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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
K
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Kollodium 
220 
Kolumbowurzel 
und schöner durch Glühen von Vitriolschlamm, 
dem rotgelben Absatz, der sich beim Eindampfen 
von Eisenvitriollösungen bildet, dargestellt. Das 
feinste Polierrot erhält man durch Glühen von 
oxalsaurem Eisenoxyd. 
Kollodium (Collodium) nennt man die Auf 
lösung von K.-Wolle (Dinitrozellulose) in 
Äther-Alkohol. Die Kollodiumwolle (Kolloxy 
lin) wird in ähnlicher Weise wie die Schieß 
baumwolle (Pyroxylin) hergestellt, .doch läßt 
man die entfettete Baumwolle nur so lange in 
dem Nitrierungsgemisch von Salpeter- und Schwe 
felsäure liegen, bis sie sich eben in Äther-Alkohol 
löst, da bei längerer Einwirkung die Trinitro- 
zellulose (Pyroxylin) entsteht. Die Kollodium 
wolle wird dann mit Wasser von den Säuren be 
freit und getrocknet und darauf sofort in Al 
kohol-Äther gelöst. Das K. ist eine dickliche, 
wasserhelle oder schwach gelbliche Flüssigkeit, 
die beim Verdunsten an der Luft ein dünnes, in 
Wasser unlösliches, durchsichtiges und fest an 
haftendes Häutchen hinterläßt. Auf dieser Eigen 
schaft beruht seine Verwendung in der Medizin 
zur Bedeckung von Schnittwunden, Hautabschür 
fungen und flachen Geschwüren, für welche 
Zwecke man ihm aber meist einen geringen Zu 
satz von Terpentinöl oder Rizinusöl gibt, da 
das dann entstehende Häutchen weit elastischer 
ist (Collodium elasticum). Auch wird K. im 
Gemisch mit Medikamenten wie Quecksilber 
sublimat oder Kantharidentinktur als ätzendes 
oder blasenziehendes K. angewandt. Die 
Technik benutzt es zur Herstellung kleiner Luft 
ballone und künstlicher Blumen sowie für photo 
graphische Zwecke. 
Kolonialwaren. Mit diesem Sammelnamen 
bezeichnet man die große Klasse der Genuß 
mittel und Gewürze, z. B. Kaffee, Tee, Kakao, 
Pfeffer, Zimt usw. Die Besprechung erfolgt bei 
den einzelnen Gegenständen. 
Kolophonium (Colophonium, Geigenharz, 
frz. Colophone, engl, Colophony), das gereinigte, 
von ätherischem Öl (Terpentinöl) und Wasser be 
freite Harz von Fichten und anderen Nadel 
hölzern, hinterbleibt bei dem völligen Ab 
treiben des Terpentinöls aus dem Terpentin 
durch Destillation mit oder ohne Wasserdampf. 
Der Rückstand wird in offenen Kesseln unter 
beständigem Umrühren so lange geschmolzen, 
bis alles Wasser verdampft ist, dann der Ruhe 
überlassen, und das klare Harz vom Bodensatz 
abgeschöpft. Das meist bräunlichgelbe bis gelb 
braune, bei den französischen Sorten auch hell 
gelbe Harz ist spröde und von glänzendem 
Bruch, erweicht bei 70 0 , schmilzt bei etwa loo° 
und verbrennt mit rußender Flamme. Das spez. 
Gew. beträgt 1,070. K. ist in Wasser unlöslich, 
in Petroläther teilweise, in fast allen übrigen 
organischen Lösungsmitteln aber völlig löslich. 
