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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
K
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Kockeiskörner 
216 
Kognak 
Eisenvitriol. Die Vergällung kann jedoch unter 
bleiben, wenn das Salz unter steueramtlicher 
Aufsicht verwandt wird. Zum Bezug von ver 
gälltem Salz ist die Beschaffung eines Berech 
tigungsscheins durch die Steuerbehörde erfor 
derlich. Dieser wird aber für Betriebe, die 
menschliche Nahrungs- und Genußmittel her- 
stellen, wie Tabak- und Mineralwasserfabriken, 
nicht erteilt. Der Verbrauch an K. betrug 1910 
auf den Kopf der Bevölkerung im Deutschen 
Reiche 24,8 kg, entsprechend einer Gesamt 
menge von 1600000 t. Davon wurden mehr als 
Vs, nämlich 1100000 t = 16 kg auf den Kopf, 
steuerfrei gelassen und nur 500000 t = 8 kg auf 
den Kopf versteuert. Diese Menge hat in den 
letzten 10 Jahren nur sehr wenig, um 61000 t, 
d. h. im Verhältnisse der Volksvermehrung zuge 
nommen. Hingegen ist der Verbrauch an steuer 
freiem Salz für Soda, Glaubersalz, Chlorkalium, 
chemische und Farbenfabriken, zur Viehfütte 
rung, Düngung, Lederindustrie fast auf das 
Doppelte gestiegen. Der Ertrag der Salzsteuer 
betrug 57,3 Milk M. = 93 Pf. auf den Kopf. Die 
inländische Erzeugung ist so groß, daß dadurch 
der gesamte Bedarf gedeckt wird und außer 
dem noch 4000001 für die Ausfuhr übrig bleiben. 
Kockeiskörner (Fisch kör ne r, Läuse kör ner, 
Tollkörner, lat. Fructus cocculi, frz. Coque 
de Levant, engl. Cockles) nennt man die Früchte 
eines in Ostindien, besonders auf Malabar und 
den Inseln Java, Sumatra, Zeylon, als Kletter 
pflanze wachsenden Strauches Menispermum 
cocculus oder Anamirta coccculus (Wight 
et Arm), an dem sie zu mehreren Hunderten in 
eine Traube vereint wachsen. Die etwa erbsen 
großen, schwach nierenförmigen Früchte sind 
frisch purpurrot und fleischig, getrocknet schwärz 
lichbraun, runzelig, und enthalten in der unter 
der Oberhaut liegenden hellbräunlichen, hol 
zigen, zerbrechlichen Schale einen einzelnen halb 
runden, auf dem Querschnitt halbmondförmigen 
Samen, der den Hohlraum nur teilweise aus 
füllt. Neben 50% fettem Öl findet sich in den 
Kernen das stark giftige Pikrotoxin, während 
das nicht giftige Fruchtgehäuse lediglich Me- 
nispermin und Paramenispermin enthält. 
Die Samen und noch mehr das isolierte Gift 
bewirken, innerlich genommen, Ohnmacht, Zit 
tern, Schwindel und Konvulsionen. Die Körner 
werden zur Vertilgung von Ungeziefer, nament 
lich in Form von Läusepulver und Salben, an 
gewandt und haben daher den Namen Läuse- 
körner erhalten. Außerdem werden sie gegen 
Krätze verordnet, doch ist hierbei Vorsicht zu 
beobachten, da bei offenen Wunden leicht Ver 
giftung eintreten kann. Die Verwendung zur Be 
täubung von Fischen ist strafbar. 
Kodein ist einer der wirksamen Bestandteile 
des Opiums (s. d.), der jedoch medizinisch nur 
höchst selten verwandt wird. Etwas häufiger 
benutzt man jetzt das salzsaure K. (lat. Codei 
num hydrochloricum, Codeinum muriaticum, frz. 
Hydrochlorate de codeine, engl. Hydrochlorate 
of codein), das wie die freie Base farblose Kri 
stalle bildet. 
Königsblau nennt man sowohl die beste Ko 
baltfarbe, das Eschel, wie auch eine Sorte 
Berlinerblau und verschiedene mit Orseille 
und Karmin auf Geweben erzeugte und hierauf 
mit Indigoblau geküpte Farben. 
