit ist. Man unter 
scheidet Süßkirschen und Sauerkirschen 
und rechnet zu den ersteren die Herzkirschen, 
Knorpelkirschen und Amaranthenkirschen, zu 
den halbsüßen oder süßsaueren die Glaskir 
schen, Ammern, Amarellen und Süßweichsein, zu 
den Sauerkirschen die Sauerweichsein, Nonnen 
kirschen, Kirchheimer Kirschen u. a. Außer 
im frischen Zustande bilden die K. auch in zu 
bereiteter Form, so namentlich als getrock 
nete oder Darrkirsehen, ferner in Essig oder 
in Zucker eingemacht einen wichtigen Han 
delsartikel. 
Kirschgummi (lat. Gummi cerasi, frz. Gomme 
de c6rise, engl. Cherry gum), das aus der Rinde 
der Kirschbäume freiwillig ausfließende, an der 
Luft erhärtende Gummi zeigt meist eine dun 
kelbraune bis rote Farbe, eine ziemlich weiche 
Beschaffenheit und widerlichen Geschmack. Das 
in Wasser nur zurri Teil lösliche Gummi wird 
in der Industrie vielfach an Stelle des arabi 
schen Gummis, dem es ähnlich ist, benutzt. 
Kirschkernöl, das in den Kernen enthaltene 
fette Öl, ist hellgelb, geruchlos und von mildem 
und angenehmem Geschmack. Das spez. Gew. 
liegt bei 0,9184, der Gefrierpunkt bei —22 °. 
Kirschlorbeerblätter (lat. Folia laurocerasi,. 
frz. Feuilles de laurier-cerise, engl. Cherry 
laurel leaves). Die lederartigen, glänzenden, 
oben dunkelgrünen, unten helleren Blätter von 
Prunus laurocerasus, eines in Persien und 
Kleinasien heimischen, in Südeuropa kultivier 
ten Strauches, werden bis 13 cm lang und 
4Y2 cm breit und sind an den zurückgebogener.. 
Rändern entfernt sägezähnig. Sie werden, noch 
frisch, zerstampft, mit Wasser übergossen und 
nach einigem Stehen der Destillation mit Wasser 
dampf unterworfen. Das in Menge von 0,05 0/0 
erhaltene Kirschlorbeeröl (lat. Oleum lauro 
cerasi, frz. Essence de laurier-cerise, engl. Cherry 
laurel oil) hat ein spez. Gew. von 1,050—1,066,. 
einen charakteristischen Geruch und löst sich in 
jedem Verhältnis in Alkohol. Es ist dem Bitter 
mandelöl außerordentlich ähnlich und enthält wie 
dieses Benzaldehyd, Blausäure undBenzaldehyd- 
zyanhydrin, jedoch entstammen diese Bestand 
teile hier einem anderen Glykoside, dem Pru- 
laurasin, das durch Emulsion in Blausäure, Glu 
kose und Benzaldehyd zerlegt wird. Der Gehalt 
an Blausäure beträgt bis zu 40/0. Das bei der 
Destillation erhaltene aromatischeWasser wird als 
Kirschlorbeerwasser (lat. Aqua laurocerasi, 
frz. Eau distil!6e de laurier-cerise, engl. Cherry 
laurel leaves water) in den Handel gebracht. 
K.-BJätter und -Wasser finden in der Medizin 
sowie nach der Entfernung der Blausäure zur 
Herstellung von Likören Anwendung. 
Kirschsaft (lat. Succus cerasorum, frz. Suc 
de cerises, engl. Cherry juice), der, wie unter 
Himbeersaft beschrieben, ausgepreßte, geklärte 
und der Haltbarkeit wegen gewöhnlich mit 
etwas Spiritus versetzte Saft von Kirschen, na 
mentlich Sauerkirschen, dient teils zur Berei 
tung von Likör und Sirup, teils zum Färben 
anderer Liköre und Obstweine. 
Kirschsirup (lat. Sirupus cerasorum, frz. Sirop- 
de cerises, engl. Cherry sirup) wird durch Ein 
kochen des Kirschsaftes mit Zucker erhalten 
und findet vielfache Verwendung in der Likör 
fabrikation, zu Fruchteis und Limonaden so 
wie in Apotheken als geschmackverbesserndes 
Mittel. 
Kirschstiele (lat. Pedunculi seu Stipites cera 
sorum, frz. Queues de cerises, engl. Cherry 
stalks), die getrockneten Stiele der Sauerkir 
schen, werden bisweilen als Aufguß gegen, 
Blasenleiden angewandt.
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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