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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
K
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Kork 
224 
Kork 
den sind, wird zunächst die obere harte Schicht, 
der,sog. männliche Kork (Liöge male), in der 
Weise entfernt, daß die noch teilungsfähige, kork 
bildende Schicht (Mutterkork) erhalten bleibt. 
Sie bildet eine neue Lage von elastischem weib 
lichen K. (Lihge femelle), die nach Verlauf 
von etwa zehn Jahren abgeschält werden kann. 
Sie ist zwar weniger rissig als der männliche K., 
gibt aber noch keine besonders gute Korkmasse. 
Eine brauchbare Handelsware wird vielmehr erst 
bei der dritten Schälung erhalten, und von da 
an verfeinert sich die Güte beständig, bis der 
Baum ein Alter von 100—150 Jahren erreicht 
hat. Die losgelösten, mehr oder weniger ge 
bogenen, S—20 cm dicken Korkplatten werden 
nach oberflächlichem Abputzen in heißem odei 
kaltem Wasser erweicht, darauf durch Beschweren 
mit Steinen flach gedrückt und an der Luft ge 
trocknet. In manchen Gegenden Spaniens zieht 
man die Korkschwarten auch wohl durch Flamraen- 
feuer, wodurch die Masse innerlich gebräunt und 
äußerlich angesengt wird. Hiermit soll durch 
Schließung der Poren und Abhaltung vonWurm- 
fraß eine Verbesserung verbunden sein, doch 
wird dadurch bisweilen auch eine schlechte Be 
schaffenheit verdeckt. — Der K., der um so 
höher geschätzt wird, je feiner und gleich 
mäßiger er ist und je weniger Risse und Hohl 
räume er zeigt, enthält neben 75 % Suberin etwa 
4—S °/o Wasser, 0,3—0,5 % einer manganreichen 
Asche und geringe Mengen von Stickstoffsub 
stanz, Cerin, Gerbsäure, Phlorogluzin usw. Sein 
spez. Gew. beträgt 0,12—0,15. — Von den zahl 
reichen Handelssorten wird der helle, weiche 
andalusische und der härtere, rötliche katato 
nische K. besonders geschätzt. An zweiter'Stelle 
sind die französischen und die sehr großen Er 
träge Algiers (5 Mill.Kilogramm jährlich, allein in 
der Provinz Constantine 400000 ha bebaut) zu nen 
nen, während die Zufuhren aus Korsika, Italien, 
Sizilien und die sehr minderwertigen Sorten aus 
Istrien und Dalmatien nicht als Flaschenkorke, 
sondern nur als Fischerkorke (Schwimmkorke) 
benutzt werden können. —■ Die Hauptverwen 
dung findet der K. zu Korkstopfen (Stöpseln, 
Pfropfen, lat. Subera, frz. Bouchons, engl.Corks), 
die früher aus den Ursprungsländern, besonders 
Spanien, fertig geschnitten zu uns kamen, jetzt 
aber in steigendem Maße aus eingeführten Plat 
ten in England, Frankreich (Bordeaux) und 
Deutschland geschnitten werden. Hauptort der 
deutschen Korkschneiderei ist Delmenhorst in 
Oldenburg, daneben gibt es in Bremen, Sachsen 
(Raschau bei Schwarzenberg), Thüringen und 
Wien bedeutende Fabriken. Das Schneiden er 
folgt entweder, wie bei der feineren Ware, mit 
der Hand, oder bei Massenware mit iMaschinen. 
