Digitalisate EconBiz Logo Full screen
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Access restriction


Copyright

The copyright and related rights status of this record has not been evaluated or is not clear. Please refer to the organization that has made the Item available for more information.

Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
K
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Kokablätter 
218 
Kokosöl 
entfernt wird. Das Unterhaar hat bräunliche, 
aschgraue oder graugelbUche Färbung und kommt 
an Feinheit demjenigen des Bibers nahe. Ge 
rupft und gegerbt liefern die Felle ein sehr hüb 
sches Pelzwerk. Zum größeren Teile wird das 
Unterhaar jedoch abgeschoren und als Zutat 
zu feinen Hüten verarbeitet. Die kr England ge 
bräuchliche Bezeichnung Affenfelle ist falsch, 
ebenso der Name Nutria, welcher der Fisch 
otter zukommt. 
Kokablätter (Cocablätter, lat, Folia cocae, 
frz. Feuilles de coca, engl. Coca leaves) stammen 
von einem baumartigen Strauche, Erythroxy- 
lon Coca, der auf den östlichen Abhängen der 
Anden wild wächst, in großem Maßstabe aber 
auch wie Wein angebaut wird. Der Strauch gibt 
jährlich drei, bei reichlichem Begießen sogar 
vier Ernten von Blättern, welche den Blättern 
von Sauerkirschen in Gestalt und Größe ähneln 
und an der Sonne getrocknet werden. Sie rie 
chen wie gutes Heu, besitzen einen teeähn 
lichen, schwach bitter-aromatischen Geschmack 
und bewirken beim Kauen starke Speichelabson 
derung. Ihre Haltbarkeit ist gering, da sie bei 
Einwirkung von Feuchtigkeit rasch dumpfig und 
unbrauchbar werden. Sie müssen daher in gut 
schließenden Blechkisten oder gepulvert in gelben 
Flaschen mit Glasstöpsel aufbewahrt werden. 
Die wichtigsten Handelssorten sind: Bolivia, 
Huanuko, Huanta, Cuczko, Truxillo und Lima 
oder Peru-K., doch kommen neuerdings auch K. 
aus Zeylon, Java und Kamerun in den Handel. 
Als kennzeichnende Bestandteile enthalten sie 
die Alkaloide: Kokain, Zinnamylkokain, Ko- 
kamin, Isokokamin, Benzoylpseudotro- 
pein. Benzoylekgonin und Hygrin, ferner 
Methylsalizylat, Glykoside und Gerbsäure. 
Der Alkaloidgehalt unterliegt ziemlich großen 
Schwankungen und beträgt im Mittel 0,7%. 
Die K. werden von den Indianerstämmen Perus 
mit Asche oder Kalk gekaut, wodurch eine Er 
regung des Nervensystems und Stillung des 
Hungers, bei unmäßigem Genuß aber ebenso 
schädliche Wirkungen wie durch Alkohol und 
Opium hervorgerufen werden. Die K. dienen zur 
Darstellung des Alkaloides und des Kokaweins. 
Kokain (Cocain, lat. Cocainum, frz. Cocaine, 
engl.Cocaina), das wichtigste Alkaloid der Koka 
blätter, wird durch Benzin- oder Petroläther 
extraktion der mit Sodalösung befeuchteten Blät 
ter und nachherige Ausschüttelung mit verd. 
Schwefelsäure, Fällung mit Soda und Umkri 
stallisieren aus Alkohol rein dargestellt. Es 
bildet färb- und geruchlose Prismen, die bei 
98° schmelzen, in Alkohol. Äther und den mei 
sten anderen organischen Lösungsmitteln leicht, 
in Wasser hingegen nur wenig löslich sind. Beim 
Erhitzen mit Salzsäure spaltet sich das K. in 
Ekgonin, Methylalkohol und Benzoesäure und 
ist daher als Methyl benzoylekgonin anzu 
sprechen. Aus den genannten Bestandteilen läßt 
sich chemisch reines K. synthetisch darstellen, 
das nicht die unangenehmen Nebenwirkungen 
des natürlichen Alkaloides zeigt. Das K. wirkt 
äußerlich örtlich anästhesierend und findet daher 
ebenso wie das salzsaure Salz, Kokainhydro 
chlorid, ausgedehnte medizinische Anwendung 
in der Chirurgie, Zahnheilkunde und Augenheil 
kunde, da die Bepinselung von Schleimhäuten 
mit K. völlige Unempfindlichkeit hervorruft und 
schmerzlose Operationen ermöglicht. Zurzeit wird 
das rohe K. meist schon in Peru dargestellt, aber 
erst in Europa weiter verarbeitet. 