Seine Hauptbestandteile sind Harzsäuren, beson 
ders Abietinsäure oder bei französischem Plarz 
Pimarsäure. Bei der trockenen Destillation 
entstehen neben Essigsäure und Pinolin, wel 
ches unter dem Namen Harzessenz als Ter 
pentinölersatz benutzt wird, besonders Harzöle, 
die als Schmiermittel dienen, und Pech. K. 
findet vielfach Anwendung zur Darstellung von 
Seife (s. d.) und Sprengstoffen, zum Leimen von 
Papier (s. d.), zum Pichen der Fässer, zum Löten, 
zur Herstellung von Siegellack, Firnissen und 
Pflastern. Neuerdings werden aus K. durch 
Kochen mit Blei- oder Manganoxyden auch 
schnell trocknende Resinate (Sikkative) her 
gestellt. Die etwa 100000 t betragende amerika 
nische Einfuhr, von der 80 000 t im Lande ver 
braucht wurden, hoffen unsere Forstleute durch 
bessere Ausnutzung unserer Nadelwälder (9V2 Mil 
lionen LIektar), Einführung des Flaschen- oder 
Becherverfahrens, Extraktion des Holzes mit 
Äthylentrichlorid völlig ersetzen zu können. 
Koloquinten (lat. Fructus colocynthidis, frz. 
Coloquintes, engl. Colocynth apples), die getrock 
neten und meist geschälten Früchte der Kolo 
quintengurke (Cucumis Colocynthis), einer 
einjährigen, zur Gurken- und Kürbisfamilie 
gehörigen Pflanze, die in Syrien, Arabien, Ägyp 
ten, Zypern und Spanien wild wächst, auch zum 
Teil angebaut wird, besitzen die Größe einer 
Apfelsine und sind mit einer gelblichen oder 
bräunlichen pergamentartigen Schale bedeckt. 
Geschält und getrocknet erscheinen sie ganz 
weiß oder gelblich und auffallend leicht, da die 
trockene Fleischmasse eine dem Holundermark 
ähnliche Struktur hat. Die im Inneren mit zahl 
reichen gurkenkernähnlichen Samen angefüllten 
Früchte finden sich im Handel sowohl in ganzer 
unversehrter Form, als stark zusammengedrückt 
und mit Bruchstücken gemengt. Die Droge ist 
ausgezeichnet durch ihren Gehalt an dem bitter 
schmeckenden Glykoside Kolozynthin, das sich 
mit anderen Stoffen durch Wasser oder Alkohol 
ausziehen läßt und die heftig purgierende, in grö 
ßeren Gaben stark giftige Wirkung bedingt. 
Wegen ihrer Giftigkeit werden die K. kaum 
noch als Purgiermittel benutzt, bilden aber in 
Form von Abkochungen oder als Zusatz zu 
Tünche und Tapetenkleister ein geschätztes Mittel 
zur Bekämpfung von Wanzen in Bettstellen und 
Wandbekleidungen. Man unterscheidet im Han 
del ägyptische Ware als die beste, mit den größ 
ten, wenig Samen enthaltenden Früchten, ferner 
syrische und Zyprische, die kleiner, schwerer und 
vielsamiger sind. Zur Erleichterung des Pulve- 
risierens werden die von den unwirksamen Samen 
befreiten Früchte mit Tragantschleim vermengt, 
wieder getrocknet und dann zerstoßen. Neuer 
dings benutzt man aber meist das alkoholische 
Extrakt. 
Kolumbowurzel (Ruhrwurzel, Calumba- 
wurzel, lat. Radix Columbo, frz. Racine de Co 
lombo, engl. Calumba root) ist die rübenförmige 
Wurzel eines rankenden Gewächses, Menisper- 
mum palmatum (Jatrorrhiza palmata), das in 
den Wäldern der Ostküste Südafrikas wild wächst 
und in Ostindien, auf Isle de France, den Seycheb 
len- und Maskareneninseln auch angebaut wird. 
Die Ware kommt meistens in Querscheiben ge 
schnitten in den Handel, die 2V2—3V2 cm Durch 
messer und 3—9 mm Dicke haben und durch 
das Trocknen doppelt konkav geworden sowie 
eingeschrumpft sind. Das Innere der Wurzel ist 
sehr mehlig, ihr Geschmack schleimig und stark 
bitter, dabei aromatisch und etwas scharf. Die 
Droge ist ein gesuchter Handelsartikel geworden, 
der als Mittel gegen Ruhr und Diarrhöen ge' 
schätzt wird. Es kommen daher auch Bei 
mengungen anderer Pflanzenwurzeln vor, die 
aber, bei Kenntnis der echten, leicht aufzufinden
	        

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Die Nationalökonomie in Frankreich. Verlag von Ferdinand Enke, 1910.
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