Beim Schneiden mit der Hand, das teuerere, aber 
wegen Vermeidung schadhafter Stellen auch 
bessere Ware liefert und vielfach (bei Delmen 
horst) als Heimarbeit betrieben wird, zerlegt 
man die, wenn nötig, in Wasser eingeweichten 
und äußerlich „abgeborkten“ Platten, indem man 
sie über das festgeklemmte Messer hinwegzieht, 
in Streifen und letztere in Würfel. Mulmige und 
sonst fehlerhafte Stellen werden ausgeschnitten, 
auch muß darauf geachtet werden, daß die mit 
lockerem Parenchym und Steinzellen (Lenti 
zellen) erfüllten dunklen Streifen, den Stopfen 
quer durchsetzen. Nur bei den großen Spunden, 1 
bei denen dies nicht möglich ist, verlaufen diese I 
Streifen senkrecht. Das Rundschneiden der Wür 
fel endlich erfolgt in ähnlicher Weise, wie man ; 
einen Apfel schält und erfordert große Geschick- j 
lichkeit des Arbeiters, der stündlich bis zu 150 
Stopfen fertigstellen kann. Alle mit der Hand 1 
geschnittenen Korke sind daran zu erkennen, daß 
ihr Querschnitt nicht kreisrund, sondern schwach 
kantig ist. Von den zahlreichen Korkschneide- | 
maschinen, die das Fünffache der Handarbeit 
leisten, besteht diejenige des Franzosen Moreau j 
aus stählernen Röhren nach Art der Kork- | 
bohrer, diejenige von Bothius in Stockholm 
und von Köhler in Kopenhagen aus Ab 
schälmaschinen, Stückschneidemaschinen, Rund 
schneidemaschinen., Schleifmaschinen, Sortier- ■ 
und Zählapparaten. Die Maschinenkorke sind in 
der Regel kreisrund, werden aber zur Vortäu 
schung der besseren Handschnittkorke bisweilen ' 
auch kantig geschliffen und zur Verschließung ] 
der Poren mit Korkstaub eingerieben. Neben 
den früher bevorzugten konischen („spitzen“), | 
finden neuerdings mehr und mehr die besser 1 
schließenden zylindrischen („geraden“) Kor- j 
ken, besonders als „Champagnerkorke“, Eingang.. 1 
Als gebräuchlichste Handelssorten sind anzufüh- ] 
ren: Spunde (für Fässer und Glasballone), | 
Stöpsel (Weinkorke) und Medizinstöpsel oder j 
Mixturkorke in etwa zehn Nummern. Als i 
Zeichen besonderer Güte gilt die helle Farbe, S 
hohe Elastizität sowie das Fehlen von Löchern 
und Wurmfraß. Zu ihrer Prüfung empfiehlt 
der Verband deutscher Korkindustrieller die in 
Wasser gelegten Stopfen einige Stunden einem 
Druck von 4—5 Atmosphären auszusetzen, wobei j 
nur die guten K. weiß, fest und glatt bleiben, 
während die schlechten Veränderungen erleiden. j 
Um die Korken geschmeidig zu machen,'wer- ; 
den sie entweder in kaltem Wasser eingeweicht, 1 
oder längere Zeit in feuchter Luft auf 150 0 er 
hitzt, oder auch wohl mit wäßrigen Invertzucker- j 
lösungen getränkt. Zur Erhöhung der Ela- { 
stizität ist Blefchung mit Oxalsäure oder Chlor- 1 
kalk und Schwefelsäure oder Kaliumpermanganat 
und Natriumbisulfit empfohlen worden. Durch 
Kochen in Harzen und Ölen oder durch Ein 
tauchen in Leimlösung mit Zusatz von etwas 
Tannin oder Kaliumdichromat werden die K. 
wasserdicht, durch Einbringen in eine Lösung 
von Gelatine und Glyzerin und nachheriges 
Überziehen mit Paraffin säurefest. Die Wieder 
verwendung von Altkorken setzt eine sorgfäl 
tige Behandlung mit Chemikalien voraus und 
ist aus hygienischen Gründen durch die sächs. 
Ministerialverordnung vom 12. VIII. 1909 ge 
wissen Einschränkungen unterworfen. — Neben 
den Stopfen findet der Kork in dünnen Platten 
Anwendung zu Einlegesohlen, zu Korkpapier für 
Zigarettenmundstücke und Fluteinlagen, zu Atn- 
boßunterlagen, zur Herstellung profilierter Ge 
bilde und ganzer Fässer. Weniger gute Stücke 
dienen zur Herstellung von Schwimmern für 
Fischernetze, Ankerbojen, Schwimmgürteln und 
Rettungsbooten. Die beim Schneiden erhaltenen 
Korkabfälle, deren Menge bis zu 65% des 
Rohstoffes ausmachen, werden gemahlen und 
als Packmaterial, als Isoliermittel, zum Stopfen 
von Kissen und Matratzen sowie zur Herstellung
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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