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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
K
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Kreolin 
228 
Kreuzbeeren 
den gelben Ocker und den Rötel. Schwarze 
K. (frz. Crayon noir) ist eine feinmassige, durch 
Kohlenstoff schwarz gefärbte Art Tonschiefer, 
der in der Mineralogie den Namen Zeichen 
schiefer führt und auf dem Längsbruch schief 
rig, im Querbruche feinerdig und bald gräulich, 
bald bläulichschwarz erscheint. Sie findet sich 
unter anderem bei Ludwigsstadt im Fichtel 
gebirge, um Nürnberg, Osnabrück, in Frank 
reich, Spanien, am schönsten in Italien. Aus 
den besseren Stücken werden mit Spalthammer 
und feinen Sägen die zum Zeichnen dienenden 
Stängelchen geformt, die von den Künstlern am 
höchsten geschätzt werden, aber zur Vermei 
dung des Hartwerdens an einem feuchten Orte 
aufbewahrt werden müssen. Zu den gewöhn 
lichen Stiften wird das Mineral gepulvert, ge 
schlämmt und mit Gummiwasser zu einem Teig 
angemacht. Die hieraus geformten runden oder 
vierkantigen, nach dem Trocknen lackierten 
Stifte (Pariser Stifte) färben wegen des Binde 
mittels nicht so gut ab. 
Kreolin nennt man eine dunkelbraune, dick 
flüssige, ölige, der Karbolsäure ähnlich riechende 
Flüssigkeit, die wie jene als Desinfektionsmittel 
Verwendung findet, aber weniger reizend auf die 
Haut wirkt. Sie besteht als ein Nebenerzeugnis 
der Karbolsäureherstellung aus den in Natron 
lauge schwer löslichen höheren Phenolen und 
Phenoläthern des Teers sowie aus kleineren 
Mengen Pyridinbasen und Naphthalin und er 
hält meist einen Zusatz von Seife, um eine 
bessere Verteilung in Wasser zu ermöglichen. 
Der Name ist der Firma Pearson geschützt. 
Kreosol (Creosol), nicht zu verwechseln mit 
Kresol (s. d.), ein im Buchenholzteer enthaltener 
Phenoläther, C 6 H 3 (CH3)(OCH3)OH, bildet eine 
farblose, stark riechende Flüssigkeit vom Siede 
punkt 220° C. 
Kreosot (lat. Kreosotum, frz. Cröosote, engl. 
Creosote) ist eine aus dem Holzteer, nament 
lich dem Buchenholzteer, durch fraktionierte 
Destillation gewonnene Flüssigkeit von starkem, 
der Karbolsäure ähnlichem Gerüche und bren 
nend scharfem Geschmack. Das im frischen Zu 
stande farblose, durch Einwirkung von Licht 
und Luft bald gelblich und rötlichbraun wer 
dende Öl, das bei 200—220 0 übergeht, besteht 
der Hauptmasse nach aus Güajakol und Kreo 
sol, neben welchen in kleinerer Menge Kresol, 
Methylkresol, Xylenol u. a. Vorkommen. Unter 
dem Namen Kreosotöl oder Steinkohlen 
kreosot kommt das rohe, schwere Steinkohlen 
teeröl in den Handel, welches zur Darstellung 
von Karbolsäure und Kresol sowie zum Kon 
servieren des Holzes benutzt wird. Außerdem 
wird K., besonders das Buchenteerkreosot, 
als ausgezeichnetes Mittel, z. B. gegen tuberku 
löse Krankheiten, medizinisch angewandt. 
Kreosotal (kohlensaures Kreosot, lat. 
Kreosotum carbonicum, frz. Carbonate de creo- 
sote, engl. Sodium Creosote) entsteht durch Ein 
wirkung von Chlorkohlenoxyd auf Kreosotnatrium 
als ein gelbes öl, das nur sehr wenig nach 
Kreosot riecht und schmeckt, außerdem nicht 
ätzt und daher mit Vorteil als Ersatz des Kreo 
sots in der Medizin benutzt wird. 