Königsgelb ist eine Handelsbezeichnung für 
Chromgelb, Bleiglätte, Kasseler Gelb (s. Bleifar 
ben) und Auripigment. 
Königskerzen (Wollblumen, lat Flores ver- 
basci, frz. Fleurs de molöne, engl. Mullein flo- 
wers). Die vorsichtig getrockneten Blüten ver 
schiedener Verbascumarten (V.Thapsus und 
V. phlomoides) werden teils von wild wachsen 
den, teils von angebauten Pflanzen bei uns ge 
sammelt, kommen aber zum größten Teile, wohl 
zu drei Viertel der gesamten Handelsware, aus 
Ungarn. Man pflückt die Blüten bei gutem 
Wetter ohne die Kelche, trocknet sie rasch an 
der Sonne und verwahrt sie luftdicht, recht fest 
verpackt, da sie sonst leicht wieder Feuchtig 
keit anziehen und mißfarbig werden. Sie sind 
nur verkäuflich, wenn sie ihre gelbe Farbe gut 
erhalten haben. Die frischen Blüten zeigen einen 
fein aromatischen Geruch, der' beim Trocknen 
verloren gebt. Sie enthalten hauptsächlich Schleim, 
Gummi und Zucker, (die sich beim Kauen ver 
raten, und dienen als Zusatz zu Brusttee. 
Königswasser (lat. Aqua regis, frz.Eau regale, 
engl. Nitromuriatic acid) heißt die Mischung von 
Salzsäure und Salpetersäure (Salpetersalzsäure), 
die allein imstande ist, Gold und Platin zu lösen... 
Koffein (Coffein, Tein, Guaranin, lat. 
Coffeinum, frz. Ca£6ine, engl. Caffeine), die stick 
stoffhaltige Base des Kaffees, C 8 H 10 N4O 2 -)-H 2 O, 
findet sich nicht nur in den Samen (1—2 °/o) und 
Blättern des Kaffeebaumes, sondern auch im Tee 
(1—4 0/0), im Paraguaytee (0,50/0), den Kolanüssen 
(2 °/o) und der Guarana (5—6%). Man stellt es 
gewöhnlich aus dem abgesiebten Teestaub durch 
Extraktion mit heißem Wasser, Behandlung des 
Auszuges mit Bleiglätte zur Entfernung des Gerb 
stoffs und Zusatz von Kaliumkarbonat und Al 
kohol her. Neuerdings wird K, auch in großen 
Mengen bei der Herstellung des Koffeinfreiein 
(Hag-) Kaffee als Nebenprodukt erhalten. 
Nachdem erkannt worden ist, daß K. als ein 
Trimethylxanthin oder Methyltheobromin 
anzusprechen ist, kann es auch auf künstlichem 
Wege durch Methylieren von Theobromin oder 
Xanthin, oder nach dem Verfahren von, Emil 
Fischer durch völlige Synthese aus Malonsäure 
und aus Barbitursäure erhalten werden. Das 
durch Umkristallisieren gereinigte K. bildet blen 
dend weiße, seidenglänzende, leichte und sehr 
lockere Kristallaggregate von bitterem Geschmack, 
verliert bei ioo° Kristallwasser, sublimiert bei 
180 0 und schmilzt bei 230,5 °. Es ist in siedendem 
Wasser und Chloroform leicht, in Alkohol, Äther, 
Schwefelkohlenstoff, Benzol und Petroläther schwer 
löslich und gibt mit Gerbsäure einen Nieder 
schlag, der im Überschüsse des Fällungsmittels 
löslich ist. Es findet in der Medizin als Er 
regungsmittel vielfache Anwendung und wird 
außerdem, besonders in Form seiner Salze, z. B. 
des zitronensauren K. (Coffeinum citricum), 
gegen Kopfschmerz und Migräne verordnet. 
Kognak (Cognac) ist der durch Destillation 
von Wein hergestellte Edelbranntwein, der, als 
eine Unterabteilung des Franzbranntweins, 
ursprünglich nach der gleichnamigen Stadt im 
Departement Niedercharente benannt wurde und 
I noch jetzt in ihrer Umgebung in besonderer
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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