Koka-Koka, eine aus Peru stammende, der 
Ratanhia ähnliche Wurzel von bitterem und zu 
sammenziehendem Geschmack, wird dort als Ab 
kochung gegen Leberleiden und zum Rotfärben 
benutzt. Die Kokablätter (s. d.) stammen von 
einer anderen Pflanze. 
Kokos. Die Früchte der in fast allen Tropen 
ländern an Küsten und auf Inseln wild wachsen 
den und angepflanzten Kokospalme (Cocos 
nucifera) bilden sowohl in ganzem Zustande, 
wie in ihren einzelnen Teilen überaus wich 
tige Handelswaren. Die Kokosnüsse sind 
bis zu kopfgroße Steinfrüchte, die unter einer 
4—6 cm dicken Faserhülle das von einer harten 
Steinschale umgebene weiße und mit einer milch 
artigen Flüssigkeit angefüllte Endosperm (Kokos 
kern) enthalten. Die Faserhülle besteht aus 
längslaüfenden, dicht zusammenhängenden Fa 
sern, welche zugerichtet als Kokosfaser (Coir) 
bezeichnet werden. Zu ihrer Gewinnung wird die 
Außenschicht (Roya) völlig reifer Früchte von 
Cocos nucifera var. rutila und cupulifor- 
mis mehrere Wochen in Wasser gelegt und dann 
mit Klopfern oder zwischen geriffelten Walzen 
bearbeitet, wodurch sich die Fasern vereinzeln 
und in verschiedene Stärken sortiert werden 
können. Sie besitzen dann eine bräunliche Fär 
bung, eine Länge von 15—33 cm und eine Dicke 
von 0,05—0,30 mm. Die Kokosfaser findet viel 
seitige Verwendung als Polstermaterial, zur Her 
stellung von geflochtenen Teppichen, gleichartig 
gewebt zu Fußdecken, Unterlagen und Abtretern, 
zu Bürsten und Pinseln, gesponnen zu Seiler 
waren, selbst Schiffstauen und neuerdings zu 
Maschinentreibbändern. Die harte Kernschale, 
Kokosnußschale, mit welchem Namen übri 
gens häufig auch die Schale der brasiliani 
schen Palme Attalea funifera (coquilla) be 
legt wird, dient zu kleinen Drechsler- und Schnitz 
arbeiten. Das Endosperm endlich, der Kokos 
kern, findet in frischem Zustande als Nahrungs 
mittel beschränkte Anwendung, wird aber zur 
technischen Verwertung, besonders zur Gewin 
nung des Fettes, unter dem NamenKopra in, un 
geheuren Mengen verarbeitet. Die Kopra (Co 
prah, Kopra, Copperah) enthält nach König 
5,81 % Wasser, 8,88 °/o ' Stickstoffsubstanz, 67,0 % 
Fett, 12,44% stickstofffreie Extraktstoffe, 4,06% 
Rohfaser und 1,81% Asche, Die nach dem Aus 
pressen des Kokosöles (s. d.) hinterbleibenden 
Rückstände, die etwa 20% Stickstoffsubstanz 
enthalten, bilden als Kokos- oder Kopra- 
kuchen ein wertvolles Futtermittel. 
Kokosöl (Kokosfett, Kokosbutter, lat 
Oleum cocos, frz. Huile ou Beurre de cocos, engl 
Cocoa nut oil, Cochin oil), das fette öl der 
Kokoskerne, wird entweder schon im Ursprungs- 
lande oder in Europa aus der, nach hier ein 
geführten Kopra ausgepreßt. Die Haupterzeu- 
gungsländer sind Vorder- und Hinterindien und 
Zeylon, nach welchen die besten Sorten den 
Namen Kochin-Kopra, die minder wertvoll 611 
den Namen Zeylon- und indische Kopra 
führen. Außerdem kommt K. aus Zanzibar und 
Westindien und neuerdings aus unseren Südsee-
	        

Download

Download

Here you will find download options and citation links to the record and current image.

Monograph

METS MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Full text PDF EPUB DFG-Viewer Back to EconBiz
TOC

Chapter

PDF RIS

This page

PDF ALTO TEI Full text
Download

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Citation links

Citation links

Monograph

To quote this record the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Chapter

To quote this structural element, the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

This page

To quote this image the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Citation recommendation

Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

What color is the blue sky?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.