Kresol (Cresol, Kresylsäure, Kresylalko- 
hol), eine dem Phenol sehr ähnliche und nahe 
stehende Verbindung, C 6 H 4 (CH 3 )OH, ist einer der 
HauptbestandteiledesBuchenholzteerkreosots und 
findet sich auch im Braunkohlen- und Steinkohlen 
teer neben Phenol, von dem es nur durch wieder 
holte sorgfältige fraktionierte Destillation ge 
trennt werden kann (vgl. Karbolsäure). Die 
Handelsware, eine frisch bereitet farblose, ölige 
Flüssigkeit von starkem Kreosotgeruche, die 
an Licht und Luft bald braun wird, besteht in 
der Regel aus drei isomeren Kresolen, von denen das 
Orthokresol bei 188°, das Parakresol bei 
19g 0 und das Metakresol bei 201 0 siedet. Alle 
drei sind in reinem Wasser unlöslich, in ammo 
niakhaltigem aber löslich. Man verwendet das 
reine K. zur Darstellung von Safransurrogat 
(s. d.), von Kresotinsäure und Viktoria 
orange, phenolhaltiges K. dagegen zur Her 
stellung von Korallin (s. d.) und einigen anderen 
Farben. Wegen seiner das Phenol übertreffen 
den bakterientötenden Wirkung dient es zur 
Herstellung von Desinfektionsmitteln, wie Kre- 
solseifen, Saprol, Solveol, Lysol, Sanatol. 
Kresolrot (Cresolrot), ein zur Gruppe der 
Azofarben gehöriger, seit 1878 im Handel vor 
kommender Farbstoff, färbt Wolle im sauren 
Bade rot. 
Kresotinsäure (Parakresotinsäure, Creso- 
tylsäure, lat. Acidum cresotinicum, frz. Acide 
cresotinique, engl. Cresotinic acid), die Methyl 
verbindung der Salizylsäure, wird in gleicher 
Weise wie diese gewonnen, indem man statt des 
Phenolnatriums das Kresolnatrium mit trockener 
Kohlensäure behandelt. Sie ähnelt in Aussehen 
und Reaktionen der Salizy lsäure, ist aber schwerer 
in Wasser löslich als 'diese, schmilzt bei 151° und 
erstarrt wieder bei 144°. Wegen ihrer geringen 
Nebenwirkungen wendet man sie an Stelle der 
Salizylsäure an. 
Kreuzbeeren (lat. Baccae rhamni catharticae 
seu spinae cervinae, frz. Baies de nerprun, engl. 
Buckthorn berries), die Früchte des bei uns in 
Wäldern, Gebüschen, Hecken und an Wiesen 
rändern wild wachsenden Wegdorns (Kreuz 
dorn, Purgierkreuzdorn, Rhamnus cathar- 
tica), besitzen bei der Reife im September und 
Oktober eine schwarze Farbe und enthalten nebst 
vier harten Samenkernen ein violettgrünes, bitter 
und widrig schmeckendes Fleisch, das abführend 
wirkt. Sie finden meist in Form des Kreuz 
dornbeerensirups (lat. Sirupus rhamni cathar 
ticae seu spinae cervinae, frz. Sirop de nerprun, 
engl. Sirup of buckthorn), der zum Abführen in 
kleinen Gaben genossen wird, medizinisch An 
wendung. — Im unreifen, grünen Zustande 
dienen die Beeren zur Herstellung von Saft- 
oder Blasengrün, das als Wasserfarbe von 
Malern und Zuckerbäckern sowie zum Färben 
von Papier, Leder usw. benutzt wird, jetzt aber nur 
noch selten in den Handel kommt. Die Beeren 
werden zu diesem Zwecke zerstoßen, eine Woche 
lang der Gärung überlassen, dann ausgepreßt, 
und der Saft unter Zusatz von etwas Pottasche 
oder Alaun zur Honigdicke eingedunstet. Hier 
auf füllt man die noch warme Masse in Schweins 
blasen oder starke Rindsdärme und läßt sie an 
fangs an Luft und Sonne, dann in künstlicher 
Wärme oder durch Hängen in einen Rauchfang 
vollends austrocknen. Zur Erzielung rein grüner 
i Töne setzt man etwas Indigolösung, bisweilen
	        

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Konserven Und Konservenindustrie in Deutschland. Verlag von Gustav Fischer, 1907.
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