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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
K
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Kleesamen 
212 
Klettenwurzel 
rantie zu kaufen und an einer Samenkontroll 
station untersuchen zu lassen. — Von den 
150 Arten Trifolium kommen für den Anbau 
hauptsächlich folgende in Betracht: 1. Rotklee 
(Wiesen-, Kopf-, Saatklee), T, pratense, in den 
Handelssorten: Brabanter, Holländer oder Bor 
deaux, gelblicher, langer, grüner oder Steirischer, 
Normannischer und Bretagner. Die Samen sind 
rundlich, winkelig, oft beilförmig, glänzendgelb 
rot bis violett und iV 2 —2V1 mm breit. —■ 2. In 
karnatklee, T. incarnatum. Die Samen sind 
eiförmig, regelmäßig gewölbt, rötlichgelb bis 
rotbraun und graugrünrot, mit schwarzbraunen 
Schwielen und dicht anliegenden Würzelchen 
versehen und 2—2,5 mm breit. Die wichtigsten 
Handelssorten sind: dunkelgraugrüner (früher 
und später, oder Vilmorins später rotblühender), 
weißer (mit weißem Samen früh und spät, 
letzterer auch als Noisetts später weißer I. be 
kannt) und fleischroter. — 3. Weißklee, krie 
chender K. (Bienen-, Honig-, holländischer, 
Schafklee), T. repens, mit weiß, weißgelb und 
gelb gefärbten Blüten und hellgelben bis nraun- 
roten, oft grünlichen Samen von 1 —1,25 mm 
Durchmesser. — 4.Niederliegender K. (Gold 
klee, kleiner Honig-, gelber Feld-, Hopfenklee 
und Hopfenluzerne), T. procumbens, die nur in 
England angebaute Sorte mit stark glänzenden, 
länglichovalen, sattgelben Samen und ange 
schmiegten Würzelchen. — 5. Bastardklee 
(schwedischer oder Honigklee), T. hybridum, 
aus Schweden, „Alsike kloefver“ mit größeren, 
hell- oder dunkelolivengrünen oder schmutzig 
rotbraun marmorierten und, wenn unreif, gelb 
grünen Samen. Von den Luzernearten sind 
zu nennen: 1. Die gemeine L. (Ewiger-, Mo 
nats-, Spargel-, Schneckenklee, burgundisches 
Heu), Medicago sativa, mit gelbbraunen, läng 
lichen, fast bohnenförmigen, etwas zusammen 
gekniffenen, matten, eckigen oder schrauben 
förmigen, auf dem Rücken oft gekielten Samen, 
anliegenden Würzelchen und einem Durchmesser 
von 2,5—5 mm. — 2. Die schwedische (deut 
sche) oder gelbe L. (Sichel-, Ackerklee, gelber 
Steinklee), M. falcata, mit nierenförmigen, röt 
lichgelben und ziemlich kleinen Samen. —• 
3. Sandluzerne (bunte wechselfarbige), M. 
media, mit 2 mm dicken, gelbbraunen und dun 
kelbraunen Samen. — 4. Hopfenluzerne 
(Hopfenklee, gelber Klee, Hopfenschneckenklee), 
M. lupulina, mit nierenförmigen, gelben, glatten 
Samen und abstehender Spitze des Würzel- 
chens. — Der Steinklee (Honigklee, Riesen 
klee), Melilotus, dessen Samen oft unter andere 
Kleearten gemengt ist, wird in folgende Sorten 
unterschieden: Gebräuchlicher Steinklee, 
Käseklee (Mottenkraut, Pferdeklee usw.), M. 
officinalis, mit gelb bis braunen, x s / 4 —2 mm 
breiten Samen. Weißer Steinklee (Pferde 
klee), M. leucanthus, und Blauer St. (Schab 
ziegerklee, Mottenkraut), M. coerulea. — Die 
Esparsette kommt, ebenfalls in mehreren Sor 
ten, mit den schwer abtrennbaren Plülsen in den 
Handel. Der reine Samen ist 3—4 mm lang, 
2 mm breit, nierenförmig, hellgrün bis dunkel 
grünbraun, wenn heller, noch unreif, wenn dunk 
ler, nicht mehr keimfähig. Dauer der Keimkraft 
4 Jahre, bestes Saatgut 2 jährig. — Von den 
zahlreichen beobachteten Verfälschungen 
seien besonders folgende angeführt: Gelbklee 
kommt unter Rotklee und Luzerne, Bibernelle 
unter Esparsette, ägyptischer K. unter Inkarnat 
klee, Weißklee unter Bastardklee, gewöhnliche 
Luzerne, Hopfenklee und Melilotus unter der 
teureren Sandluzerne, Gelbklee und Hopfenklee 
unter gewöhnlicher Luzerne vor. Alter Samen 
wird durch Beizen gefirnißt, Unkraut, um die 
Mischung nicht zu verraten, durch Abkochen 
und Rösten der Keimkraft beraubt. Einen be 
sonderen Handelsartikel bildet das bekannte 
Verfälschungsmittel, der sog. Kleekies, sorg 
sam ausgesuchte, in der Farbe den Sämereien 
ähnliche oder künstlich gefärbte Quarzkörnchen, 
gefärbt mit Kienrußöl und Leinölfirnis für Rot 
klee, mit Chromlack für gelben Samen von 
Weißklee, Gelbklee und Luzerne, grün durch 
Chromlaok und Berlinerblau für Schwedischen 
und für Rotklee usw. Gute Sämereien sollen 
schwer, voll und glänzend sein, keine ver- 
schrumpften Körner enthalten und sich mit dem 
Fingernagel nicht zerdrücken lassen, da sie sonst 
für gefeuchtet zu halten sind. Die Prüfung der 
Keimfähigkeit geschieht wie bei anderem Samen 
durch Aufquellen und Feuchthalten bei gelinder 
Wärme in wollenen Lappen oder Erde oder 
mittels besonderer Apparate, Kleeprüfer usw. 
Kleie (frz. Son, engl. Bran) nennt man die 
beim Mahlen des Getreides abfallenden Hüllen 
oder Schalenteile der Körner, welche je nach 
Art des Mahlverfahrens eine verschiedene Zu 
sammensetzung zeigen. Die auf den alten deut 
schen Mahlgängen gewonnene K. enthält stets 
noch viel von den härteren, kleberreichen Stärke 
zellen der äußeren Schichten des Kornes und 
gilt daher mit Recht für ein wertvolles Kraft 
futtermittel. Seit Einführung der neuen Mahl 
verfahren hat sich die Mehlausbeute aber stän 
dig vergrößert, und dementsprechend die Güte 
der K. verschlechtert. Besteht sie nur noch aus 
den Hülsen des Kornes ohne allen Stärke- und 
Klebergehalt, so hat sie selbstverständlich keinen 
Futterwert mehr und sollte nur noch als Ein 
streu oder als Verpackungsmaterial benutzt wer 
den. Man unterscheidet hauptsächlich Weizen 
kleie, Roggenkleie und Gerstenkleie, letz 
tere von der Graupenfabrikation herstammend. 
Alle K. muß von guter Beschaffenheit sein und 
darf nicht durch fehlerhafte Lagerung einen 
dumpfen Geruch angenommen haben oder feucht 
und schimmlig geworden sein. Als Verfälschung 
sind Zusätze von Reishülsen, Erbsenschalen, 
Holzsägemehl, Sand und Ton beobachtet wor 
den. Behufs leichterer Versendung und größerer 
Haltbarkeit hat man jetzt angefangen, die K. 
mittels hydraulischer Pressen in Kuchenform 
zusammenzupressen. 
Klettenwurzel (Bardana-W., lat. Radix bar- 
danae, frz. Racine de bardane, engl. Burdock 
root), die daumendicke Hauptwurzel unserer 
Kletten (Lappa major und L. tomentosa), ’ 
bildet gespalten und getrocknet einen Gegen 
stand des Drogenhandels und wird als schweiß 
treibendes und haarwuchsbeförderndes Mittel 
angewandt. Sie enthält, außer Schleim, Inulin, 
etwas Gerbstoff, Bitterstoff und Zucker und hat 
einen herben, süßlich bitteren Geschmack. —■ 
Das Klettenwurzelöl, der mit feinem Oliven 
öl hergestellte und dann beliebig, möglichst
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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